anwaltssuche

Anwalt Führerschein

Hier finden Sie zum Anwalt für Verkehrsrecht in Ihrer Nähe. Suchen Sie nach Plz, Ort oder nutzen Sie die Filter.

Filtern nach Ballungsraum
Filtern nach Ort alphabetisch

Der Führerschein aus rechtlicher Sicht

Führerschein – EU-weit harmonisiert

Der Schein ist schon lange kein Schein mehr sondern ein Plastikkärtchen, das inzwischen auch von den EU-Harmonisierungsbestrebungen erfasst und entsprechend umgestaltet wurde. So ist er leicht lesbar, der Führerschein, für alle Polizisten innerhalb der Europäischen Union, die vor der Führerscheinreform in der Lage sein mussten, 110 europäische Führerscheine nicht nur zu unterscheiden sondern auch deren Echtheit zu überprüfen - eine wahre Herkulesaufgabe. Inzwischen ist der „harmonisierte“ Führerschein auch EU-weit anerkannt, mitsamt den auf der Rückseite aufgedruckten Fahrzeugklassen. Auch die sind harmonisiert. Lediglich für den Erwerb des Führerscheins gelten europaweit unterschiedliche Anforderungen. In einigen Ländern soll es einfacher, in anderen wiederum schwerer sein als in Deutschland. Führerschein ist also doch noch nicht so ganz Führerschein.

Führerschein und Fahrerlaubnis

Zunächst aber muss mit einem fest zementierten Sprachirrtum aufgeräumt werden: Führerschein und Fahrerlaubnis sind nicht das gleiche - nicht einmal annähernd, auch wenn beide Begriffe umgangssprachlich nahezu synonym gebraucht werden. Der Führerschein (der „Lappen“) ist eigentlich nur die Beweis-Urkunde dafür dass man eine Fahrerlaubnis besitzt. Die Fahrerlaubnis dagegen ist die behördlich erteilte Erlaubnis ein Kraftfahrzeug führen zu dürfen. Wer also demnächst „seinen Führerschein macht“ ist in Wirklichkeit drauf und dran, seine Fahrerlaubnis zu erwerben.

Wenn Führerschein / Fahrerlaubnis entzogen werden

Wichtige Unterschiede gibt es damit logischerweise auch beim (behördlich angeordneten) Verlust derselben: Auch hier muss unterschieden werden zwischen dem Entzug der Fahrerlaubnis und dem Führerscheinentzug (der korrekt eigentlich Fahrverbot heißt). Bei einem Führerscheinentzug / Fahrverbot wird der Führerschein auf Zeit entzogen. Während der Zeit des Fahrverbots kassiert die Behörde den Führerschein (sie nimmt ihn in Verwahrung). Der Führerscheininhaber darf in der gesamten Zeit, für die das Fahrverbot ausgesprochen wurde, kein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr fahren. Im Klartext: nicht einmal ein Mofa. Alle motorgetriebenen Fahrzeuge sind tabu, auch Elektrofahrzeuge. Als Verkehrsmittel bleibt das Fahrrad. Einziger Trost. Das Fahrverbot ist eine Zeitstrafe, deren Ende absehbar ist. Viel wichtiger ist aber, dass die Fahrerlaubnis während des Fahrverbotes erhalten bleibt (auch wenn sie einem nichts nützt). Wird dagegen die Fahrerlaubnis entzogen, verliert man die staatliche Genehmigung zum Führen von Kraftfahrzeugen völlig. Dann darf man zwar Mofa fahren (ein fahrerlaubnisfreies Fahrzeug), ob das aber ein Trost ist, sei dahingestellt. Rechtlich gesehen ist der Entzug der Fahrerlaubnis die entschieden festere Ohrfeige. Sie wird verhängt bei schwerwiegenden Verstößen wie zum Beispiel Fahrerflucht, Trunkenheitsfahrten, unterlassene Hilfeleistung usw. Nach Ablauf einer Sperrfrist kann sie neu erworben werden. In extremen Fällen kann aber auch eine Sperre auf Lebenszeit verhängt werden.

Führerschein und Fahrzeugklassen

Auf der Rückseite des EU-Führerscheins sind die europaweit einheitlichen Fahrzeugklassen aufgedruckt. Die Erteilung einer Fahrerlaubnis ist stets an eine bestimmte Fahrzeugklasse gebunden. Das ist in der Urkunde, dem Führerschein, verzeichnet und sichtbar dokumentiert. Alle Fahrerlaubnisklassen, die der Führerscheininhaber fahren darf, sind in einem Führerschein-(Dokument) verzeichnet. Es gibt also nicht den „LKW-Führerschein“ und den „Motorradführerschein“ als getrennte Dokumente.

Führerschein und Fahrverbot

Ein Fahrverbot (also ein - meist vorübergehender - Entzug des Führerscheins) kann verhängt werden, wenn man sich als Fahrer gravierende Verkehrsverstöße zuschulden kommen lässt. Bei kleineren Verstößen bleibt es bei einem Bußgeld. Doch Kleinvieh macht auch Mist: Kleinere Verstöße können mit Strafpunkten im Fahreignungsregister (Flensburg) belegt werden. Sammel-Leidenschaft wird bestraft: Wer es dort auf mehr als 8 Strafpunkte bringt, kassiert in der Regel ebenfalls ein Fahrverbot.

Zum Anwalt – der hilft Ihnen weiter!

Wer durch den Entzug der Fahrerlaubnis / des Führerscheins zum Fahrrad- oder Mofafahren verdammt ist verliert nicht nur seine Mobilität, sondern möglicherweise auch seinen Job. Es ist daher anzuraten, bei Konflikten um dieses Thema einen Spezialisten aufzusuchen und sich beraten zu lassen, am besten noch bevor die Behörden klare Tatsachen schaffen. Wenden Sie sich also gleich an einen Fachmann, eine Anwalt für Verkehrsrecht. Bei uns finden Sie einen gleich in Ihrer Nähe.

Letzte Aktualisierung am 2016-09-13

Weiterführende Informationen
Das könnte Sie auch interessieren
Zu schnell gefahren, ein Bier zu viel: Es gibt viele Gründe, warum man im Straßenverkehr straffällig geworden ist. Wer berufsbedingt auf sein Auto angewiesen ist oder direkt damit Geld verdient, für den hat ein Führerscheinentzug existenziellen Charakter. (vom 23.05.2017) mehr...
Auch ein geringer Promille-Wert führt bereits zu empfindlichen Geld- und Punktestrafen, zum Entzug des Führerscheins oder/und sogar zu einer Gefängnisstrafe. Was viele nicht wissen: Nicht nur hinterm Autolenkrad ist Alkohol trinken verboten, sondern auch hinterm Fahrradlenker. (vom 28.04.2016) mehr...
Wenn der Führerschein bestanden ist, ist die Prüfung noch nicht ganz vorbei. Denn dann beginnt die Führerschein-Probezeit. Diese dauert für Fahranfänger zwei Jahre. Auf welche Dinge nun geachtet werden muss und was passiert, wenn´s passiert ist, erfahren Sie hier. (vom 09.05.2016) mehr...
Wer im Straßenverkehr die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, erhält unter Umständen "Punkte in Flensburg". Zum 01. Mai 2014 wurde das Zentralregister reformiert. Kurz gesagt gibt es weniger Punkte, diese haben aber schneller härtere Konsequenzen. (vom 11.07.2017) mehr...
Der neue EU-Führerschein von 2013 soll die Welt erneut ein wenig fälschungssicherer machen. Bei ihm gibt es allerdings noch einen entscheidenden Unterschied zu allen früheren Modellen - und das betrifft jeden Führerscheinbesitzer nach exakt 15 Jahren. (vom 02.05.2016) mehr...
Die Fahrerlaubnis ist ein begehrtes Dokument. Ihr Erwerb ist nicht gerade billig; für viele Menschen ist sie eine Voraussetzung für den täglichen Weg zur Arbeit, für Berufskraftfahrer die Erwerbsgrundlage. Was tun, wenn die Fahrerlaubnis entzogen wird? (vom 02.05.2016) mehr...
Wer in Deutschland eine Fahrerlaubnis erwirbt, bekommt sie zunächst für zwei Jahre auf Probe. Wer in dieser Zeit Verkehrsverstöße begeht, wird mit einer Verwarnung bestraft, eine freiwillige verkehrspsychologische Beratung kann helfen, dass es dabei bleibt. (vom 05.09.2016) mehr...
Das Führen eines Kraftfahrzeugs unter Drogen ist kein Kavaliersdelikt. Der Gesetzgeber sieht empfindliche Strafen für Drogen am Steuer vor. In aller Regel kann man mit einem Verlust des Führerscheins rechnen. (vom 18.08.2016) mehr...
Gegen Bußgeldbescheide Einspruch einzulegen, kann sich lohnen. Denn auch technische Messgeräte können einen schlechten Tag haben. Wenn Sie also das Gefühl haben, es ging nicht mit "rechten Dingen" zu, lohnt sich eine professionelle Überprüfung. (vom 02.05.2016) mehr...
Wer beruflich oder privat auf das Auto angewiesen ist, dem rutscht bei einem drohenden Entzug seiner Fahrerlaubnis das Herz erst einmal in die Hose. Gründe, Auswirkungen und Möglichkeiten aus rechtlicher Perspektive erhalten Sie hier. (vom 17.05.2016) mehr...
Expertentipps zu Auto & Verkehr

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung