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Nachlassgericht sollte jeder Erbe kennen

Letzte Aktualisierung am 15.06.2016 / Lesedauer ca. 2 Minuten
Erben ist nicht leicht: Es geht nicht aufwandslos oder ohne eigene Bemühungen. Dabei fallen alle Notwendigkeiten und Aktivitäten rund um einen Nachlass in eine Zeit, die trauervoll ist und in der man wenig Energie für Formalitäten aufbringen kann. Doch ohne die geht es leider nicht. Anlaufstation in Sachen menschlicher Endlichkeit ist das Nachlassgericht. Es regelt formale rechtliche Angelegenheiten, die mit dem Tod eines Menschen und den Werten verbunden sind, die dieser Mensch hinterlässt.

Nachlassgericht: wichtig für das Testament

Die weithin bekannte, traurige Erbenversammlung, die im Büro eines würdigen, graumelierten Notars auf die Eröffnung des Testaments wartet, ist nichts weiter als Fernsehrealität. Allein das Nachlassgericht ist für die Eröffnung des Testaments zuständig - sofern ein Testament existiert bzw. aufzufinden ist. In diesem Fall ist es unverzüglich beim Nachlassgericht abzuliefern. Wenn der Verblichene überhaupt ein Testament hinterlassen und amtlich eingereicht hat, ist dies dem Nachlassgericht bekannt (über ein zentrales Register). Es setzt dann einen Termin für die Testamentseröffnung fest, zu der alle Erben geladen werden. Testamente können auch direkt beim Nachlassgericht hinterlegt werden.

Nachlassgerichte stellen Erbscheine aus

Weil Erben in der Regel sofort die dringendsten Nachlass-Angelegenheiten (Beerdigung, Beendigung von Mietverhältnissen etc.) regeln müssen, stellt das Nachlassgericht einen Erbschein aus, mit dem sich ein Erbe als Rechtsnachfolger des Verstorbenen ausweisen und im Sinne seines letzten Willens handeln kann.

Wenn einer nicht erben will...

Wem der Erbonkel statt dem erhofften Haus und dem opulenten Vermögen nur Hypotheken und Schulden hinterlässt, haftet auch für diese Verbindlichkeiten. Wege aus der Haftung: Erbe ausschlagen, die Nachlassverwaltung oder eine Nachlassinsolvenz beantragen, die davor schützen mit dem Privatvermögen herangezogen zu werden. Für alle diese Rechtsangelegenheiten ist das Nachlassgericht die verantwortliche Adresse.

Was passiert, wenn keine Erben vorhanden sind?

Erben unbekannt oder verzogen? Damit auch in diesem Fall alles nach Recht und Gesetz abläuft, ist das Nachlassgericht verpflichtet, Erben zu ermitteln um die gesetzliche Erbfolge festzustellen. Das kann mitunter sehr lange dauern - oder es kann erfolglos enden. Sind keine Erben zu ermitteln, fällt das gesamte schuldenfreie Vermögen an den Staat.

Am besten zum Anwalt

Das Erbrecht ist eine komplexe Materie. Ihre Rechtsposition gegenüber Nachlassgerichten kann nur ein versierter Anwalt überblicken. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Erbrecht in Ihrer Nähe!


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