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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 20.02.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Wann Krankenkassen Brille zahlen müssen

Wann Krankenkassen Brille zahlen müssen © mko - topopt

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen ihre Patienten mit besseren Alltagshilfen versorgen. Neben Brillen geht es um eine bessere Qualität bei Rollstühlen, Hörgeräten oder Prothesen. So will der Bundestag auch die Konkurrenz unter den Kassen ankurbeln.

Das gute alte Kassengestell der Krankenkassen


Früher war alles besser? Mit Nichten gilt das beispielsweise für Brillenträger. Denn wer in den 80er Jahren ein Brillengestell benötigte, wurde nur selten freiwillig bei den Kassengestellen fündig. Sie waren bei Optiker nicht umsonst in der unteren Schublade, so altbacken und qualitativ unterbelichtet wie sie daher kamen. Wer eine Sehhilfe benötigte, verzichtete dann lieber auf eine Urlaubsreise, Hauptsache man konnte sich mit der Brille sehen lassen. Genau gleich verhielt und verhält es sich bis heute mit anderen Hilfsmitteln für kranke oder alte Menschen: bei der Prothese, beim Rollstuhl oder beim Hörgerät. Der Bundestag will mit einer neuen Gesetzesregelung jetzt die Qualität bei notwendigen Hilfsmitteln anheben.

Neues Gesetz über Heilmittel & Hilfsmittel


Die Versicherten können künftig wählen, welche zuzahlungsfreien Hilfen sie in Anspruch nehmen. Die Krankenkassen müssen andererseits bei der Auswahl der Hilfsmittel nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität schauen. Stichproben unter den Kassen soll die Einhaltung der neuen Regelung überprüfen. So lautet in Kurzform der Inhalt der neuen Gesetzesregelung, mit der Patienten (qualitativ) bei ihrer jeweiligen Krankenversicherung bessere Hilfsmittel erhalten sollen.

Gesetzliche Krankenversicherung muss Dioptrien-abhängig Brillen zahlen


Eine gute Nachricht für alle Brillenträger: Das neue Gesetz spricht ihnen bei Kurz- oder Weitsichtigkeit von mehr als sechs Dioptrien eine komplette Sehhilfe zu, bei Hornhautverkrümmung schon bei mehr als vier Dioptrien.

Neues Gesetz soll Konkurrenz unter Kassen ankurbeln


Von der neuen Gesetzesregelung versprechen sich die Verantwortlichen mehr Konkurrenz zu Gunsten der Patienten: So vermuten Politiker, dass die Wahl der Kasse (oder Kündigung und Wechsel einer Kasse) künftig auch davon anhängt, welche Hilfsmittel diese im Angebot hat. Die Praxis muss zeigen, inwieweit sich diese Prognose als richtig erweisen wird.

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