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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 04.10.2009

Was kostet der Führerschein in der EU?

Die Kosten für klassische Führerscheinausbildungen klaffen in Europa stark auseinander. Während man in Bulgarien bereits für 80 bis 100 Euro eine Fahrschulausbildung erhält, ist in Norwegen die dreißigfache Summe auf den Tisch zu blättern ...

Die Kosten für klassische Führerscheinausbildungen klaffen in Europa stark auseinander. Während man in Bulgarien bereits für 80 bis 100 Euro eine Fahrschulausbildung erhält, ist in Norwegen die dreißigfache Summe auf den Tisch zu blättern: Laut Informationen der europäischen Fahrlehrer-Assoziation e.V. (EFA) kostet eine Führerscheinausbildung in dem skandinavischen Land mindestens 3 000 Euro. Auch in den Niederlanden und Island (je 1 800 Euro) sowie Schweden (1 600 Euro) ist die Fahrausbildung für Anfänger teurer als in Deutschland, wo die EFA einen durchschnittlichen Preis von rund 1 500 Euro notiert. Etwa den gleichen Preis bezahlen auch Dänen, Iren und Briten. Bis zu 1 200 Euro werden in Österreich, Belgien, Frankreich und Finnland verlangt, rund 1 000 Euro in Spanien. Besonders günstig ist die Führerscheinausbildung auch in unserem Nachbarland Tschechien (250 bis 300 Euro). EFA-Präsident Gerhard von Bressensdorf führt die erheblichen Preisdifferenzen nicht nur auf unterschiedliche Einkommensverhältnisse zurück, sondern sieht große qualitative Unterschiede bei den Prüfungsanforderungen. „Längst nicht alle neuen EULänder erfüllen die Standards der von der EU empfohlenen Prüfungsvorgaben. Das schlägt sich in den betroffenen Ländern leider auch in katastrophalen Unfallstatistiken nieder.“ Ein weiteres Grundübel sei die Korruption: „Mancherorts werden Führerscheine einfach ‚eingekauft’“, meinte von Bressensdorf gegenüber dem ARCD. Norweger hingegen könnten und wollten es sich leisten, „in die Zukunft ihrer Jugend zu investieren“. Norwegens Ausbildungsqualität und - umfang sowie die Kompetenz der Fahrlehrer seien in Europa unübertroffen. Negativbeispiele gäbe es aber auch im Westen: „Belgien hat als letztes der ‚alten’ EU-Länder eine Führerscheinprüfung eingeführt und den Rückstand bis heute nicht aufgeholt.“ Entsprechend „unharmonisch“ nähme sich auch das Verkehrsverhalten der Belgier aus, bedauerte der EFAPräsident. In Belgien herrsche ein „irrer Konkurrenzkampf“ zwischen Fahrschulen im Norden und Süden, der sich ebenso wie die weit verbreitete Laienausbildung in mangelhaften Fahrkompetenzen niederschlüge. Die Prüfungsgebühren selbst fallen im Vergleich zur Ausbildung kaum ins Gewicht. In den meisten westeuropäischen Ländern variiert der Preis für die Theorie- und Praxisprüfung laut Auskunft der Internationalen Kommission für Fahrerlaubnisprüfungen (CIECA) zwischen 75 und 120 Euro. Nur in der tschechischen Republik (20 Euro) und Österreich (40 Euro) kommen Prüflinge billiger weg. Völlig gratis geprüft wird dagegen in Frankreich. Leider kann es dort aber nach Informationen des ARCD auch passieren, dass man bis zu acht Monate auf einen Prüfungstermin warten muss.

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