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Erbengemeinschaft: Ist der Ärger schon vorprogrammiert?

Jedes gemeinschaftliche Erbe kann Zündstoff beinhalten. Die wertvolle Ming-Vase lässt sich eben nicht dritteln, der Bechstein-Flügel nicht halbieren. Legt das Testament nicht eindeutig fest, wer was aus dem Nachlass bekommt, müssen sich die Erben untereinander einigen. So will es das Gesetz. Doch nur 30 Prozent aller deutschen Erblasser setzen ein Testament auf, in dem sie ihr Erbe klar regeln könnten, und zwar so, dass es (wahrscheinlich) keinen Streit geben kann.

Erbengemeinschaft erbt auch Schulden

Dass es hier gewaltig knirschen kann, zeigt die Geschichte: Über die Verteilung von gemeinschaftlich ererbtem Nachlass sind schon zahlreiche Kriege geführt worden. Bedenkt man, dass eine Erbengemeinschaft den gesamten Nachlass erbt - also nicht nur Vermögen sondern auch Verbindlichkeiten - so entsteht hier unter Umständen weiterer Sprengstoff.

Alles wird gut!

Der Idealfall (und den gibt’s): Alle Erben sind sich wohl gesonnen. Nehmen wir an, die vier Kinder des Verstorbenen machen sich gemeinsam an die "Auseinandersetzung" des Erbes, das ihnen gemeinschaftlich zusteht, und zwar zu gleichen Teilen. (Unter Auseinandersetzung ist die Verteilung des Erbes zu verstehen). Sie legen also zum Beispiel fest, wer den Bechstein-Flügel bekommt, oder ob man ihn veräußern und den Erlös teilen möchte. So verfahren sie mit der gesamten Hinterlassenschaft, bis die gerecht unter allen Miterben aufgeteilt ist. Genau wie für die Verteilung des Erbes sind sie auch gemeinschaftlich für die Verwaltung, die Regelung etwaiger Verbindlichkeiten etc. zuständig. Für alle ererbten Pflichten (z.B. die Erhaltung von vermietetem Wohneigentum) muss die Erbengemeinschaft eine Einigung finden. Nach der Auseinandersetzung löst sich die Erbengemeinschaft in aller Regel auf.

Wann greift die Erbquoten-Regelung?

Ohne gültigen letzten Willen des Erblassers richtet sich der Anteil am Erbe nach der gesetzlich festgelegten Erbquote. Der Festlegung geht natürlich eine Ermittlung voraus, wer als Erbe überhaupt in Frage kommt. Hier zählt die verwandschaftliche Nähe zum Erblasser als Kriterium (Ehegatte / Ehegattin werden anders bedacht). In einem einfachen Fall bedeutet dies: Ehegatten erhalten 50 Prozent des Erbes. Die gemeinsamen Kinder teilen sich die restlichen 50 Prozent untereinander auf. Verwandschaftlich weiter entfernten Erbberechtigten stehen geringere Erbquoten zu. Dass Verhandlungen mit weit entfernten Miterben kompliziert werden können, liegt auf der Hand. Denn verhandelt werden muss immer - im Zweifel entscheidet die Erbengemeinschaft per Stimmenmehrheit (z.B. über bestimmte Verwaltungsfragen, die das Erbe betreffen).

Fazit

Alles kann gut gehen mit der Erbengemeinschaft. Doch es liegt in der Natur der Sache, dass im Erbfall nicht nur völlig unterschiedliche Menschen sondern auch gegensätzlich Interessen und Ziele aufeinander treffen. Die komplizierten rechtlichen Regelungen vereinfachen die Situation nicht unbedingt. Also: Wenn es um Ihr gutes Recht in Erbangelegenheiten geht, vertrauen Sie auf einen Fachmann. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Erbrecht in Ihrer Nähe!

Letzte Aktualisierung am 2016-06-13

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