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Was ist eine Erpressung im Gegensatz zu Betrug, Raub oder Nötigung?

Letzte Aktualisierung am 07.03.2017 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Wie ist die Erpressung definiert?

Bei der Erpressung im strafrechtlichen Sinn wird das Opfer durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung oder zum Nichtstun bewegt. Hinzukommt, dass der Erpresser sich selbst oder einen Dritten mit der Erpressung bereichern will. Klassischer Fall sind Schutzgeldforderungen: Einem Pizzeria-Betreiber wird angedroht, dass sein Laden in die Luft fliegt, wenn er nicht einen bestimmten Geldbetrag zahlt.

Strafmaß für eine Erpressung

Die Erpressung wird mit einem Strafmaß von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder mit einer Geldstrafe geahndet. Auch die versuchte Erpressung ist strafbar!

Strafmaß für besonders schwere Erpressungen

Immer dann, wenn der Erpresser gewerbsmäßig erpresst oder eine Bande gegründet wurde, um die Erpressungen zu begehen, liegt ein besonders schwerer Fall der Erpressung vor. Hier liegt das Strafmaß nicht unter einem Jahr Freiheitsstrafe. Eine Qualifizierung stellt die räuberische Erpressung dar. Bei der einfachen Erpressung droht der Täter mit einem empfindlichen Übel – etwa einem Kratzer am Porsche. Bei der räuberischen Erpressung ist es erforderlich, dass der Täter mit einer Gefahr für Leib und Leben droht.

Räuberische Erpressung oder Raub - was ist der Unterschied?

Schwierig ist häufig die Abgrenzung zwischen räuberischer Erpressung und Raub. Entscheidend für diese Beurteilung ist das äußere Erscheinungsbild der Tat. Schlägt ein Täter einen Tankstellenkassierer zusammen und nimmt sich Zigaretten und Schnaps aus den Regalen der Tankstelle, liegt ein Raub vor. Schlägt der Täter den Tankstellenkassierer zusammen und droht ihm das wieder zu tun, wenn er ihm nicht Zigaretten und Schnaps gibt, liegt eine räuberische Erpressung vor. Auch das Abzocken von Jugendlichen erfüllt den Tatbestand der räuberischen Erpressung: „Handy, Geld und Zigaretten her – sonst hauen wir dir eins auf die Schnauze“ – reicht für eine räuberische Erpressung, wenn das Opfer die geforderten Dinge aushändigt. Gleiches gilt für den Banküberfall, bei dem der Kassierer mit vorgehaltener Waffe genötigt wird das Geld auszuhändigen. In allen diesen Fällen handelt das Opfer aus Angst um Leib und Leben. Bestraft wird die räuberische Erpressung wie der Raub – also mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen Erpressung oder Nötigung?

Ob eine Nötigung oder eine Erpressung vorliegt, ist für ein Opfer oft nur schwer einzuschätzen. Einfach gesagt, kommt es dem Täter bei einer Erpressung auf einen Vermögensvorteil an - bei einer Nötigung nicht. Wenn also ein Vermieter einem Mieter den Strom abstellt um ihn zum Auszug zu bewegen, liegt darin eine Nötigung und keine Erpressung, wenn der Vermieter vom Auszug des Mieters keinen Vermögensvorteil hat.

Was ist ein Betrug im Unterschied zur Erpressung?

Ein Betrug ist im Gegensatz zur Erpressung immer dann anzunehmen, wenn nicht eine Nötigung, sondern eine Täuschung einen Vermögensschaden verursacht hat. Ein klassischer Betrugsfall ist der sog. Enkeltrick: Ein Täter gibt sich gegenüber alten Menschen als ein naher Verwandter aus, um von ihnen Bargeld oder Wertsachen zu bekommen. In diesem Fall führt die Täuschung über die Person – und nicht Gewalt oder Drohung - zur Veräußerung des Vermögens.

Bei Verdacht auf Erpressung auf jeden Fall zum Anwalt

Wer Opfer einer Erpressung wurde oder glaubt erpresst zu werden, sollte sich an die Polizei oder an einen Anwalt wenden. Der wird überprüfen, ob der Tatbestand der Erpressung tatsächlich gegeben ist und wie am besten weiter vorzugehen ist. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Strafrecht in Ihrer Nähe!