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Die Fahrerlaubnis ist eine Urkunde

Letzte Aktualisierung am 02.05.2016 / Lesedauer ca. 2 Minuten

Voraussetzungen für die Fahrerlaubnis

Die Fahrerlaubnis ist die behördliche Berechtigung, ein Fahrzeug einer bestimmten Klasse zu führen. Diese Erlaubnis ist an eine Prüfung gebunden, in der die Fahreignung nachgewiesen werden muss. Geeignet ist beileibe nicht jeder; es gibt klare Voraussetzungen wie z.B. ein Mindestalter (unterschiedlich für verschiedene Führerscheinklassen), die körperliche, charakterliche und geistige Eignung, (zu der selbstverständlich ausreichendes Sehvermögen samt Sehtest gehören), eine Ausbildung in Erster Hilfe und ein Inlandswohnsitz. Sind diese Voraussetzungen gegeben, müssen schließlich in einer Führerscheinprüfung ausreichende praktische und theoretische Kenntnisse nachgewiesen werden.

Rechtliche "Updates" für die Fahrerlaubnis

Die Bestimmungen rund um Führerschein und Fahrerlaubnis verändern sich immer wieder. Dynamik entsteht z.B. durch Anpassung an die Verkehrsbedingungen, leistungsfähigere Fahrzeuge, soziale und technische Entwicklungen (Handy am Steuer) usw. Die Einteilung in Fahrerlaubnisklassen, das begleitete Fahren, die Null-Promille-Grenze, die Reform des Bußgeldkataloges mit neuer Punktetabelle und Fahreignungsregister (früher: Verkehrszentralregister) sind Beispiele dafür. Was nur wenige wissen: Seit der Führerscheinreform (Anfang 2013) haben Führerscheine eine begrenzte Lebensdauer von 15 Jahren. Nach Ablauf dieser Frist ist der Führerschein zu erneuern - wohlgemerkt: das Führerschein-Dokument, nicht die Fahrerlaubnis.

Wenn der Führerschein weg ist

Verstöße im Verkehrsrecht werden nach einem Punktesystem sanktioniert. Verkehrssünder akkumulieren Punkte, die nur durch Verjährung oder durch den (freiwilligen) Besuch eines Fahreignungs-Seminars abgebaut werden können. Bei zu vielen Punkten droht der Entzug der begehrten Fahrerlaubnis. Das kann weit schneller gehen als erwartet. Schon mehrere kleine Dummheiten können genügen. Besonders gefährlich: Jeder Inhaber einer Fahrerlaubnis sollte seinen Punktestand kennen. Ab 6 Punkten kann ein einziger weiterer Verkehrsverstoß ausreichen, denn bereits ab 8 Punkten ist der Führerschein weg, zumindest meist auf Zeit. Der Führerscheinentzug unterliegt dem Verwaltungs- bzw. dem Strafrecht. Ist der "Deckel" erst weg ("Entziehung der Fahrerlaubnis"), bekommt man ihn nach Ablauf der Sperrfrist nicht etwa automatisch zurück. Er wird nur auf Antrag neu erteilt. Die dafür zuständige Behörde überprüft erneut, ob die Fahreignung gegeben ist. Das kann durch eine Fahrerlaubnisprüfung oder eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) geschehen.

Fahren ohne Fahrerlaubnis

Dumm ist, wer ohne Fahrerlaubnis fährt, sei sie auf Zeit entzogen oder niemals vorhanden gewesen, denn das ist nach deutschem Recht eine Straftat mit den entsprechenden Konsequenzen bis hin zur Freiheitsstrafe.

Welche Fahrzeuge benötigen keinen Führerschein?

Ohne Fahrerlaubnis fahren, darf man aber trotzdem. Neben Fahrrädern ist dies sogar auch für motorgetriebene Fahrzeuge gestattet ("erlaubnisfreie Kraftfahrzeuge"), und zwar für Mofas, bestimmte Zug- und Arbeitsmaschinen usw.

Ausweg EU?

Findige Autofahrer blinzeln schon mal ins EU-Ausland, wenn ihnen hierzulande der Führerschein entzogen wurde. Schließlich gilt der neue EU-Führerschein seit 2013 einheitlich für alle EU-Mitgliedstaaten. Wer sich aber illegal im Ausland einen Führerschein beschafft, obwohl er zu Hause eine Ordnungswidrigkeit absitzen muss, der muss mit einer weiteren Strafverfolgung rechnen!

Anwalt Verkehrsrecht

Fahrerlaubnis und Führerschein sind eine wichtige Sache, für manche Menschen sogar existenziell wichtig. Lassen Sie sich gleich von einem Fachmann beraten, am besten von einem Rechtsanwalt für Verkehrsrecht in Ihrer Nähe!