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Kategorie: Anwalt Erbrecht , 27.09.2019 (Lesedauer ca. 6 Minuten)

Testament – Der letzte Wille

Testament – Der letzte Wille © freepik - mko

Wer kann ein Testament verfassen? Was bedeutet Testierfähigkeit? Was ist bei einem Testament zu beachten? Kann ein Testament widerrufen werden? Was kostet ein Testament? Wo sollte ein Testament aufbewahrt werden? Unsere Checkliste klärt Schritt für Schritt Ihre Fragen zum Thema Testament – garantiert aktuell, kompetent und verständlich!

Testament – Das sollten Sie wissen!

Beratung eines Anwalt zum TestamentWer ein Testament erstellen möchte muss testierfähig sein. Das ist jeder, der 18 Jahre alt und im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten ist. Auch betreute Menschen sind, solange keine Demenz vorliegt, testierfähig. Minderjährige können ab dem 16. Lebensjahr ein vom Notar beglaubigtes Testament errichten.

In einem Testament kann der Erblasser hineinschreiben, was er möchte. Er kann Erben bestimmen, eine Vor- und Nacherbschaft festlegen, ein Vermächtnis anordnen, Auflagen mit dem Erbe verbinden, die Verteilung des Nachlasses regeln, unter bestimmten Voraussetzungen auch enterben oder den Pflichtteil entziehen. Knüpft der Erblasser allerdings in seinem Testament das Erbe seiner Enkel an die Bedingung, dass sie ihn regelmäßig zu Lebzeiten besucht haben, ist dies sittenwidrig, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt (Aktenzeichen 20 W 98/18).

lächelnde Anwältin bietet Beratung anWichtig ist, dass die Formerfordernisse eines Testaments eingehalten werden. Ein eigenhändiges Testament muss vom Erblasser mit der Hand geschrieben und unterschrieben sein. Schreibmaschine oder Computerausdrucke sind nicht gestattet. Auch darf kein Dritter das Testament für den Erblasser schreiben. Das Testament sollte mit „Testament“ oder „Letzter Wille“ überschrieben sein. Es empfiehlt sich die Seiten des Testaments durch zu nummerieren. Die Schrift muss leserlich sein und die Formulierungen sollten eindeutig und klar verständlich sein, ansonsten ist der Inhalt nicht eindeutig zu bestimmen. Im Testament muss neben der Unterschrift auch Ort und Datum angegeben werden. Das neueste Testament ist immer gültig. Wichtig ist, dass die Unterschrift unter dem Text steht.


Ein hilfreiches Muster für ein Testament finden Sie hier:

Muster Testament Einzelperson

Formular Muster Testament Einzelperson Muster Testament Einzelperson
Mustertestament für eine Einzelperson
Quelle: anwaltssuche.de, 26.03.2019 Downloads: 11
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Dies kann Ihnen zur Orientierung dienen. Es empfiehlt sich in jedem Fall die Beratung eines Anwalts für Erbrecht in Anspruch zu nehmen. Der geht auf Ihre individuelle Situation ein und verschafft Ihrem letzten Willen seine Rechtsgültigkeit.

Welche Testamentsformen gibt es?

Anwalt und Anwältin bieten Beratung anEs gibt zum einen das ordentliche Testament. Dies kann als öffentliches oder eigenhändiges Testament errichtet werden. Beim öffentlichen Testament erklärt der Erblasser mündlich vor einem Notar seinen letzten Willen. Dieser wieder niedergeschrieben und notariell beglaubigt. Beim eigenhändigen Testament schreibt der Erblasser das Testament selbst. Eheleute können ein gemeinschaftliches Testament errichten.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber: Berliner Testament – So sichern Sie Ihren Partner ab.

Eine weitere Testamentsform ist das Nottestament. Es kann in einer akuten Lebensgefahr vom Erblasser verfasst werden, wenn ein Notar nicht mehr hinzugerufen werden kann.

Wie widerruft man ein Testament?

Rechtsanwalt liest eine letzwillige VerfügungDer Erblasser ist zu Lebzeiten nicht an ein einmal verfasstes Testament gebunden. Er kann es nach Belieben verändern oder widerrufen. Notwendig ist allerdings, dass er entweder auf dem Testament den Widerruf klar formuliert oder das Testament vernichtet und durch ein neues Testament ersetzt. Handelt es sich um ein notarielles Testament muss der Erblasser es aus der öffentlichen Verwahrung anfordern und den Widerruf beim Nachlassgericht persönlich erklären.

Ein gemeinschaftliches Testament, wie das Berliner Testament, kann zu Lebzeiten der Eheleute nur durch eine notarielle Erklärung widerrufen werden. Nach dem Tod des Ehegatten ist ein Widerruf nicht mehr möglich, es sei denn, eine entsprechende Klausel im Berliner Testament gestattet Änderungen.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber: Berliner Testament - Gemeinsam rechtssicher vererben!.

Welche Alternativen gibt es zum Testament?

Angebot Testamentsgestaltung durch Rechtsanwalt und RechtsanwältinZum Testament gibt es die Alternativen des Erbvertrags, des Vermächtnisses und des Erbscheins.

Beim Erbvertrag einigen sich der Erblasser und der Erbe auf erbrechtliche Regelungen. In der Regel muss der Erbe eine Gegenleistung für das Erbe erbringen. Der Erbvertrag muss notariell beurkundet werden. Er kann nicht einseitig vom Erblasser widerrufen werden. Dazu muss ein Aufhebungsvertrag mit dem Erben abgeschlossen werden.

Beim Vermächtnis erbt eine Person ohne Erbe zu sein aufgrund einer testamentarischen Verfügung einen bestimmten Teil des Nachlasses. Wichtig ist, dass das Vermächtnis auch als solches benannt wird. Es kann auf den Pflichtteil eines Erben angerechnet werden. Auf ein Vermächtnis muss Erbschaftsteuer gezahlt werden.

Kann weder mit einem Testament noch mit einem Erbvertrag die Legitimation als Erbe nachgewiesen werden, kann vom Erben beim Nachlassgericht ein Erbschein beantragt werden.

Lesen Sie dazu unseren Ratgeber: Erbschein - Die Legitimation für Erben.

Testament – So gehen Sie vor

1. Prüfung gesetzliche Erbfolge
Vergewissern Sie sich, wer nach der gesetzlichen Erbfolge wie viel von Ihrem Nachlass erbt. Sind Sie damit einverstanden? Dann benötigen Sie kein Testament. Wollen Sie die gesetzliche Erbfolge ganz oder zum Teil mit einer letztwilligen Verfügung ändern? Dann können Sie ein Testament verfassen.

2. Erstellung des Testaments
Wollen Sie das Testament selbst erstellen? Achten Sie auf die Mindestvoraussetzungen der Testamentsform: handschriftlich, unterschrieben mit Vor- und Nachname, Ort und Datum. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen möchten, kontaktieren Sie einen Anwalt für Erbrecht und lassen Sie sich bei der Erstellung Ihres letzten Willens professionell beraten.

3. Aufbewahrung des Testaments
Bewahren Sie das Testament an einem sicheren Ort auf. Eine sichere Aufbewahrung ist die amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht. Die Aufbewahrung kostet einmalig 75 Euro. Wer sein Testament zu Hause aufbewahren möchte und trotzdem sicher gehen will, dass es im Ernstfall gefunden wird, kann es beim Zentralen Testamentsregister erfassen lassen. Die Gebühr für eine solche Registrierung beträgt 15 Euro für ein notarielles Testament und 18 Euro für ein privatschriftliches Testament.

4. Anwalt für Erbrecht kontaktieren!
Im Zweifel wenden Sie sich bei allen Fragen zum Testament vertrauensvoll an einen Anwalt für Erbrecht. Dieser berät Sie kompetent und erfahren, damit Ihr letzter Wille in Erfüllung geht!


TOP-Fehler beim Testament

Fehler bei der Erstellung eines Testamentes können nach dem Tod des Erblassers nicht mehr geheilt werden. Daher aufgepasst – folgende Fehler-Klassiker können leicht vermieden werden:

Top-Fehler: Testament mit Computer geschrieben

Immer wieder kommt es vor, dass Erblasser ihre letztwillige Verfügung mit dem Computer schreiben und dann handschriftlich unterschreiben. Das macht das Testament ungültig! Das Testament muss in Gänze handschriftlich verfasst und unterschrieben sein.

Top-Fehler: Steuerliche Nachteile nicht bedacht

Insbesondere beim Berliner Testament denken viele Ehepaare nicht an die steuerlichen Auswirkungen für den längerlebenden Ehegatten und die Nachkommen. So geht etwa den gemeinsamen Kindern der Freibetrag bei der Erbschaftssteuer beim Tod des erststerbenden Elternteils verloren. Wer ein Berliner Testament erstellen möchte, sollte sich unbedingt von einem Anwalt für Erbrecht beraten lassen.

Top-Fehler: Ehegatte ändert Berliner Testament alleine

Ein gemeinschaftliches Testament, wie das Berliner Testament, kann auch nur gemeinschaftlich geändert oder widerrufen werden. Beide Ehegatten sind an das Berliner Testament gebunden.

Top-Fehler: Widerruf alter Testamente fehlt

Wer eine alte eigenhändige letztwillige Verfügung durch ein neues Testament ersetzt, sollte dies im aktuellen Testament unbedingt handschriftlich mit „alle vorherigen Verfügungen werden widerrufen“ vermerken. Ansonsten ist im Erbfall unter Umständen nicht klar, welche Version gelten soll.

Top-Fehler: Mehrere Testamente ohne Datum

Werden mehrere Testamente gefunden und fehlt bei einem oder mehreren Testamenten das Datum, gilt im Zweifel das jüngste Testament. Aus diesem Grund sollten alle Testamente unbedingt eine Datumsangabe beinhalten.

Top-Fehler: Falscher Aufbewahrungsort

Viele Testamente werden nicht geeignet aufbewahrt. Entweder ist das Testament so gut versteckt, dass es nicht gefunden werden kann oder es ist zu leicht auffindbar und kann so schnell in die Hände Unbefugter gelangen, die es unterschlagen. Der sicherste Aufbewahrungsort ist die amtliche Hinterlegung beim Nachlassgericht.




Anwalt konsultieren - was ist zu beachten?

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Häufige Fragen und Antworten zum Testament


+ Testament - was beachten?

Beim eigenhändigen Testament müssen unbedingt die Formerfordernisse – handschriftlich, Name, Ort, Datum, leserlich und eindeutig - eingehalten werden. Lesen Sie dazu oben mehr.



+ Testament - wie verfassen?

Ein Testament kann vom Erblasser selbst – eigenhändig – oder vor einem Notar – öffentlich - verfasst werden.



+ Testament - wie eröffnen?

Das Standesamt teilt dem Nachlassgericht den Tod des Erblassers mit. Der Rechtspfleger des Nachlassgerichtes kontrolliert die Unversehrtheit und den Inhalt des Testaments. Erben und Vermächtnisnehmer werden über die Erbschaft und die Testamentseröffnung in Kenntnis gesetzt. In einem Testamentseröffnungstermin wird der Inhalt des Testament verlesen.



+ Testament - wie hinterlegen?

Das Testament kann an einem sicheren Versteck zu Hause hinterlegt werden. Dann empfiehlt sich zumindest eine Registrierung im Zentralen Testamentsregister. Die sicherste Aufbewahrung ist die Verwahrung beim Nachlassgericht.



+ Testament - wie anfechten?

Ein Testament kann von den Erben oder Pflichtteilsberechtigten beim zuständigen Nachlassgericht mit einer Anfechtungserklärung innerhalb eines Jahres ab Kenntnis über den Anfechtungsgrund angefochten werden.



+ Testament - wie richtig schreiben?

Das Erstellen eines rechtsgültigen Testaments ist mitunter nicht einfach. Ein Anwalt für Erbrecht hilft Ihnen als Testamentsexperte Ihren letzten Willen umzusetzen.



+ Testament - wen informieren?

Wer ein Testament nach einem Todesfall findet, hat die gesetzliche Pflicht es beim Nachlassgericht unverzüglich abzugeben.




erstmals veröffentlicht am 26.03.2019, letzte Aktualisierung am 27.09.2019

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