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Kategorie: Anwalt Reiserecht , 08.01.2018

Wie kommt man aus dem Fitnessstudiovertrag wieder raus?

Wie kommt man aus dem Fitnessstudiovertrag wieder raus? © AlexMaster - Fotolia

Das neue Jahr beginnt mit guten Vorsätzen. Mehr Sport zu machen ist bei vielen Menschen einer davon. Fitnessstudios locken daher gerade zum Jahresanfang mit Super-Konditionen für eine Mitgliedschaft. Ist der Fitnessstudiovertrag dann unterschrieben, gibt es nur wenige Gründe diesen wieder vor Ablauf der Mitgliedschaft zu beenden.

Kündigung bei wichtigem Grund


Ein Vertrag mit einem Fitnessstudio kann vorzeitig beendet werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Der ist immer dann gegeben, wenn unter Abwägung aller Interessen und Berücksichtigung aller Umstände, es dem Kündigenden nicht zu zumuten ist, den Vertrag fortführen zu müssen.

Kündigungsgrund: Gesundheit


Ein Vertrag mit einem Fitnessstudio kann aufgrund gesundheitlicher Probleme gekündigt werden. Dies entschied etwa das Amtsgericht München (Aktenzeichen 113 C 27180/11) im Fall einer Frau, die im Laufe ihrer Mitgliedschaft im Fitnessstudio chronische gesundheitliche Probleme an ihrem Ellenbogen und Arm bekam – was ein Arzt auch attestierte. Das Gericht entschied, dass es der Frau nicht zu zumuten ist, den Vertrag mit dem Fitnessstudio fortzuführen.

Kündigungsgrund: Jobwechsel und Umzug


Wer aufgrund eines Jobwechsels in eine andere Stadt ziehen muss, kann seinen Vertrag mit dem Fitnessstudio fristlos kündigen. Dies entschied unter anderem das Amtsgericht München (Aktenzeichen 212 C 15699/08).

Preis für Einzeltraining steigt – Aufhebung alter Vertrag


Ein Personal-Trainer, der nach dem Abschluss eines Fitness-Vertrages eine höhere Vergütung für jede Trainingseinheit verlangt, erklärt damit ein Angebot auf Abschluss eines neuen Vertrags, bzw. die Aufhebung des alten Vertrags. Dies stellt das Amtsgericht München (Aktenzeichen 274 C 26632/16) in einer aktuellen Entscheidung klar. Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Personal-Trainer einen Halbjahresvertrag mit einem Paar abgeschlossen, in dem er für zweimal 45 Trainingsminuten in der Woche 80,00 Euro berechnete. Später stellte er in einer Email klar, dass er zu diesem Preis noch die Mehrwertsteuer berechnet werde, somit eine Summe von 95,20 Euro zustande komme. Das Paar verzichtete daraufhin auf seine Dienstleistung. Der Personal-Trainer klagte jedoch auf Einhaltung des Fitnessvertrages und Zahlung der Gesamtsumme von rund 4.250 Euro für die gesamte Vertragslaufzeit.

Zu Unrecht, entschied das Amtsgericht München. Aus Sicht der Kunden habe der Personal-Trainer mit seiner Email den Abschluss eines neuen Vertrages, bzw. die Aufhebung des alten Vertrages angeboten. Dies lehnte das Paar ab, womit kein Fitnessvertrag zustande gekommen sei.

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