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Mittelfinger: Beleidigung oder nicht?

Streit und Zoff haben wir alle von Zeit zu Zeit. Doch Vorsicht: Auch eine derbe Geste kann eine Beleidigung im strafrechtlichen Sinne sein - und entsprechend eine Anzeige nach sich ziehen.

Was eine Beleidigung ist

Wer kennt das nicht? Man ist im Stress, in der Arbeit "klemmt´s", die Kinder quengeln und gegessen hat man auch schon lange nichts mehr: Da kann einem schon mal ein böses Wort herausrutschen. Viele denken, solche Beschimpfungen seien Lapalien, die keine Auswirkungen haben. Weiterer Irrglaube, ist, dass man nur gegenüber Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes zur Rechenschaft gezogen werden kann (Beamtenbeleidigung). Weit gefehlt! Eine Beleidigung liegt im Rechtssinne dann vor, wenn eine andere Person in deren Ehre verletzt wird. In welcher Weise beleidigt wird, ist dabei egal: Die Missachtung kann gezeigt, aufgemalt oder gesagt werden. Auch Schubsen, Ohrfeigen, Anspucken oder der berühmte Mittelfinger kann je nach Fall juristisch als Beleidigung ausgelegt werden. Genauso irrelevant ist, wer beleidigt wird. Egal, ob die angegriffene Person eine Arbeitskollegin, die Nachbarin oder eine prominente Persönlichkeit ist - wer beleidigt wird, darf sich dagegen wehren. Kurz: Eine Beleidigung ist eine Straftat .

Rechtsfolgen einer Beleidigung

"Ich zeig Dich an!" - ist eine gängige Reaktion im Wortwechsel. Diese Androhung sollte aber unbedingt ernst genommen werden. Wer diesbezügliche Besuche oder Briefe der Polizei ignoriert, muss in der Folge mit einem Strafbefehl rechnen. Zeigen Sie im Zweifelsfall das Schreiben immer einem Rechtsanwalt und lassen Sie sich von ihm die weiteren Schritte aufzeigen. Grundsätzlich gilt immer: Äußern Sie sich nicht zur vorgeworfenen Tat. Solche Aussagen lassen sich später schwer bis gar nicht rückgängig machen.

Beleidigt worden? Was tun?

Wenn Sie sich durch das Verhalten einer anderen Person in Ihrer Ehre verletzt fühlen, dann sollten Sie sich im ersten Schritt unbedingt juristischen Rat einholen. Man muss sich nicht alles gefallen lassen, sollte aber mögliche rechtliche Konsequenzen im Voraus kennen. Dies ist inbesondere dann angeraten, wenn es sich um Kollegen oder gar den Arbeitgeber am Arbeitsplatz handelt. Vertrauen Sie auf einen erfahrenen Fachmann und kontaktieren Sie gleich hier unverbindlich einen erfahrenen Anwalt für Strafrecht.

Letzte Aktualisierung am 2016-09-22

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