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Nachbarschaftsrecht: Wer darf was?

Letzte Aktualisierung am 2018-10-01 / Lesedauer ca. 2 Minuten

Fragen zum Nachbarschaftsrecht

Dürfen Sie so viele Katzen auf Ihrem Grundstück halten, wie Sie wollen? Darf der Nachbar jederzeit auf seinem Balkon rauchen, wenn der Qualm in Ihre Wohnung zieht? Was ist mit den Ästen des Nachbarbaumes, der auf Ihr Grundstück ragt? Wer muss die Blätter beseitigen - und wer darf die Früchte ernten? Mit seinem neuen Bauvorhaben hält der Nachbar den Grenzabstand nicht ein - was tun Sie? Diese und ähnliche Fragen werden in Deutschland durch das Nachbarschaftsrecht geregelt - ein umfassendes und anspruchsvolles Rechtsgebiet. Es ist bundes- und landesrechtlich geregelt, wird also nicht in der ganzen Bundesrepublik einheitlich angewendet. Lokale Rechtsvorschriften haben hohe Bedeutung.

Prinzipiell dürfen Sie tun und lassen, was Sie wollen...

Grundlage des Nachbarrechts: Als Eigentümer eines Grundstücks dürfen Sie dort (fast) tun und lassen, was Sie wollen, und keiner hat Ihnen reinzureden. Stimmt; aber eben nur so lange Sie keine Nachbarn haben oder niemanden damit stören. Stört Ihr Tun oder beeinträchtigen Sie den Nachbarn durch Ihr Handeln (oder auch durch Ihre Unterlassung), kann Ihr Eigentumsrecht eingeschränkt werden. Beispiel: Die Äpfel Ihres Apfelbaumes sind lecker - und auch die, die über dem Grundstück Ihres Nachbarn hängen, gehören Ihnen. Aber ernten dürfen Sie sie nicht ohne seine Erlaubnis, wenn Sie dazu sein Grundstück betreten müssen.

...so lange Sie die Rechte Ihres Nachbarn nicht beeinträchtigen

Wenn es am Gartenzaun kracht- Rechtstipps zum Nachbarschaftsstreit Empfindliche Nachbarn (am häufigsten solche, mit denen man nicht redet) fühlen sich leicht beeinträchtigt. Wenn Sie z.B. Pflanzenschutzmittel in Ihrem Garten einsetzen, wenn Ihr Hund zu laut bellt, wenn Ihr Komposthaufen müffelt, wenn Sie eine Außen-Isolierung an Ihrem Haus anbringen, die das Haus 15 cm breiter macht, womit der vorgeschriebene Grenzabstand unterschritten wird. Lärm, Schmutz, Immissionen, Baumwurzeln, Grenzbebauung, Schneeschieben. Wenn der Nachbarn streiten möchte, findet der mit Sicherheit einen Grund. Diese gibt es anscheinend so häufig, dass einige Bundesländer inzwischen ein obligatorisches Schlichtungsverfahren eingeführt haben, bevor die Gerichte angerufen werden (dürfen).

Doch lieber zum Anwalt

Das Nachbarrecht ist ein komplexes Rechtsgebiet. Wenn Sie gravierende Probleme und Konflikte mit Ihren Nachbarn haben, suchen Sie sich einen Fachmann. Der kennt mit Sicherheit die Grenzen des nachbarlichen Handelns - und kann sie Ihrem Nachbarn aufzeigen, wenn es notwendig sein sollte. Ansonsten schafft es ein guter Anwalt auch, beide Parteien mit Fingerspitzengefühl an ihre Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme zu erinnern und die (dicke) Luft aus der Sache zu lassen. Einen guten Anwalt für Baurecht finden Sie ganz einfach hier.

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