anwaltssuche

Anwalt Rufmord

Rechtsanwälte für Medienrecht. Hier finden Sie schnell & einfach einen persönlichen Anwalt für Ihren Rechtsfall vor Ort. Informationen und Rechtstipps von Anwälten für Medienrecht finden Sie auf dieser Seite und in unserem Expertentipp-Bereich.

Filtern nach Ballungsraum
Filtern nach Ort alphabetisch

Wann handelt es sich um Rufmord?

Letzte Aktualisierung am 2017-05-17 / Lesedauer ca. 2 Minuten

Was ist Rufmord?

Vorweg gesagt: Das Strafgesetzbuch kennt den Straftatbestand „Rufmord“ nicht. Hinter dieser umgangssprachlichen Bezeichnung verbergen sich allerdings die Straftatbestände üble Nachrede (§ 186 StGB) und Verleumdung (§ 187 StGB). Unter Rufmord fällt daher, wenn jemand ehrverletzende Tatsachenbehauptung oder unwahre ehrverletzende Behauptungen über eine Person gegenüber anderen verbreitet, die geeignet sind den Betroffenen in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Bei der Verleumdung kommt noch das Bewusstsein, bzw. der Vorsatz, des Täters hinzu, dass er die Unwahrheit seiner Behauptungen kennt. Rufmord kann im beruflichen Umfeld eines Menschen geschehen, etwa, wenn jemand gegenüber anderen behauptet, dass der Bio-Metzger sein Fleisch nicht vom Bio-Bauernhof, sondern von einer Großschlachterei bezieht. Oder im privaten Lebensbereich, wenn in der Nachbarschaft getuschelt wird, dass Nachbar X seine Frau schlägt.

Ist Rufmord strafbar?

Strafbar ist Rufmord dann, wenn die Delikte üble Nachrede und Verleumdung erfüllt sind. Das Gesetz sieht bei der üblen Nachrede eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren und bei Verleumdung von bis zu fünf Jahren vor, oder jeweils eine Geldstrafe.

Wie kann man sich bei Rufmord wehren?

Opfer eines Rufmords können zunächst versuchen den Täter zur Rede zu stellen und bestenfalls eine öffentliche Richtigstellung seiner Behauptungen bewirken. Ist diese Vorgehensweise nicht von Erfolg gekrönt, kann ein Rufmord-Opfer Anzeige bei der Polizei erstatten und Strafantrag stellen. Wichtig ist dabei, das der Täter benannt und der Sachverhalt vollständig und detailliert dargelegt wird- am besten unter Benennung von Zeugen oder anderen Beweisstücken (wie EMails oder Briefe). Es muss bei der Sachverhaltsschilderung klar werden, warum es sich bei den Täter-Behauptungen um einen Rufmord handelt.

Unser Tipp: Experten für Strafrecht fragen!

In Fällen von Rufmord besteht immer die Gefahr, dass Polizei und Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen mangelnder Beweis oder Erheblichkeit einstellen. Damit Opfer dem Rufmord-Treiben wirkungsvoll mit einer Anzeige ein Ende setzen können, empfiehlt sich der Gang zum Fachanwalt für Strafrecht.

Weiterführende Informationen
Das könnte Sie auch interessieren
Blogs sind Internet-Foren, in denen Meinungen frei geäußert werden können und die bestimmten Interessengruppen zum Austausch von Informationen dienen. Für Blogs gelten zwar die Regeln der Pressefreiheit, aber auch entsprechende Einschränkungen. (vom 30.05.2016) mehr...
Auch wenn das Gesagte dann bereits in der Welt ist, kann man sich mit einer Gegendarstellung gegen unerwünschte Äußerungen wehren, wenn sie einen persönlich betreffen. Das Pressemedium, das die Äußerung veröffentlicht hat, ist verpflichtet, die Gegendarstellung möglichst bald und an der gleichen Stelle zu publizieren. (vom 19.01.2017) mehr...
Ehrverletzende Delikte, zu denen die Verleumdung gehört, geschehen sehr viel häufiger als man denkt; nur selten werden sie allerdings verfolgt. Sie sind belastend, und manchmal sind sie nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Wer betroffen ist, muss sich also darüber klar werden, welche Haltung er dazu einnimmt. (vom 13.06.2017) mehr...
Es ist nicht egal, was andere über einen sagen oder verbreiten. Worte können weh tun, kränken, unter die Gürtellinie gehen. Derlei Ehrverletzungen muss man sich das nicht gefallen lassen, gleichgültig ob sie öffentlich behauptet oder im Internet gepostet werden. (vom 22.06.2017) mehr...
Mit dem Täter-Opfer-Ausgleich steht in Strafverfahren ein außergerichtliches Verfahren zur Verfügung, das eine Aussöhnung zwischen Täter und Opfer anstrebt und einen materiellen Ausgleich für die begangene Tat schafft - bei entsprechenden Voraussetzungen. (vom 22.09.2016) mehr...
Die Opfervertretung in einem Strafverfahren, in dem das Opfer einer Straftat als Zeuge aussagt oder in einem Adhäsionsverfahren, in dem es als Nebenkläger auftritt, kann juristisch, sachlich und besonders menschlich höchst anspruchsvoll sein und hohe Sensibilität erfordern. (vom 27.06.2016) mehr...
Als Opfer einer Straftat können Sie in mehrfacher Hinsicht Hilfe in Anspruch nehmen. Mehr zu Ihren rechtlichen Möglichkeiten erhalten Sie hier. (vom 25.11.2015) mehr...
Bei der Verhandlung einer Strafsache denken Richter und Staatsanwaltschaft per Gesetz in erster Linie an den vermeintlichen Täter, den Angeklagten. Das Opfer kann sich jedoch spürbar Gehör verschaffen, mit Hilfe der Nebenklage. (vom 02.02.2016) mehr...
Das Presserecht gehört zum Medienrecht. Die Freiheit der Berichterstattung und die Meinungsfreiheit sind seine grundgesetzlichen Wurzeln. Sie können mit anderen Rechten kollidieren; häufiges Konfliktpotenzial besteht zu den Persönlichkeitsrechten. (vom 26.04.2017) mehr...
Hehlerei ist eine strafbare Handlung, die im Strafgesetzbuch genau beschrieben ist. Hierbei ist das Bereichern an gestohlener oder illegaler fassbarer Sachen gemeint. Seit 2015 gibt es im Strafgesetzbuch neu den Straftatbestand der Datenhehlerei. (vom 10.11.2016) mehr...
Expertentipps

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung