anwaltssuche

Anwalt Online Handel

Hier finden Sie zum Anwalt für IT-Recht in Ihrer Nähe. Suchen Sie nach Plz, Ort oder nutzen Sie die Filter.

Filtern nach Ballungsraum
Filtern nach Ort alphabetisch

Online Handel: Welche Rechte gelten im World Wide Web?

Online Handel - bequemer Einkauf, einfacher Absatz

Die Verbraucherseite: Internethandel ist praktisch. Bequem vom Sessel aus einkaufen mit dem Tablet auf den Knien und einem Glas Rotwein in der Hand - ein Traum. Ein oder zwei Tage später ist die Ware da, ohne dass man einen Finger rühren muss. Man kann sie in Ruhe prüfen; wenn sie nicht zusagt oder passt, geht sie wieder zurück - auf Kosten des Anbieters / Versenders, versteht sich, der sie zurücknehmen muss, denn im Internethandel gelten ganz eigene Gesetze für das Kaufen und das Verkaufen. Die Händlerseite: Was aus Kundensicht bequem und einfach ist, kann aus der Sicht des Internet-Händlers ein höchst komplexes Geschäft sein. Wer einen Shop im Internet betreibt ("Online-Shop"), braucht umfassendes rechtliches Wissen, denn hier gelten besondere Informationspflichten gegenüber dem Verbraucher, erhöhte Aufmerksamkeit für die Gefahr wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen, die Besonderheiten des Fernabsatzgesetzes mit einem eigenen Widerrufsrecht, spezielle Aspekte der Preisangabenverordnung usw. Nicht nur auf nationaler Ebene scheinen Rechtsvorschriften undurchschaubar und voller Tücken. Internethandel kennt keine Grenzen; wer ins Ausland verkauft muss sich auch mit europäischen und internationalen Gesetzen beschäftigen. Selbst kleine Fehler können einen Shop-Betreiber teuer zu stehen kommen - ohne eingehende rechtliche Überprüfung seines Shops treibt er ein riskantes Spiel.

Die wichtigsten Rechtsgrundlagen des Internethandels für Verbraucher

Kaufvertrag: Der Kaufvertrag im Internet und damit der Abschluss eines Geschäfts im Online-Shop kommt ähnlich zustande wie der Kaufvertrag an der Ladentheke. Voraussetzung: In beiden Fällen müssen Angebot und Annahme vorliegen. Beim Kauf an der Ladentheke ist man persönlich anwesend, wählt die Ware aus, zahlt, packt die Ware ein und nimmt sie mit. Damit ist der Vertrag von Kunden- und Händlerseite aus geschlossen. Im anderen Fall wählt man als Kunde eine Ware aus dem Online-Angebot und bestellt sie verbindlich mit einem Klick auf den Bestellbutton. Damit ist der Vertrag von Kundenseite unter Dach und Fach (das Angebot gibt in diesem Fall der Kunde ab); für den Verkäufer ist der Vertrag erst dann verbindlich geschlossen, wenn er dem Kunden den Bestelleingang bestätigt hat UND die Versandbestätigung an den Kunden abgeschickt hat (Annahme). Informationspflichten: Ein Verkauf kommt allerdings nur dann rechtswirksam zustande, wenn der Kunde vor dem Bestell-Klick vom Verkäufer umfassend über die Bedingungen des Kaufs informiert worden ist. Zu den Bedingungen zählen die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen), Regelungen zu Haftung und Gewährleistung und das Widerrufsrecht. Der Kunde muss die Kenntnisnahme der Bedingungen quittieren (in der Regelelektronisch ein Häkchen setzen); erst dann lässt sich der Bestellbutton klicken. Widerrufsrecht: Im Widerrufsrecht findet sich der vielleicht wichtigste Unterschied zwischen Onlinekauf und dem Kauf an der Ladentheke. Beim Internethandel / Onlinekauf hat der Verbraucher 14 Tage lang Zeit, vom Verkauf zurückzutreten. Das ist nicht möglich, wenn eine Ware direkt im Geschäft gekauft wurde, auch wenn viele Verbraucher das inzwischen fälschlicherweise annehmen. Beim Kauf im Geschäft gibt es kein dem Internet vergleichbares Widerrufsrecht. Hier kann man nur unter besonderen Umständen vom Kauf zurücktreten. Es liegt vollständig in der Kulanz des Händlers, eine Ware umzutauschen.

Absicherung ist die erste Shopbetreiber -Pflicht

Wie oben zuvor erwähnt: Onlinehändler oder Shop-Betreiber müssen dringend sicherstellen, dass ihre Aktivitäten im Internet(handel) rechtssicher sind. Das ist ohne entsprechende Kenntnisse bzw. Unterstützung schwierig bis unmöglich. Gerade im Verbraucherschutz ändern sich die gesetzlichen Bestimmungen in hoher Frequenz - auf nationaler / europäischer wie auf internationaler Ebene. Wer hier nicht präventiv denkt, setzt sein Geschäft einer hohen Gefahr aus. Wenn Sie einen Shop betreiben, lassen Sie die Rechtskonformität Ihrer Handelsaktivitäten und Ihres Shops im Internet regelmäßig überprüfen, bzw. arbeiten Sie auf dauerhafter Basis mit einem spezialisierten Anwalt zusammen. Kontaktieren Sie am besten gleich einen Rechtsanwalt für Zivilrecht in Ihrer Nähe - hier per Klick!

Letzte Aktualisierung am 2016-08-08

Weiterführende Informationen
Das könnte Sie auch interessieren
Wer etwas betreibt, muss für einen entstandenen Schaden in der Regel haften: Das gilt im Internetrecht, genauso wie im "echten" Leben. Kommt es bei einer Veranstaltung zu einem Unglück, kommt der Frage nach der Betreiberhaftung besonders große Bedeutung zu. Denn meist sind viele Menschen davon betroffen. (vom 12.12.2016) mehr...
Fairness im Wettbewerb um Kunden und Marktanteile braucht Regeln. Die liefert zum großen Teil das UWG, das alle Mitbewerber am Markt gegen unlauteren Wettbewerb schützen soll. (vom 26.06.2017) mehr...
Ihr Verkäufer will den Kauf nicht rückabwickeln? "Ohne mich!", denken Sie und wähnen sich im Recht. Doch Vorsicht: Es gibt kein generelles Rücktrittsrecht vom Vertrag. Nur in Ausnahmefällen greift das Widerrufsrecht. (vom 05.02.2016) mehr...
Das Geld für eine dringed benötigte Anschaffung kann man sich leihen - per bequemem Verbraucher- oder Bankkredit. Ob das Kredit-Angebot jedoch sauber und fair ist, merkt ein Kreditnehmer nur dann, wenn er sich den Kreditvertrag aufmerksam durchliest. (vom 08.02.2016) mehr...
Verträge sind einzuhalten - diese Regel gilt auch für Kaufverträge, die ja bei jedem Einkauf entstehen. Sie regeln auch die Bedingungen der Rücknahme einer Ware. Wichtig: Der Händler ist nicht grundsätzlich dazu verpflichtet, eine Ware zurückzunehmen. (vom 12.09.2016) mehr...
Aus der Vielfältigkeit der Nutzungen und Nutzungsmöglichkeiten wird klar, dass das Internetrecht kein einheitliches, klassisches Rechtsgebiet sein kann, sondern eine echte Querschnittmaterie ist. Das Internetrecht umfasst also zahlreiche andere Rechtsgebiete und ist wie kaum ein anderes Rechtsgebiet ständigen Neuerungen unterworfen. (vom 16.11.2015) mehr...
PayPal: Prinzipiell eine attraktive Sache. Folgt man allerdings den Meinungen in einschlägigen Blogs, scheint es bei vielen Nutzern (Kunden wie Händlern) schwere Reibungen mit dem Unternehmen zu geben. Grund, einen Anwalt zu beauftragen? (vom 30.05.2016) mehr...
Wer Ihre Daten besitzt, kann damit erheblichen Schaden anrichten. Er kann in Ihrem Namen Rechtsgeschäfte abschließen, strafbare Handlungen begehen und Rufmord begehen. Den Tätern ist oft kaum beizukommen; umso wichtiger, dass Sie Ihre Daten wirksam schützen. (vom 14.03.2017) mehr...
Wenn Kunden längst fällige Rechnungen nicht bezahlen, ist dies ein Ärgernis, das insbesondere für kleinere Unternehmen und Betriebe schnell zu einer großen finanziellen Belastung werden kann. Doch wie werden offene Forderungen am schnellsten und effektivsten eingezogen? Außergerichtlich mit Mahnung, Anwaltsschreiben oder dem Beauftragen eines Inkassounternehmens? Oder gerichtlich mit einem Mahnverfahren? (vom 27.09.2017) mehr...
Die Deregulierung der Finanzmärkte brachte findige Unternehmer auf die Idee: Sie kreiierten Anlageprodukte, die keiner verstand, aber große Gewinne versprachen. Tausendfache Anklagen wegen Falschberatung, auf die Sie sich nach wie vor berufen können. Wir sagen Ihnen wie. (vom 14.09.2016) mehr...
Expertentipps

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung