anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Mietrecht , 16.06.2016

Wohnungsbesichtigung: Makler darf keine Besichtigungsgebühr verlangen!

Ein Makler darf für die Besichtigung einer Wohnung kein Geld verlangen. Zu diesem Schluss kam das Stuttgarter Landgericht in einem gerade gesprochenen Urteil.

Ein Stuttgarter Makler hatte eine Gebühr für das Anschauen einer Wohnung in Höhe von 35 Euro pro Besichtigung verlangt. Das Landgericht verurteilte den Makler nun darauf, das Erheben von Besichtigungsgebühren in der Praxis künftig zu unterlassen.

Makler wollte als Dienstleister gelten


Das Urteil bestätigt die aktuelle Rechtslage, nach der derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn beauftragt. Dieses so genannte Bestellerprinzip verlagert seit Juni 2015 in den meisten Fällen die Kosten von Mietern auf Vermieter, was Wohnungssuchenden vor allem in den wohnungsknappen Großstädten finanziell entlasten soll. Um dieses Prinzip zu umgehen, hatte sich der angeklagte Makler nicht als Makler, sondern als "Dienstleister" ausgegeben und für die Dienstleistung "Wohnungsbesichtigung" eine Gebühr erhoben. Dagegen hatten der Mieterverein Stuttgart und die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs jeweils geklagt und gleichlautend Recht bekommen. Ihr gemeinsamer Vorwurf: Die Firma habe sich unter dem Vorwand des Dienstleistungsangebots Maklergebühren "erschlichen", die ansonsten der Vermieter hätte zahlen müssen.

Besichtigungsgebühr kann zurückverlangt werden


Das Urteil bestätigt nicht nur die aktuelle Rechtslage, sondern hat auch Auswirkungen auf die Wohnungssuchenden, die die Gebühr bezahlt haben: Sie haben Anspruch auf Rückzahlung. Der verurteilte Makler prüft derzeit eine Berufung gegen das Urteil.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Mieten & Vermieten
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Mietrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.72 / 5 (25 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Mietrecht 14.07.2016
Das Bestellerprinzip besagt, dass bei der Wohnungsvermietung derjenige die Arbeit des Maklers bezahlen muss, der den Makler mit der Vermittlung beauftragt hat. Das ist in den meisten Fällen der Vermieter. Oftmals wird versucht, die Gebühr indirekt dem Mieter aufzubrummen.
24.11.2015
Im Maklerrecht geht es meist darum, ob ein Makler seinen Auftrag zu Genüge erfüllt hat und die Provision tatsächlich zu zahlen ist. Diesbezügliche Streitigkeiten sollte man möglichst im Keim ersticken – etwa mit einem wasserfesten Maklervertrag.
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht 20.05.2010 (438 mal gelesen)

In Zeiten niedriger Zinsen denken viele Interessenten über den Kauf einer Immobilie nach. Ob als Investitionsobjekt oder zur Eigennutzung, der Kauf einer Immobilie geht mit hohen finanziellen Transaktionen einher.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.90625 / 5 (32 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht 12.03.2012 (406 mal gelesen)

Grundsätzlich gilt: Ein Makler kann eine Provision fordern, wenn der Käufer den Makler zur Vermittlung beauftragt und wenn der Makler den Kauf kausal vermittelt hat. Der Honoraranspruch entsteht grundsätzlich bei Abschluss des notariell beglaubigten Grundstückskaufvertrages.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9565217391304346 / 5 (23 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Mieten & Vermieten

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung