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Falschberatung: Wenn guter Rat für Anleger teuer wird

Letzte Aktualisierung am 14.09.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Falschberatung, Schattenbanken, Schrottpapiere - diese und weitere Schlagworte sind erst nach der Deregulierung der Finanzmärkte zu Beginn des 21. Jahrhunderts in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Mit der Deregulierung wurden seltsame, aber neue und kreative Methoden der Geldvermehrung geboren. Sie lösten einen Investitions-Hype aus, beim weltweit Banken sammelnden Groß-Investor wie beim Arbeiter, der mit vielversprechenden Renditen aus kreativen Finanzmodellen seine Altersversorgung aufzubessern suchte. Renner waren hochriskante Papiere, deren Risiken oft weder Verkäufer noch Käufer verstehen konnten. Viele hoffnungsfrohe Anleger kauften Flops, wurden um ihr Erspartes gebracht, oder schlichtweg betrogen. Auf Banken, Anlageberater, Vermittler und Verkäufer rollte eine Welle von Prozessen wegen Falschberatung ("Fehlberatung") zu.

Nicht nur Anlageberater haften ...

Wer berät hat Pflichten - besonders dann, wenn er selbst von der Beratung profitiert. Das betrifft nicht nur Berater und Beratungen im Bereich der Geldvermehrung. Auch Psychologen, Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Unternehmensberater oder Makler haben rechtliche Anforderungen an die Qualität ihrer Beratung zu erfüllen. Unter Umständen haften sie, wenn sie gegen diese Anforderungen verstoßen, bzw. sind ihren Kunden gegenüber zu Schadenersatz verpflichtet.

Bei Geldanlagen besteht Aufklärungspflicht über Risiko und Höhe der Provision

Riskante Investments, Papiere und Anlagemöglichkeiten gibt es nach wie vor. Allerdings bestehen klare Vorschriften, wie Anleger zu beraten und über eventuelle Risiken aufzuklären sind. Das Kapitalmarktrecht schreibt vor, dass Banken (ebenso Vermittler und Verkäufer von Investments) den potenziellen Anleger, den sie beraten, über die Risiken einer Geldanlage aufzuklären haben. Eine Aufklärungspflicht besteht nicht nur für das Anlagerisiko sondern auch für die Provision: Der Vermittler muss den Kunde darüber aufklären, wieviel (Vermittlungs-)Provision er für das Geschäft kassiert. Ebenso ist der Kunde / Käufer über die Möglichkeiten der Rückvergütung zu informieren. Und es gibt weitere Verkäufer-/Vermittlerpflichten: Zusätzlich muss über das Verkaufs- bzw. Beratungsgespräch ein Protokoll geführt werden ("Beratungsprotokoll"). Es soll die wesentlichen Inhalte der Beratung dokumentieren und den Käufer im Falle einer Falschberatung in einer eventuellen Auseinandersetzung mit dem Anlageberater / der Bank unterstützen.

Warum das Beratungsprotokoll so wichtig ist

Im Beratungsprotokoll sollen nicht nur wesentliche Eckpunkte der Beratung verzeichnet sein; hier soll auch stehen, wie der Anleger selbst seine Anlageziele definiert. Betrachtet er sich z.B. als einen konservativen Anleger, kann der Verkauf von Hochrisiko-Papieren an ihn bereits eine Falschberatung darstellen. Ein Anlageberater muss die Anlageziele abfragen und überprüfen. Mit dieser so genannten "Plausibilitätsprüfung" lässt sich im Nachhinein feststellen, ob das verkaufte Produkt "anlegergerecht" ist, also zum Wissensstand, zu den Renditeerwartungen und zur Risikobereitschaft des Kunden passt. Neben dem Anlageziel sind Anlass, Gesprächsdauer, persönliche Situation des Kunden etc. im Protokoll zu notieren. Der Berater hat dem Kunden das Beratungsprotokoll unterschrieben auszuhändigen. Falls es unvollständig oder fehlerhaft ist, hat der Kunde ein einwöchiges Rücktrittsrecht vom Vertrag. Wer bei der Beratung nicht über das Risiko einer Anlage aufgeklärt wurde, hat bei einem Schadenersatzprozess recht gute Karten.

Zum Anwalt, wenn Sie sich falsch beraten fühlen

Optimal wäre es natürlich, sich noch vor einem Beratungsgespräch über den Ablauf und die wichtigsten Risikopunkte zu informieren. Entsprechende Checklisten bieten z.B. die Verbraucherberatungen an. Wenn das Kind aber bereits in den Brunnen gefallen ist, empfehlen wir den Gang zum Anwalt. Er kann mit Sicherheit am besten beurteilen, ob sein Mandant möglicherweise falsch beraten wurde. Er wird den Beratungs- oder Vermittlungsvertrag überprüfen (der nicht zwingend schriftlich vorliegen muss) und dann feststellen, ob Pflichten aus dem Beratungsvertrag verletzt wurden. Ist es möglich, Pflichtverletzungen oder Versäumnisse nachzuweisen (z.B. aufgrund des Beratungsprotokolls), kann der Beweis der Falschberatung in der Regel geführt werden. Dann ist die Bank (Berater, Vermittler) verpflichtet, den Schaden, der dem Anleger entstanden ist, vollständig zu ersetzen. Vertrauen Sie also am besten einem kundigen Anwalt für Bankrecht/Kapitalmarktrecht. Er wird Sie kompetent beraten und kann sehr gut einschätzen, wie Ihre Chancen stehen, einen Anspruch auf Schadenersatz gegen die Bank oder Berater durchzusetzen. Kontaktieren Sie jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Bankrecht/Kapitalmarktrecht in Ihrer Nähe!


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