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Wann Sie ein Erbe unbedingt ausschlagen sollten

Letzte Aktualisierung am 2018-06-05 / Lesedauer ca. 2 Minuten
Der Gesetzgeber kann zwischen dem Vererben von Vermögen oder Schulden nicht unterscheiden. Er sagt prinzipiell, es wird alles vererbt, was Schulden explizit einbezieht. D.h. Nicht etwa der Steuerzahler kommt für die Verbindlichkeiten auf, sondern Sie als Erbe – wenn Sie das Erbe antreten.

Zeitfaktor entscheidend

Wenn Sie im Zweifelsfall nicht mit Ihrem Privatvermögen haften möchten, dann gibt es nur eine Möglichkeit: Sie müssen das Erbe ausschlagen; und zwar bedingungslos. Dafür haben Sie leider nicht viel Zeit: Wenn Sie über eine Erbschaft informiert werden, müssen Sie sich nach Erhalt des Bescheids rasch und ohne Einsicht in die Bücher entscheiden. Halten Sie die angegebene Frist nicht ein, werden Sie automatisch als Erbe eingesetzt. Ausnahmen bestätigen zwar auch hier die Regel, aber ein nachträgliches Ausschlagen des Erbes ist in den seltensten Fällen möglich. Nutzen Sie die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen, ist Ihr Risiko auf null minimiert. Sollten später doch noch Wertgegenstände auftauchen, können Sie darauf keinen Anspruch mehr erheben.

Faustregel: Im Zweifelsfall Erbe ablehnen

Normalerweise werden Sie in etwa abschätzen können, ob eher Verbindlichkeiten oder Vermögen vorhanden sind. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, das Erbe lieber abzulehnen und ggf. auf ein kleines Geldgeschenk zu verzichten, als jahrelang an Schulden abzuzahlen, für die Sie nichts können. Hinzu kommt: Im Erbfall gilt es auch eine Steuererklärung zu erstellen und viele andere bürokratische Formalitäten zu erledigen. Wenn Sie sich vorstellen, Sie machen das alles zusätzlich zu dem Umstand, dass es sich nur um Schulden handelt....?

Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist: Die Nachlassinsolvenz

Oftmals ist es unmöglich, die Liquidität einer verstorbenen Person abzuschätzen. Meist kommt eine Überschuldung des Erbes deshalb nachträglich zu Tage, wenn der Nachlass gesichtet wird. Der Gesetzgeber gibt Ihnen für diesen Fall die Möglichkeit, einen Antrag auf Eröffnung der Nachlassinsolvenz zu stellen. Damit beschränken Sie Ihre Haftung auf den Nachlass selbst. Wenn der Antrag bewilligt wird, bleibt Ihr Privatvermögen unangetastet und mögliche Gläubiger können Sie nicht in die Pflicht nehmen. Zur Bewilligung kommt es jedoch nur dann, wenn genug Vermögen zur Begleichung der Kosten für das Nachlassinsolvenzverfahren selbst vorhanden ist, wobei zumindest alle Verfahrenskosten sowie der Insolvenzverwalter abgedeckt sein muss. Mitunter kann es für ein Ausschlagen des Erbes dann bereits zu spät sein.

Anwalt für Erbrecht bietet kompetente Hilfe

Wenn Sie nicht genau wissen, wie Sie sich verhalten sollten oder Sicherheit darin haben möchten, dass Sie mit dem Erbe auch tatsächlich nichts zu tun haben, investieren Sie lieber in eine anwaltliche Beratung. Die Kosten für diese Beratung liegen in den meisten Fällen weit unterhalb der Folgekosten für mögliche Schulden oder sonstige Ausgaben.

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