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Körperverletzung: Bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe ist möglich

Was eine Körperverletzung ist

Durch eine Körperverletzung wird das körperliche Wohlbefinden des Opfers beeinträchtigt. Neben der "klassischen" Körperverletzung - der Täter bricht seinem Opfer einen Arm - gilt auch als Körperverletzung, wenn das Opfer seelisch verletzt wird, d.h. es muss nicht unbedingt äußerlich ein Schaden zu sehen sein. Dieser Umstand macht die Beweisführung und die Strafbemessung gleichermaßen schwierig. Viele Menschen bringen aus diesem Grund, die Körperverletzung gar nicht erst zur Anzeige. Doch auch der umgekehrte Fall ist in der Praxis nicht unüblich: dass schnell der Vorwurf der Körperverletzung im Raum steht, obwohl dies gar nicht zutrifft. Ähnliche Schwierigkeiten, vor allem in der Beweisführung, gibt es bei den Vorwürfen Beleidigung, Mobbing, Nötigung oder Stalking. Trotzdem: Körperverletzung ist eine Straftat und wenn diese bewiesen ist, kann die verhängte Strafe für den Täter durchaus schmerzhaft sein.

Strafbemessung

Grundsätzlich bemisst sich die Höhe der Strafe bei einer Körperverletzung nach der Schwere der Verletzung und der Schwere der ausgeführten Handlung. Auch Aussageverhalten, das Verhalten nach der Tat (ist etwa versucht worden, den Schaden wieder gut zu machen) oder das Vorstrafenregister spielen eine erhebliche Rolle. Das Strafmaß reicht von drei Monaten bis zu zehn Jahren.

Arten und Strafbemessung der Körperverletzung

Das Gesetz unterscheidet zwischen einfacher, gefährlicher, schwerer, fahrlässiger Körperverletzung, fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge und versuchter Körperverletzung. Allen gemein ist, dass eine körperliche Misshandlung oder die Schädigung einer anderen Person vorliegt. Die verschiedenen Arten im Überblick:
  • einfache oder vorsätzliche Körperverletzung: Es liegt eine körperliche Misshandlung oder eine Schädung der Gesundheit vor. Strafmaß: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren
  • gefährliche Körperverletzung: Verwendung einer Waffe, hinterlistiger Überfall, gemeinschaftliche Tat in der Gruppe oder lebensbedrohende Behandlung (ungeschützter Geschlechtsverkehr eines HIV-Infizierten z.B.). Strafmaß: sechs Monate bis zehn Jahre Freiheitsstrafe
  • schwere Körperverletzung: Schwerer Schaden beim Opfer, etwa Verlust eines oder mehrerer Sinnesorgane, entstelltes Äußeres oder Verursachen einer Behinderung. Strafmaß: ein Jahr bis zehn Jahre Freiheitsstrafe
  • fahrlässige Körperverletzung: meist beim Autounfall im Straßenverkehr der Fall. Strafmaß: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahre
  • Achtung: Je nach Ausführung eines Schlages und Schwere der Verletzung bei Opfer kann ein Schlag auf dem Kopf mit Hilfe eines schweren Gegenstands (Eisenstange, Maßkrug) auch als versuchter Mord oder versuchter Totschlag gewertet werden

Anklage Körperverletzung: Wie sollten Sie sich verhalten?

Grundsätzlich kann es nach der Tat zur Strafanzeige, zur Anklage mit Anklageschrift, zur Hauptverhandlung und zu einem Urteil kommen. Dazu muss die Körperverletzung zunächst in der Regel bei der Polizei angezeigt werden. Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann im ersten Schritt, ob die Verhandlung ohne Folgen oder mit Folgen eingestellt wird. Mit Folgen erstellt die Staatsanwaltschaft ohne Gerichtsverfahren einen Strafbefehl über eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. Dagegen kann der Angeklagte Einspruch erheben. Erst dann wird die Hauptverhandlung eröffnet. Auch hier kann das Verfahren noch eingestellt werden, zumeist endet es in einem Urteil, das entweder aus einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe besteht. Spätestens, wenn Ihnen ein Strafbefehl oder eine Anklageschrift wegen Körperverletzung vorliegt, sollten Sie sich sofort mit einem Anwalt für Strafrecht in Verbindung setzen. Ihr Strafverteidiger wird als erstes Akteneinsicht verlangen. Danach bespricht er mit Ihnen Ihre Möglichkeiten und Chancen, sich zu verteidigen. Gemeinsam arbeiten Sie gegebenenfalls eine Verteidigungsstrategie aus. Beim Strafbefehl wegen Körperverletzung ist insbesondere zu prüfen, ob die angesetzte Geldstrafe in Höhe und Anzahl an Tagessätzen angemessen ist.

Opfer eines Gewaltakts: Was sollten Sie tun?

Auch als Opfer einer Gewalttat sollten Sie oder Ihre Angehörigen möglichst rasch handeln. Ein Strafrechtsexperte kann Ihnen einen fachlich versierten Gutachter empfehlen. Denn auch wenn es offensichtlich ist, ein offizielles Gutachten werden Sie bei der Anklage wegen Körperverletzung für die Bemessung von Schadenersatz und Schmerzensgeld bzw. für den Täter-Opfer-Ausgleich benötigen. Und nicht nur das: In aller Regel geben Gutachten und Glaubwürdigkeit der Sachverständigen den Ausschlag für die Strafbemessung. Anwälte für Strafrecht mit viel Erfahrung bei der Anklage und Verteidigung von Körperverletzungs-Delikten finden Sie gleich hier, bei anwaltssuche.de.

Letzte Aktualisierung am 2016-09-21

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