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Identitätsdiebstahl: Das sollten Sie wissen

Letzte Aktualisierung am 14.03.2017 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Regel Nr. 1: Passen Sie gut auf Ihre Daten auf!

Was Menschen berichten, die von Identitätsdiebstahl betroffen sind, erinnert leicht an das Drehbuch für einen Horrorfilm. Und ist überhaupt nicht lustig: Durch den Missbrauch einer fremden Identität richten Betrüger hohen Schaden an, lösen Verzweiflung aus, treiben Betroffene in den Selbstmord. Den drastischen Folgen des Identitätsdiebstahls (Identitätsmissbrauch) sind die meisten Opfer hilflos ausgeliefert. Kriminelle beschaffen sich die persönlichen Daten ihrer Opfer und verwenden sie, um in ihrem Namen Geschäfte abzuschließen, Konten zu eröffnen, Luxusgüter einzukaufen und nicht zu bezahlen, und so fort - der kriminellen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ursache ist immer Datenklau: Oft gehen Betroffene leichtsinnig mit ihren Daten um; in vielen Fällen beschaffen sich Kriminelle die Daten ihrer Opfer jedoch gezielt und illegal. Und es gibt Identitätsdiebstähle, bei denen es Tätern nicht um materiellen Gewinn geht, sondern darum, ihre Opfer regelrecht in die Verzweiflung zu treiben (Cyber Stalking).

Den Schaden haben Sie - die Verantwortung auch!

Das Fatale beim Missbrauch persönlicher Daten durch Fremde: Häufig wird der eigentliche Dateninhaber zunächst rechtlich für die Untaten seines kriminellen Alter Egos (z.B. für Bestellungen im Internet) verantwortlich gemacht. Aus heiterem Himmel kommt eine Rechnung, kräftige Herren in dunklen Sonnenbrillen ("Inkassodienst") klingeln an der Tür und wollen Geld eintreiben, Anwaltsschreiben flattern ins Haus. Der Geschädigte findet sich in der Täterrolle; er muss nachweisen, dass er nicht selbst kriminell gehandelt hat.

Bei Anzeichen für Identitätsdiebstahl: sofort zur Polizei

Bekanntes Szenario: Mister X bestellt in Ihrem Namen Waren bei einem Online Shop, lässt die Waren aber an eine andere Adresse ausliefern. Dort nimmt der freundliche Wohnungsnachbar die teure Küchenmaschine vom Paketboten entgegen. Die Rechnung geht an Sie. Sie tun zunächst - gar nichts, weil Sie nicht bestellt haben und das Ganze für einen Irrtum halten. Der Internet-Händler tut jedoch sehr wohl etwas. Wenn nämlich die Zahlung ausfällt, strengt er ein Mahnverfahren an bzw. beauftragt ein lnkasso-Unternehmen mit der Beitreibung des Geldes. Und schon sind Sie mitten drin in der Mühle: Mahnungen, Inkasso, Schufa-Eintrag, Anwaltsschreiben usw. Im einfachen Fall ist das mindestens nervig; im komplizierteren Fall gelingt der Nachweis, dass man selbst nichts Illegales getan hat, nur schwer oder gar nicht. Allerdings: Wenn ein Unbekannter in Ihrem Namen finanzielle Schäden anrichtet oder gar Straftaten begeht, sind Sie verpflichtet, den Vorfall anzuzeigen. Allerspätestens an dieser Stelle ist es Zeit, sich an die Polizei und einen Rechtsanwalt zu wenden.

Identitätsdiebstahl ist kein Straftatbestand

Identitätsdiebstahl ist nach dem Strafgesetz (noch) keine Straftat. Allerdings sind die Folgen, die dadurch entstehen können, nach anderen Gesetzen strafbar. Im Fall von Internetbestellungen unter falschem Namen und auf Rechnung Dritter kann der Tatbestand des Betrugs gegeben sein. Auch Urkundenfälschungen und Urheberrechtsverletzungen gehören regelmäßig zum Kanon der Rechtsverstöße, die von Identitätsdieben begangen werden. Cyber Stalking (Verbreitung unwahrer Tatsachen z.B. durch ein falsches Profil in einem sozialen Netzwerk) oder durch beleidigende Blog-Einträge) können eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte darstellen. Strafbar ist auch das Ausspähen und Abfangen von Daten und der Computerbetrug.

Was können Sie tun?

Identitätsdiebstahl kann jeden treffen; es gibt kaum einen Weg, das zu verhindern. Nicht schützen können Sie sich davor, dass Ihre persönlichen Daten, die bei einem Unternehmen gespeichert sind, durch Sicherheitslücken in die falschen Hände geraten.

Vorsichtsmaßnahmen

Einen gewissen Schutz bieten die üblichen und weithin bekannten Vorsichtsmaßnahmen:

  • Schützen Sie Ihren Rechner wirkungsvoll vor Phishing- und Trojaner-Attacken
  • Seien Sie vorsichtig bei der Bestellung von Waren in (möglicherweise) windigen Online-Shops (Achten Sie auf Shop-Zertifikate und Kundenbewertungen).
  • Seien Sie geizig; geben Sie im Internet nur Daten preis, die unbedingt gebraucht werden (Vorsicht: Wer Zugang zu einem Teil Ihrer Daten hat, kann leicht weitere Daten von Ihnen ermitteln).
Ein wichtiger Teil wirksamer Prävention ist ein gesundes Misstrauen. Bleiben Sie auf keinen Fall untätig:

  • Wenn Ihnen eine Rechnung für Waren ins Haus flattert, die Sie nicht bestellt haben.
  • Wenn auf Ihrem Konto unerklärliche Abbuchungen auftauchen.
  • Wenn Sie Kenntnis von illegalen Handlungen erlangen, die in Ihrem Namen geschehen sind.
  • Wenn Sie mit Ihrem guten Namen als Autor in Foren oder Blogs auftauchen, Sie dort aber nicht aktiv waren.
Derlei Vorkommnisse können Indizien dafür sein, dass jemand in Ihrem Namen unterwegs und möglicherweise drauf und dran ist, Ihre Identität zu missbrauchen. Ziehen Sie in solchen Fällen Erkundigungen ein, gehen Sie der Sache nach (Fragen Sie z.B. im Shop nach Bestellung und Besteller), informieren Sie die Polizei, ändern Sie die Passwörter für ALLE Ihre Internet-Aktivitäten. Stellt sich heraus, dass Ihr Name / Ihre Identität missbraucht wird oder missbraucht worden ist, nehmen Sie Kontakt zu einem Anwalt auf. Der kann Ihnen mit einem Bündel richtiger Maßnahmen wirksam weiterhelfen.


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