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Das Rentenrecht

Was ist eine Rente?

Wer von Rente spricht, meint in den meisten Fällen die Altersrente - eine Form der sozialen Absicherung für die Zeiten nach dem Erwerbsleben. Der Begriff kann aber viel mehr bedeuten. Mit Rente ist ganz allgemein eine Form von Einkommen gemeint, für das eine Gegenleistung zuvor bereits erfolgt ist: Während des Arbeitslebens werden Rentenbeiträge in eine Rentenkasse eingezahlt, Vermögen wurde angelegt und verzinst, es wurden Beiträge zu einer Versicherung geleistet, die jetzt eine Unfallrente auszahlt usw. Eine Rente ist ganz allgemein als eine Form der Absicherung gedacht, mit der geplante Vorsorge (Altersrente) geleistet wird oder die der Absicherung gegen die Fährnisse des Lebens dient (Unfallrente).

Welche Rentenarten gibt es in der Sozialversicherung?

Die durch das Sozialrecht / Sozialversicherungsrecht gesetzlich regulierten Rentensysteme sind Pflichtversicherungen. Sie dienen der sozialen Sicherung und sind Teil des umfassenden Sozialsystems in Deutschland. Ihnen gegenüber stehen Renten aus privaten Formen der Absicherung (private Rentenversicherungen, private Lebensversicherungen etc. ). Hier liegen gänzlich andere Gesetze zugrunde, etwa das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) zusammen mit individuellen Vertragsbedingungen, die der Versicherte abgeschlossen hat. Gesetzliche Altersrente. Anspruch auf eine gesetzliche Altersrente haben nur Menschen, die auch Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben. Aus diesen Beiträgen werden die Renten der aktuellen Rentnergeneration finanziert. Eine Beitragszahler-Generation kommt also für die Rente der aktuellen Rentner auf (Generationenvertrag). Dieses System funktioniert nur dann stabil, wenn die Parameter gleich bleiben. Schwankungen im Gefüge können sich direkt auf die Rentenhöhe auswirken (wirtschaftliche Täler, Unregelmäßigkeiten in der Altersstruktur usw.) Aktuell haben solche Schwankungen eine Erhöhung des Rentenbeginn-Alters zur Folge. Die so genannte Regelaltersgrenze wird schrittweise angehoben: Beitragszahler müssen länger arbeiten (und länger einzahlen), bis sie eine Rente zu bekommen. Aufgrund ihrer Abhängigkeit von zahlreichen unterschiedlichen Parametern sind genaue Voraussagen zur Höhe der gesetzlichen Altersrente kaum möglich. Wenn das Rentenalter erreicht ist, muss die Rente beantragt werden. Oft fällt sie nicht besonders üppig aus. Dann kann der Rentenbezieher trotz Erreichens des Rentenalters weiterhin berufstätig bleiben und etwas hinzuverdienen (Hinzuverdienst). Hinterbliebenenrente. Die Hinterbliebenenrente (auch: Witwenrente / Waisenrente) ist ein Teil der gesetzlichen Rentenversicherung. Stirbt der versicherte Ehepartner / eingetragene Lebenspartner, gehen seine Ansprüche (teilweise!) auf die hinterbliebene Person über. Eigene Renten oder eigenes Einkommen des / der Hinterbliebenen werden auf die Ansprüche angerechnet. Die Zahlung einer Hinterbliebenenrente ist an verschiedene Voraussetzungen gebunden (Ehe / Lebenspartnerschaft müssen beim Tod des Partners noch bestanden haben, Rentenwartezeiten müssen erfüllt sein usw. Erwerbsminderungsrente. Wenn ein Arbeitnehmer / Angestellter nur noch eingeschränkt arbeiten kann, kann er Erwerbsminderungsrente beantragen. Volle Erwerbsminderungsrente wird gezahlt, wenn man nur noch weniger als 3 Stunden arbeiten kann. Sind zwischen 3 und 6 Stunden Arbeit möglich, wird teilweise Erwerbsminderungsrente gezahlt. Auch die Erwerbsminderungsrente (früher: Erwerbsunfähigkeitsrente) ist Teil der gesetzlichen Rentenversicherung. Es gelten ähnliche Voraussetzungen für die Rentenzahlung: Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung müssen entrichtet sein, eine Wartezeit muss erfüllt sein, der Antrag auf Erwerbsminderungsrente muss gestellt werden. Unfallrente. Träger dieses Sicherungssystems ist die gesetzliche Unfallversicherung. Sie tritt ein, wenn ein Arbeitnehmer oder Angestellter einen Arbeits- oder Wegeunfall erleidet. Je nach Art und Schwere des Unfalles und seiner Folgen werden Operationen, Rehabilitation Arzneimittel oder auch eine Hinterbliebenenrente gezahlt.

Was tun, wenn der Rentenbescheid nicht stimmt?

Für den Bezug aller genannten Rentenarten muss ein Antrag gestellt werden. Auf den Antrag hin erstellt der Rentenversicherungsträger den Rentenbescheid und schickt ihn dem Antragsteller zu. Dort sind die Rentenhöhe und die Berechnungsgrundlage vermerkt. Den Bescheid sollte jeder Rentenbezieher aufmerksam lesen und überprüfen. Sind zum Beispiel die Beitragszeiten richtig erfasst, die Kindererziehungszeiten angerechnet, ist die richtige Krankenkasse angegeben? Lehrzeit? Ausbildungsjahre? Evtl. Pflegezeiten? Rentenbescheide sind nicht endgültig. Wenn Sie Fehler finden, können Sie Widerspruch einlegen. Das muss schriftlich geschehen. Wird der Widerspruch abgelehnt, bleibt der Weg vor das Sozialgericht. In allen Fragen des Rentenrechts ist der Anwalt für Sozialrecht / Sozialversicherungsrecht ein guter Ansprechpartner. Holen Sie sich Unterstützung - bei uns finden Sie einen versierten Anwalt gleich in Ihrer Nähe.

Letzte Aktualisierung am 2017-11-13

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