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Wirtschaftsrecht , 05.02.2009

Vertrag durch Postboten- Vorsicht bei Postident Special-Sendungen

Um mit Verbrauchern einen Vertrag abzuschließen, wird immer häufiger das Postidentverfahren Special eingesetzt. Der Postbote prüft bei der Zustellung nicht nur die Identität des Empfängers, sondern holt im Auftrag des Absenders auch gleich eine Unterschrift unter den Vertrag ein.

Um mit Verbrauchern einen Vertrag abzuschließen, wird immer häufiger das Postidentverfahren Special eingesetzt. Der Postbote prüft bei der Zustellung nicht nur die Identität des Empfängers, sondern holt im Auftrag des Absenders auch gleich eine Unterschrift unter den Vertrag ein.

"Problematisch ist dabei, dass der Empfänger das zu unterzeichnende Dokument mit individuellem Inhalt in der Regel erst kurz vor der Unterzeichnung zu sehen bekommt" gibt Beate Scharf von der Verbraucherzentrale Sachsen zu bedenken. Eine genaue Prüfung des Inhalts wird daher erschwert.

Oft beginnt das ganze mit einem Werbeanruf, bei dem den Kunden beispielsweise ein kostengünstiger Telefontarif angeboten wird. Einige Tage später klingelt dann der Postbote und will eine Unterschrift unter ein Formular.

Viele Verbraucher kennen das Verfahren nicht und gehen davon aus, dass lediglich der Empfang von Unterlagen mit der Unterschrift bestätigt wird. Wer nicht aufpasst, unterschreibt unter Umständen so völlig unbeabsichtigt einen Vertrag.

"Viel Ärger erspart sich, wer nur das unterschreibt, was er auch zuvor gelesen hat", empfiehlt Scharf. "Wenn man keinen Auftrag erteilt hat oder ein sofortiges Studium der vorgelegten Unterlagen nicht möglich ist, sollte die Unterschrift und die Annahme der Sendung verweigert werden." Wer aber dennoch ungewollt einen Vertrag unterschrieben hat, kann diesen in aller Regel innerhalb von zwei Wochen schriftlich widerrufen.

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