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Beratung und sofortige Rechtshilfe im Erbrecht

Letzte Aktualisierung am 27.01.2021 / Lesedauer ca. 6 Minuten
Anwalt Erbrecht

Was macht das Erbrecht so komplex?

Kaum jemand möchte sich gerne mit seinem eigenen Tod oder dem Thema Erbschaft auseinandersetzen. Auch heute noch vermeiden es aus diesem Grund viele Menschen ihre Erbangelegenheiten beizeiten zu regeln. In diesen Fällen greift dann im Todesfall die gesetzliche Erbfolge. Seinen Nachlass ruhig und durchdacht frühzeitig zu verfügen hat einige Vorteile. Denn ein Versäumnis, führt im Erbfall nicht selten zu familiären Auseinandersetzungen bis hin zu Erbstreitigkeiten vor Gericht. Ist eine Erbauseinandersetzung erst einmal in Gang gesetzt worden, werden nicht nur mündliche Absprachen angezweifelt. Möchte man dies vermeiden, oder sein Erbe gezielt verteilen, auch an Personen, die sonst vielleicht nicht erbberechtigt wären, so muss dies durch einen schriftlich verfügten letzten Willen geschehen. Diese „Verfügung von Todes wegen“ muss formale und rechtliche Voraussetzungen und Bedingungen erfüllen um nicht anfechtbar zu sein. Es sollte auch bedacht werden, dass bei guter und vor allem zeitiger Planung auch die Erbschaftssteuer geringer ausfallen oder ganz wegfallen kann.

Die gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge ist vom Gesetzgeber vorgegeben. Tritt sie ein, wird das Erbe anhand eines bestimmten Schlüssels an die Erben verteilt. Gesetzliche Erben sind der zurückbleibende Partner, sowie seine Abkömmlinge bzw. Kinder, die Eltern und je nach Verwandtschaftsgrad auch sonstige Erbberechtigte. Der jeweilige Erbanteil hängt von der verwandtschaftlichen Nähe zum Erblasser ab. Der Ehepartner erhält demzufolge in aller Regel 50 Prozent des Erbes, die gemeinsamen Kinder die restlichen 50 Prozent zu gleichen Teilen.

Der letzte Wille - das Testament

Wünscht sich der Erblasser eine andere Verteilung seines Erbes als die gesetzliche Erbfolge, so muss er dies in seinem letzten Willen, dem Testament, schriftlich festhalten. Es gilt hier zwischen dem eigenhändigen Testament und dem öffentlichen Testament zu unterscheiden. Das eigenhändige Testament muss vom Erblasser handschriftlich selbst verfasst werden. Es muss lesbar sein, denn eine unlesbare Handschrift kann das Testament unwirksam werden lassen. Selbstverständlich bedarf es seiner handschriftlichen Unterschrift mit Vor- und Nachnamen, sowie die Angabe von Ort und Datum. Es kann dem Nachlassgericht zur Verwahrung gegeben, oder auch selbst an einem sicheren Ort hinterlegt werden. Ein öffentliches Testament wird dem Notar übergeben. Dies geschieht entweder selbst verfasst in einem geschlossenen Umschlag und somit vom Notar ungeprüft, oder man erläutert dem Notar seine letztwillige Verfügung. Der Notar überträgt dies anschließend in schriftlicher Form und der Testator unterschreibt im Beisein des Notars sein Testament. Diese Möglichkeit verhindert Formfehler und macht es sicherer gegen eine mögliche Anfechtung.

Die Erbanfechtung

Ein Testament, das inhaltlich und formal alle gesetzlichen Bedingungen erfüllt, ist kaum anfechtbar. Die Erben müssten nachweisen können, dass der Erblasser bei der Verfassung seines Testaments nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war, oder er diesen letzten Willen unter Druck unterschrieben hat. Weitere Gründe wären das Übergehen eines Pflichtteilsberechtigten oder derart veränderte Lebensumstände, dass die letztwillige Verfügung nicht mehr aktuell ist. Ein Testament kann nur von erb- und pflichtteilsberechtigten Personen angefochten werden und kann dann evtl. auch nur in Teilen unwirksam erklärt werden. Auch für die Erbanfechtung gibt es gesetzliche Fristen einzuhalten.

Das Berliner Testament

Das Berliner Testament ist vielen nicht geläufig. Es ist jedoch eine mögliche Variante die man kennen sollte. Gedacht ist es für Eheleute, die im Todesfall zuerst ihren überlebenden Ehepartner begünstigen wollen. Kinder und andere Erben bleiben erst einmal außen vor. Für sie tritt der Erbfall erst ein, wenn beide Ehepartner verstorben sind. Der überlebende Ehe- oder Lebenspartner ist somit Alleinerbe. Allerdings ist das Testament ab dem Moment des Todesfalles eines Partners unveränderbar. Viele Dinge sind jedoch zu bedenken. Was passiert z.B. bei einer Scheidung mit dem Berliner Testament? Was, wenn der überlebende Partner eine Wiederheirat anstrebt? Sind die Schlusserben mit dieser Regelung einverstanden, oder schürt man damit Ärger?

Erbschaftssteuer sparen durch Schenkung

Manche Vermögenswerte können bereits zu Lebzeiten des Erblassers als Schenkung an seine Erben weitergegeben werden. Die Schenkung ist bis zu einem gewissen Betrag steuerfrei und schmälert das Erbe und dadurch auch die später einmal anfallende Erbschaftssteuer. Wie hoch der steuerliche Freibetrag ist, hängt vom Verwandtschaftsgrad ab. Allerdings wird eine Schenkung erst nach zehn Jahren nicht mehr dem Erbe angerechnet. Ebenso ist eine zweite Schenkung erst nach diesem Zeitraum wieder steuerfrei möglich.

Erbschaftssteuer sparen durch Nießbrauch

Im Gegensatz zur Schenkung übergibt man beim Nießbrauch nicht alle Rechte an einer Sache. Häufig findet man Nießbrauch bei Immobilien. Die Eltern überschreiben den Kindern zwar das Haus, behalten sich aber das Wohnrecht vor. Man nennt dies den Vorbehaltsnießbrauch. Die Rechte der Eigentümer, also der Kinder, sind eingeschränkt durch das Recht der Eltern die Immobilie weiterhin selbst zu bewohnen oder auch zu vermieten. Das Nießbrauchsrecht kennt auch die umgekehrte Möglichkeit. Dann nennt es sich Zuwendungsnießbrauch. Die Eltern bleiben Eigentümer, die Nutzungsrechte gehen auf die Kinder über.

Das Pflichtteil

Durch ein gezielt verfügtes Testament oder einen Erbvertrag können nicht nur bestimmte Personen besonders bedacht werden, es können auch gezielt Personen vom Erbe ausgegrenzt werden. Jedoch ist dies nur bis zu einem gewissen Grad möglich, denn das Gesetz hat, zum Schutz der Erben, das Pflichtteil festgelegt. Dieser Pflichtteilsanspruch besteht aus der Hälfte des gesetzlichen Erbteils lt. Erbquotenregelung. Das Pflichtteil kann außerdem nur in Barvermögen ausgezahlt werden. Es gibt auch einen Pflichtteilsergänzungsanspruch. Dieser greift in Fällen, wo gezielt Vermögen schon vor dem Ableben als Schenkung weitergegeben wurde. Gereicht dies einem Pflichtteilsberechtigten zum Nachteil, weil bei Erbeintritt kein Vermögen mehr zu vererben ist, so kann das bereits verschenkte Vermögen trotzdem noch zum Pflichtteil hinzugerechnet werden.

Kann man enterbt werden?

Um in Deutschland sein Recht auf dieses Pflichtteil zu verwirken, muss der Pflichtteilsberechtigte sich einer schweren Straftat schuldig gemacht haben und in der Folge zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ohne Bewährung verurteilt worden sein. Der Erblasser muss schlüssig nachweisen können, dass es für ihn unzumutbar ist, diesem Nachkommen ein Anteil des Erbes zu gewähren. Macht sich der Pflichtteilsberechtigte gar des Mordes, des versuchten Mordes oder der schweren Körperverletzung seinem Vererber gegenüber schuldig, so führt dies zum Verlust des gesetzlichen Anspruches auf sein Pflichtteil.

Was, wenn das Erbe nur aus Schulden besteht?

Auch diese Möglichkeit muss in Betracht gezogen werden. Grundsätzlich wird beim Vererben kein Unterschied gemacht, ob es sich bei der Erbmasse um Vermögen oder Schulden handelt. Der Erbe trägt die sogenannte Erbenhaftung. Er haftet also für die Schulden des Erblassers und deren Begleichung. Da dies so manchen Erben selbst in den Schuldturm bringen würde, kann ein Erbberechtigter sein Erbe auch ausschlagen. Wiederum gilt es hierbei auf Fristen zu achten.

Die Nachlassverwaltung

Möglich wäre auch eine Nachlassverwaltung über das Nachlassgericht zu beantragen. So wird das Privatvermögen des Erben geschützt. Er hat dadurch aber auch keinen Zugriff mehr auf die Erbmasse. Der Nachlassverwalter nimmt das Erbe in Besitz, erfasst alle Werte, Verbindlichkeiten und Gläubigeransprüche. Bleibt nach Begleichung aller Schulden und den angefallenen Kosten für den Nachlassverwalter noch Erbmasse übrig, so bekommt dies der Erbe. Entscheidet sich ein Erbe gleich dafür das Erbe mit allen Rechten und Pflichten auszuschlagen, so muss er dies entweder dem Nachlassgericht mitteilen, oder durch einen Notar beglaubigen lassen. Mit diesem Schritt geht das Erbe auf den nächsten Erbberechtigten über. Lehnen alle Erben den Nachlass ab, so fällt es zu guter Letzt an den Staat.

Was macht ein Anwalt für Erbrecht?

Ein erfahrener und auf das Erbrecht spezialisierter Anwalt hilft und berät seinen Mandanten rechtlich u.a. beim Aufsetzen eines Testaments. Damit ermöglicht er seinem Mandanten seine Erbangelegenheiten rechtssicher zu regeln. Auch rechtliche Fragen, wie eine Erbengemeinschaft funktioniert oder welche rechtlichen Ansprüche die Erben haben, bis hin zur Berechnung der möglicherweise anfallenden Steuerlast der Erben, lassen sich ebenfalls am besten im Rahmen eines Beratungsgesprächs mit einem Rechtsanwalt klären. Ein Anwalt für Erbrecht hilft auch in verfahrenen Situationen zwischen den Parteien fundiert und kompetent zu vermitteln und dafür Sorge zu tragen, dass trotz aller Streitigkeiten eine einvernehmliche Lösung gefunden wird. Auch den Gläubigern eines Verstorbenen hilft ein Anwalt für Erbrecht. Eine Nachlass-Insolvenz kann nach dem Tod des Schuldners oft weiterhelfen. Forderungen können mit der Hilfe eines Nachlassinsolvenzverwalters möglicherweise ganz oder wenigstens teilweise beglichen werden. Denn einem Nachlassinsolvenzverwalter ist es, zusätzlich zu den Befugnissen eines Nachlassverwalters, möglich, erfolgte Schenkungen des Erblassers an seine Erben zurückzufordern und damit offene Verbindlichkeiten des Erblassers bzw. seiner haftenden Erben auszugleichen.