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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 13.02.2018

Vermummen nach einem Fußballspiel ist strafbar!

Vermummen nach einem Fußballspiel ist strafbar! © mko - topopt

Gewaltbereite Fußballfans, die sich nach einem Fußballspiel noch auf dem Gelände des Fußballstadions vermummen, machen sich aufgrund des Vermummungsverbots strafbar und müssen mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.

Fußballrowdy maskiert sich nach dem Spiel auf dem Busparkplatz


Auf dem Gästeparkplatz der Benteler Arena in Paderborn kam es nach dem Fußballspiel zu Tumulten, bei denen auch Pyrotechnik gezündet wurde. Als der gewaltbereiter VfB Stuttgart-Fan den Tumult bemerkte, maskierte er sich mit einer Sturmhaube, so dass man nur noch seine Augen sehen konnte. Er zog die Kapuze seine Hoodies und seiner Jacke tief ins Gesicht, um eine Identifizierung seiner Person zu verhindern, und stellte sich vor die Polizeibeamten. Er schrie sie an und schlug immer wieder mit seiner Hand auf einen Bus. Andere Fußballfans drängten ihn dann irgendwann in den Bus. Er konnte allerdings später aufgrund eines Videos identifiziert werden.

Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 4 RVs 97/17 OLG Hamm) wertete das Verhalten des gewaltbereiten VfB Stuttgart-Fan als einen Verstoß gegen das Vermummungsverbot des Versammlungsgesetzes und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 1.600 Euro. Auf das Fußballspiel unter freiem Himmel sei das Versammlungsgesetz anwendbar. Die Vermummungstat sei auch noch auf der Veranstaltung erfolgt, auch wenn das Fußballspiel schon beendet war, da der gewaltbereite Fußballfan sich noch auf dem Veranstaltungsgelände befunden hat, so die Hammer Richter.

Fußballrowdy zündet Bengalo in Unterführung


Nach einem Fußballspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Nürnberg kam es im Mai 2017 zu einem Vorfall, der eine Verurteilung wegen Vermummung und Einsatz von Pyrotechnik nach sich zog. Ein vermummter Fußballrowdy hatte in einer Unterführung auf dem Weg zum Stadion einen Bengalo gezündet. Dadurch kam es bei einigen Personen, die sich in seinem Umfeld befanden zu Reizungen der Augen und Atemwege. Der Mann wurde wegen seines Verstoßes gegen das Vermummungsverbot und das Sprengstoffgesetz vom Amtsgericht Kaiserslautern zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe und einer Geldauflage von 1.000 Euro verurteilt.

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