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Auch das digitale Erbe braucht ein Testament

Letzte Aktualisierung am 22.06.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Erben erben alles: Vermögen, Grundstücke, Häuser, Verpflichtungen, Schulden - potenziell alles, was der Vererbende hinterlassen hat. Sie erben auch etwas, woran selten jemand denkt, und was sich als Danaergeschenk herausstellen kann: Den gesamten digitalen Nachlass des Vererbenden inklusive E-Mailkonten, Accounts in sozialen Medien, Online-Datenspeicher, laufende Verträge mit Internet-Anbietern, die Webseite(n) des Verstorbenen, Abos bei Anbietern, die zweifelhafte Dienste anbieten, usw. Kurz gesagt: Beim digitalen Erbe treten Erben in die Rechtsstellung des Toten ein, so will es das Gesetz. Das tun sie mit allen Konsequenzen.

Wo sind die Passwörter?

Das Problem dabei: Nur ca. 30 Prozent aller Vererbenden hinterlassen überhaupt ein gültiges Testament, und ein noch geringerer Teil denkt an das digitale Erbe. Wollen Erben den digitalen Nachlass sichten, überblicken und letztlich übernehmen (weil sie es müssen), benötigen sie Passwörter, Profilnamen, Kontonummern und Dokumentation. Doch die gibt es selten, noch seltener geordnet. Zu allem Übel hat der Verstorbene alles auf seinem Rechner abgespeichert. Der ist geschützt durch ein Passwort, das keiner kennt.

Den digitalen Nachlass übernehmen - das kann mühsam sein

Manche Erben sehen es als eine Art Vertrauensbruch an, die digitale Hinterlassenschaft des Verstorbenen zu sichten. Sie wollen nicht wissen, wo und in welchen Kreisen er unterwegs war, wollen keine Überraschungen erleben, keine peinlichen Abos kündigen. Sie empfinden die Sichtung als Schnüffelei, als Einbruch in die Privatsphäre des Erblassers. Jeder Erblasser tut seinen Erben daher einen großen Gefallen, wenn er noch zu Lebzeiten verfügt, was mit seiner digitalen Hinterlassenschaft geschehen soll, wer sie sichtet, und wie sie zugänglich gemacht werden kann. Empfohlene Vorsorgemaßnahme: Eine Auflistung aller Konten, Profile und Dienste erstellen; alle Zugangsdaten so aufbewahren, dass sie zwar geschützt aber gut zu finden sind. Gut und auch sinnvoll wäre es, dies alles als Anlage zum Testament, nämlich als "digitales Testament" aufzubewahren.

Vertrag ist Vertrag - die Pflichten der Erben

Das Gesetz ist eher humorlos, wenn es um das digitale Vermächtnis von Menschen geht. Wer die Rechtsnachfolge eines Toten antritt und gerade noch mit der eigenen Trauerarbeit beschäftigt ist (man kann natürlich das Erbe auch ausschlagen), muss anstelle des Verstorbenen handeln, auch was dessen Internet-Aktivitäten anbetrifft: Er muss die Waren annehmen und bezahlen, die online bestellt wurden, ausliefern, was der Verstorbene bei einer Ebay-Auktion verkauft hat usw. Ein Grund mehr für die Erben, möglichst schnell die Verfügungsmöglichkeit über den digitalen Nachlass zu erlangen und handlungsfähig zu werden.

Materielles und digitales Erbe

Ganz offensichtlich kann ein Erbe bewegliche "Sachen" des Verstorbenen samt den daran gebundenen Verpflichtungen übernehmen. Schwieriger ist das in der virtuellen Welt: Hier handelt es sich um Daten. Doch das, was für Aufzeichnungen, Fotos und Briefe in Papierform selbstverständlich ist, gilt auch für digitale Werte. Das Gesetz gibt vor, dass der digitale Nachlass so behandelt wird wie der materielle. Was der Verstorbene in der digitalen Welt an Posts, Fotos, Manuskripten etc. hinterlässt, ist der Erbmasse zuzurechnen und gehört eigentlich den Erben.

Ein großes Problem: Die AGB des Betreibers

Eigentlich. Denn manche E-Mail Provider, Social Network Portale etc. machen es den Hinterbliebenen schwer. Der Verstorbene hat zu Lebzeiten AGB unterschrieben, in denen er zugestimmt hat, wie ein Provider im Todesfall mit seinen Daten bzw. Accounts verfahren darf. Es dürfte schwer bis unmöglich sein, diese Vereinbarungen zu umgehen. Die AGB mancher Diensteanbieter geben vor, dass bestehende Verträge des Verblichenen auf die Erben übergehen und von diesen weitergeführt werden, bis sie gekündigt werden. Andere Verträge wiederum erlöschen im Todesfall - was es den Erben schwer bis unmöglich machen kann, ihr Recht auf die Daten des Verstorbenen geltend zu machen. Das kann zum Beispiel auch für bestehende Guthaben gelten, auf die ein Erbe dann nicht zugreifen kann.

Digitales Erbe - ein unterschätztes Problem

Die Problematik um die digitalen Hinterlassenschaften Verstorbener wird sehr stark unterschätzt. Ohne entsprechende Verfügung und Dokumentation haben Erben kaum eine Chance, Zugriff und Überblick zu erhalten; die Übernahme oder das Löschen von Daten und Konten kann dadurch schwierig bis unmöglich sein. Hier kann ein Rechtanwalt den Erben über die schlimmsten Hürden helfen.

Vorbeugen mit einem digitalen Testament

Sichere Abhilfe bringt ein digitales Testament, das der Erblasser am besten zusammen mit seinem regulären Testament verfasst und aufbewahrt. Es enthält die wesentlichen Verfügungen, was mit dem digitalen Erbe zu geschehen hat; ebenso einen vollständigen Überblick über digitale Aktivitäten und Zugänge. Auch hier kann ein Anwalt für Erbrecht umfassend beraten und unterstützen. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Erbrecht in Ihrer Nähe!


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