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Anlagebetrug: Wenn die Aussichten zu schön sind

Letzte Aktualisierung am 20.09.2016 / Lesedauer ca. 2 Minuten

Die Privatbank der Adele Spitzeder

Hätte man diese Geschichte erfunden, würde sie niemand glauben: Eine mittellose Schauspielerin kommt nach München, gründet eine Bank und sammelt Geld ein, von dem sie (sehr gut) lebt. Ihre Anleger erhalten äußerst attraktive Zinsen - Geld neugeworbener Anleger und diese wiederum von neuen Anlegern und so weiter und so weiter - ein klassisches Schneeballsystem. Adele Spitzeder kommt auf diese "Geschäftsidee" 1869. Drei Jahre lang geht das gut. 1872 wird sie schließlich verhaftet und zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt - übrigens ein noch heute gültiges Strafmaß. Doch der Reihe nach.

Was unterscheidet den Anlagebetrug vom Betrug?

Betrug bedeutet im strafrechtlichen Sinne, die Täuschung eines Opfers, um an dessen Vermögen zu kommen oder sich an ihm auf eine sonstige Art und Weise zu bereichern. Anlagebetrug ist eine Form des Betrugs. Dabei versucht der Täter mit falschen Anlageversprechungen an das Geld der Opfer zu gelangen. Beliebt ist das oben bereits vorgestellte Schneeballsystem: Den ersten Anlegern werden extrem attraktive Renditen mit dem Geld neuer Opfer gezahlt. Meist hat der oder die Täter das Geld aller Opfer gar nicht angelegt, sondern für den eigenen Wohlstand ausgegeben. Damit wird den Opfern suggeriert, wie gut die Anlageform funktioniert. Dass Villa, Hubschrauber und Luxusautos direkt von den Opfern bezahlt wurden, dass fällt meist viel zu spät auf - und der Schock sitzt tief, wenn die Anleger begreifen, dass sie keine cleveren Anlagestrategen sind, sondern schlicht und ergreifend einem Betrüger aufsaßen.

Grauzone grauer Kapitalmarkt

In der Praxis verschwimmen die Grenzen zwischen AnlageBETRUG und schlechter Anlageform häufig. Oder was wäre für Sie eine Anlageform mit extrem hohen Gebühren und sehr geringer Rendite - Anlagebetrug oder doch nur eine ungünstige Anlage? Landläufig hat sich hierfür der Begriff "legaler Betrug" durchgesetzt. In dieser Grauzone ist es verständlicherweise schwierig, die Grenze zum tatsächlichen Anlagebetrug zu finden. Doch es bedeutet nicht, dass es keine Möglichkeiten gibt, juristisch gegen Anlagebetrügern vorzugehen.

Rechtliche Möglichkeiten

Das Strafgesetzbuch kennt den Kapitalanlagebetrug. Dabei genügt es im Zusammenhang mit einer Anlage in einem Prospekt oder ähnlichem entweder unrichtige vorteilhafte Angaben getätigt oder nachteilige Tatsachen verschwiegen zu haben. Dann ist eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe möglich. Dem gegenüber muss beim allgemeinen Betrug tatsächliche Täuschung nachgewiesen werden. Experten kritisieren deshalb den Begriff "Kapitalanlagebetrug" als irreführend und finden den Begriff Prospektbetrug passender.

Was das für Sie bedeutet

In der Praxis müssen Sie als Geschädigter "lediglich" nachweisen, durch einen entsprechend formulierten Prospekt zu einer für Sie nachteiligen Geldausgabe gebracht worden zu sein. Sammeln Sie vor oder nach dem Anlegen alle Beweise des vermeintlichen Anlagebetrügers; das heißt alle Prospekte, Formulare, Flyer, E-Mails, Kurznachrichten oder ähnliches. Sollten Ihnen diese nicht mehr vorliegen, versuchen Sie andere Anleger aufzuspüren, um an das entsprechende Beweismaterial zu kommen. Schließen Sie sich zusammen und gehen Sie gegen den Betrüger gemeinsam vor. Kompetente Anwälte mit Spezialisierung auf Anlagebetrug finden Sie in Ihrer Nähe hier bei anwaltssuche.de.


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