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Bildrechte: Was man beachten muss

Letzte Aktualisierung am 2017-03-30 / Lesedauer ca. 4 Minuten

Wer die Bildrechte hat

Wenn von Bildrechten die Rede ist, so sind jene Rechte gemeint, die mit der Nutzung, der Aufnahme, der Gestaltung und der Verwertung von Fotografien / Lichtbildern zu tun haben. In der Praxis findet sich dafür auch häufig der Begriff „Fotorecht“. Während es in früheren Tagen aufwändig war, Fotos zu kopieren und unerlaubt zu nutzen, ist das in Zeiten der elektronischen Bildverarbeitung und des Internets kinderleicht geworden. Bilder lassen sich mit einem einfachen Klick kopieren und für eigene Zwecke nutzen. Dass man dabei eventuell gegen Rechte verstoßen könnte, ist vielen Mitmenschen nicht einmal bewusst. Andererseits kursieren Gerüchte, man dürfe mit einem fremden Bild tun was man wolle, sofern man es nur bearbeite. Die Unsicherheit ist groß – mindestens so groß wie die Versuchung, Bilder mal schnell ohne Rückfrage zu nutzen. Auch wenn man sich sicher sein möchte und Bilder bei einer kommerziellen Agentur erwirbt, läuft man immer noch Gefahr, sich gesetzeswidrig zu verhalten. Man zahlt zwar dafür, erwirbt aber nur bestimmte Nutzungsrechte, die auf einem Lizenzmodell basieren. Wer gegen dieses Modell verstößt, kann sich leicht strafbar machen. Nutzung und Verwertung von Bildern ist komplexen Rechtsvorschriften unterworfen.

Welche Bildrechte es gibt

Bilder / Fotografien sind wesentlich durch das Urheberrecht geschützt. Sie lassen sich, vereinfacht gesprochen, in Lichtbildwerke, Lichtbilder und eine dritte Kategorie, die urheberrechtlich nicht geschützten Bilder, einteilen: Lichtbildwerke gelten als persönliche, geistige Schöpfungen und "Werke" ihres Urhebers, die über das Alltägliche hinausgehen und eine besondere „Schöpfungshöhe“ aufweisen. Vereinfacht gesagt sind sie "Kunst": Sie heben sich von solchen Bildern ab, die keine Werke sind und daher keinem besonderen Schutz unterliegen. Urheberschutz für Bilder besteht nicht für alle Zeiten. Die in der EU gültige Regelschutzdauer beträgt 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers. Lichtbilder dagegen müssen keine besondere Schöpfungshöhe aufweisen. Trotzdem genießen sie einen Schutz ähnlich dem der Lichtbildwerke. Papis Fotos vom Kindergeburtstag auf der Familien-Website sind also ebenfalls urheberrechtlich geschützt. Die Schutzfrist weicht allerdings ab. Wird ein Lichtbild nicht veröffentlicht, erlischt die Schutzdauer 50 Jahre nach seiner Herstellung. Wird es veröffentlicht, so besteht der Schutz bis 50 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung. Urheberrechtlich nicht geschützte Bilder sind "gemeinfrei". Das bedeutet nichts weiter als dass für sie keinerlei Urheberrecht besteht. Sie könnten daher von jedem verwendet werden, der sie verwenden möchte - für jeden Zweck. In aller Regel entstehen solche Bilder dadurch, dass ihr Urheberschutz ausläuft.

Wenn man Bilder unerlaubt nutzt

Theoretisch könnte ein Fotograf seine Bilder für den öffentlichen Gebrauch zur Verfügung stellen und damit auf seine Urheberrechte / Bildrechte verzichten. Ob das allerdings überhaupt rechtlich möglich ist, ist selbst unter Fachleuten umstritten. Es bleibt also dabei: Mit der nicht autorisierten Verwendung eines Bildes / Fotos wird eine Urheberrechtsverletzung („Bilddiebstahl“) begangen, die empfindliche Strafen mit sich bringen kann. Bilderklau wird von vielen Rechteinhabern konsequent verfolgt. Aus ihrer Sicht ist das nur allzu verständlich, besonders deshalb, weil sie von der Verwertung ihrer Bilder leben und ihnen dadurch Einkünfte entgehen. Der Rechteinhaber wird in der Regel zunächst eine Abmahnung mit Unterlassungserklärung an den Verletzer loslassen und darüber hinaus Schadenersatz für die unerlaubte Nutzung fordern. Die Höhe dieses Schadenersatzes richtet sich meist nach der Bildnutzung.

Vorsicht vor lizenzfreien Bildern

Besondere Vorsicht mit Bildrechten ist überall dort geboten, wo so genannte „lizenzfreie Bilder“ angeboten werden. Hier entsteht leicht der Eindruck, man könne die angebotenen Bilder (die oft sogar kostenlos sind), frei nach Belieben und für jeden Zweck einsetzen. Das ist mitnichten der Fall. Wer die Lizenzbedingungen, unter denen solche Bilder angeboten werden, nicht aufmerksam liest, kann einen bösen Reinfall erleben. Gerade die so genannten Bilddatenbanken, die lizenzfreie Fotos anbieten, schreiben in ihren Nutzungsbedingungen Urhebernennungen und Quellenangaben vor, die allerdings nicht einheitlich sind. Einige Anbieter wollen sich mit einem Copyright-Vermerk am Seitenende der Website genannt sehen, anderen genügt eine Nennung im Impressum. Viele Anbieter gestatten nur die rein private und keine kommerzielle Nutzung von Bildern, was im Kleingedruckten leicht übersehen wird. Ebenfalls angeboten werden Bezahlmodelle, die eine Nutzungszeit vorgeben, die man keinesfalls überschreiten darf. Es ist also unumgänglich, sich hier nach den genauen Umständen der jeweiligen Nutzungsrechte zu erkundigen. Verstöße haben häufig teure Anmahnungen wg. eines Urheberrechtsverstoßes zur Folge.

Bildrechte: Abmahnung erhalten. Was tun?

Wenn Ihnen ein Urheberrechtsverstoß vorgeworfen wird, empfehlen wir Ihnen einen kundigen Anwalt. Zwar ist eine Abmahnung mit Unterlassungserklärung zunächst mal ein juristisches Friedensangebot, denn sie bietet eine außergerichtliche Einigungsmöglichkeit. In der Realität droht der Abmahnende jedoch meist mit hohen Schadenersatzforderungen bzw. einem teuren Gerichtsverfahren, und zwar auch dann, wenn der Verstoß nicht einmal auf einer kommerziellen Ebene geschehen ist. Gehen Sie also am besten zum einem Anwalt, der sich kompetent mit der Angelegenheit auseinandersetzt. Kontaktieren Sie am besten jetzt einen Rechtsanwalt für Urheberrecht in Ihrer Nähe!

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