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Anwalt befristeter Arbeitsvertrag Frankfurt am Main Ost

Rechtsanwältin Verena Wenzel
Rechtsanwältin Verena Wenzel
Rechtsanwältin · Fachanwältin für Sozialrecht
Turmstrasse 5, 60385 Frankfurt am Main
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Info zu befristeter Arbeitsvertrag in Frankfurt am Main Ost
Der "Normalfall" in einem Arbeitsverhältnis ist der unbefristete Vollzeit-Arbeitsvertrag. Oder war - denn inzwischen werden immer mehr Arbeitsverträge befristet abgeschlossen. Glaubt man aktuellen Statistiken, ist heute jeder zweite neu abgeschlossene Arbeitsvertrag befristet, eine Verdreifachung innerhalb der letzten 20 Jahre. Frauen, Ausländer und jüngere Arbeitnehmer werden am häufigsten befristet eingestellt.

Ein zeitlich befristeter Arbeitsvertrag braucht keine Kündigung. Er läuft zum Ende der vereinbarten Frist aus, ohne dass eine der beiden beteiligten Parteien etwas tun müsste. Ein so genannter zweckbefristeter Arbeitsvertrag läuft dann aus, wenn das Ereignis eintritt, auf Grund dessen die Befristung vereinbart wurde (z.B. wenn der erkrankte Kollege, den man vertritt, wieder gesund ist). In der Regel können befristete Arbeitsverträge nicht vorzeitig ordentlich gekündigt werden.

Ein befristeter Arbeitsvertrag kann aus mehreren Gründen im Interesse des Arbeitgebers (AG) liegen, etwa wenn eine Stelle nicht dauerhaft sondern nur vorübergehend eingerichtet werden kann (kein weiterer betrieblicher Bedarf) oder die Wirtschaftslage unsicher ist und die Ausgaben für Gehälter niedrig bleiben sollen. Auch ein Vorteil: Einen Mitarbeiter, der befristet eingestellt wird, kann man länger "beobachten" und so die Entscheidung für seine Eignung auf die lange Bank schieben - durchaus eine Risikominderung aus Arbeitgebersicht. Auch bei anderen Bedarfslagen (Elternzeit-Vertretung, erkrankte Kollegen) sind Befristungen für Arbeitgeber attraktiv.

Beide Vertragsparteien sollten die Rechtslage kennen, wenn es um befristete Verträge geht. Eine Befristung ist möglich, wenn diese durch einen sachlichen Grund ("Sachgrund") gerechtfertigt ist. Ist ein solcher vorhanden, muss die Befristung schriftlich vereinbart werden. Sachgründe können z.B. sein: vorübergehender Arbeitskräftebedarf, eine Erstanstellung (im Anschluss an Ausbildung oder Studium), eine Vertretung (Mutterschaft, Krankheit, Urlaub), die Erprobung des Arbeitnehmers, Zweckbindung von Haushaltmitteln (Etats oder finanzielle Ressourcen stehen nur begrenzt zur Verfügung) usw. Es gibt weitere mögliche (Sach-)Gründe.

Befristungen ohne sachlichen Grund sind ebenfalls möglich, allerdings nur bei Neueinstellungen. Sie gelten für maximal zwei Jahre und dürfen in dieser Zeit dreimal verlängert werden. Unter bestimmten Bedingungen sind auch Kettenbefristungen möglich (mehrfache Verlängerung mit Sachgründen). Wer einen befristeten Arbeitsvertrag abschließt, sollte vorsichtig sein: Wichtig und entscheidend für eine rechtswirksame Befristung können winzige Feinheiten sein. Ist die Befristung dann rechtsunwirksam, ist der Vertrag nicht etwa ungültig. Er gilt dann unbefristet und mit dem vollen Kündigungsschutz.

Bei Fragen rund um den befristeten Arbeitsvertrag empfehlen wir einen Anwalt für Arbeitsrecht. Sie finden ihn gleich hier in Frankfurt am Main Ost
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