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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 05.12.2017

Was Sie zum Elterngeld Plus wissen müssen!

Was Sie zum Elterngeld Plus wissen müssen! © mko - topopt

Nach der Geburt eines Kindes haben viele frischgebackene Eltern den starken Wunsch ganz intensiv für ihr Kind da zu sein. Die Kombination zwischen Elternsein und Beruf lässt das nicht immer zu. Um jungen Familien diesen Spagat zu erleichtern, wurde in Deutschland das Elterngeld eingeführt. Seit Juli 2015 gibt es neben dem bisherigen Elterngeld auch das Elterngeld plus.

Was bedeutet Elterngeld Plus?



Eltern, deren Nachwuchs ab dem 1. Juli 2015 das Licht der Welt erblickt, können sich zwischen dem bisherigen Elterngeld und dem Elterngeld Plus entscheiden. Der Bezugszeitraum beim Elterngeld Plus wurde verdoppelt. Ein Elterngeldmonat entspricht zwei Elterngeld Plus Monaten. Elterngeld Plus kann im Gegensatz zum bisherigen Elterngeld auch über den 14. Lebensmonat eines Kindes bezogen werden. Wie bislang werden 65 bis 100 Prozent des Einkommens, dass die Eltern bislang verdienten, auch vom Elterngeld Plus beglichen. Elterngeld Plus macht pro Monat höchstens die Hälfte des Elterngeldes aus, das die Eltern nach der Geburt ohne Teilzeiteinkommen erhalten hätten.

Wie beantrage ich Elterngeld Plus?



Der Antrag auf Elterngeld Plus muss bei der zuständigen Elterngeldstelle auf jeden Fall schriftlich beantragt werden. Antragsberechtigt ist jedes Elternteil. Es kann den Antrag für sich einmal stellen und gegebenenfalls auch noch mal während des Bezugszeitraums ändern.

Wie berechnet sich das Elterngeld bei Mehrlingsgeburten?



Der Gesetzgeber hat bezüglich des Elterngeldes für Mehrlingsgeburten klargestellt, dass Eltern von Mehrlingen einen Anspruch auf Elterngeld pro Geburt haben und zusätzlich einen Zuschlag für Mehrlinge für das zweite und jedes folgende Mehrlingskind in Höhe von 300 Euro pro Monat.

Wie wirkt sich das neue Elterngeld Plus bei Alleinerziehenden aus?



Auch für Alleinerziehende ändert sich beim Elterngeld ab Juli 2015 einiges. Sie haben dann die Möglichkeit Elterngeld Plus und den Partnerschaftsbonus in Anspruch zu nehmen. Dafür benötigen sie nicht mehr wie bislang das alleinige Aufenthaltbestimmungsrecht. Die zusätzlichen Partnermonate erhalten Alleinerziehende, wenn sie den Voraussetzungen für den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende entsprechen.

Hat sich auch bei der Elternzeit etwas geändert?



Eltern können ab Juli 2015 ihre Elternzeit viel flexibler handhaben. Es bleibt dabei, dass Eltern bis zum dritten Geburtstag des Nachwuchses eine unbezahlte Auszeit von ihrer Arbeit nehmen können. Neu ist, dass ab Juli 2015 24 statt bisher 12 Monate Elternzeit zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes in Anspruch genommen werden können.

Partnerschaftsbonusmonate nur bei Reduzierung der Arbeitszeiten


Wollen Eltern, die Elterngeld Plus beziehen, gemeinsam den viermonatigen Partnerschaftsbonus in Anspruch nehmen, müssen beide ihre Arbeitszeit auf 25 bis 30 Stunden in der Woche reduzieren. Dies stellte das Landessozialgericht Baden-Württemberg (Aktenzeichen L 11 EG 2662/17) in einem aktuellen Urteil klar. Geklagten hatten Eltern, die von der Elterngeldstelle den viermonatigen Partnerschaftsbonus nicht gewährt bekam, weil der Vater als Auszubildender seine vertraglich vereinbarten 41 Wochenarbeitsstunden nicht reduziert hatte. Das Gericht führt aus, es komme darauf an, dass die Eltern tatsächlich ihre Arbeitszeit verringern und mehr Zeit für ihr Kind hätten.



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