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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 12.02.2019 (Lesedauer ca. 4 Minuten)

Versorgungsausgleich - Aufteilung der Rentenansprüche

Was ist ein Versorgungsausgleich? Wie wird er berechnet? Welche Nachweise werden benötigt? Kann ein Versorgungsausgleich ausgeschlossen werden? Wir klären Sie anhand unserer aktuellen Checkliste umfassend auf!

Was ist ein Versorgungsausgleich?

Unter Versorgungsausgleich versteht man die Aufteilung der Rentenansprüche im Falle einer Scheidung. Durch den Versorgungsausgleich sollen Ausfälle bei der Ansammlung von Rentenansprüchen ausgeglichen werden und zwar unabhängig davon, warum ein Ehegatte weniger gearbeitet hat. Der Ehepartner, der mehr Rentenansprüche erworben hat, muss die Hälfte davon an den anderen Ehepartner abgeben.

Was fällt in den Versorgungsausgleich?

In den Versorgungsausgleich fallen alle im In- und Ausland erworbenen Anwartschaften und bereits in Anspruch genommene Altersversorgungsbezüge. Dazu gehören etwa Anwartschaften oder Bezüge der gesetzlichen Rentenversicherung, Betriebsrenten, private Rentenversicherungen wie die Riesterrente, Direktversicherungen, die per Entgeltumwandlung finanziert wurden, Beamten-, Soldaten-, Richter- und Abgeordnetenversorgung, Altersversorgung der Landwirtschaft, berufsständische Versorgungen, wie das Versorgungswerk der Rechtsanwälte.


Diese Rentenanwartschaften fallen nicht in den Versorgungsausgleich!


Beim Versorgungsausgleich werden folgende Rentenanwartschaften nicht berücksichtigt:

• Unfallrenten
• Renten nach dem Bundesentschädigungsgesetz
• Renten nach dem Lastenausgleichsgesetz
• Renten nach dem Bundesversorgungsgesetz
• Lebensversicherungen auf Kapitalbasis
• Risikoversicherungen, wie die Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie wird der Versorgungsausgleich berechnet?

Zur Berechnung des Versorgungsausgleichs muss für jede Rentenanwartschaft der konkrete Wertausgleich ermittelt werden. Die Berechnung des Versorgungsausgleichs ist für Laien sehr komplex und wird daher vom Gericht durchgeführt.

Welche Nachweise werden benötigt?

Im Scheidungsverfahren werden für den Versorgungsausgleich Nachweise benötigt. Hier empfiehlt es sich möglichst frühzeitig eine Auskunft über den aktuellen Stand Ihres Rentenversicherungskontos bei der Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung einzuholen. Dort erfahren Sie auch, für welche Zeiten Sie noch Nachweise benötigen und wie sie diese erbringen können. Ein Problem kann es bei Lohnunterlagen über Arbeitszeiten in der ehemaligen DDR geben. Die Frist zur Ausbewahrung ist im Jahr 2011 abgelaufen.

Wie wird der Versorgungsausgleich im Scheidungsverfahren durchgeführt?

Liegt kein Ehevertrag oder keine Scheidungsfolgenvereinbarung vor, wird der Versorgungsausgleich im Scheidungsverfahren durchgeführt. Dieser muss nicht beantragt werden, er wird von Amts wegen ermittelt. Zur Ermittlung des Versorgungsausgleichs sendet das Familiengericht den Ehegatten nach Eingang des Scheidungsantrags einen Fragebogen zu. Hier müssen die Ehepartner Angaben zu ihren jeweiligen Versorgungsrechten machen. Dieser Fragebogen sollte schnellst möglich ausgefüllt an das Familiengericht zurückgeschickt werden, da ansonsten das Scheidungsverfahren unnötig in die Länge gezogen wird. Wer diesen Fragebogen nicht zurückschickt, riskiert ein Zwangsgeld oder sogar Zwangshaft.

Einen Musterfragebogen finden Sie hier (neues Fenster).

Wann wird auf einen Versorgungsausgleich verzichtet?

Auf einen Versorgungsausgleich kann durch einen notariell beglaubigten Ehevertrag oder eine notariell beglaubigte Scheidungsfolgenvereinbarung verzichtet werden. Für die Durchsetzbarkeit des Verzichts ist es wichtig, dass dadurch keine einseitige Lastenverteilung auf einen Ehepartner entsteht.

Der Verzicht auf einen Versorgungsausgleich kann noch im Scheidungsverfahren erfolgen. Bei kurzen Ehen, die höchstens drei Jahre andauerten, kann auf den Versorgungsausgleich verzichtet werden. Hier findet ein Versorgungsausgleich nur auf Antrag eines Ehepartners statt.

Ein Verzicht auf den Versorgungsausgleich ist auch möglich, wenn die Eheleute ungefähr gleich viele Rentenpunkte während der Ehe erworben haben. Der Versorgungsausgleich wäre hier nur gering und kann daher vernachlässigt werden. Gleiches gilt, wenn die Ehepartner jeweils über eine ausreichende Altersversorgung verfügen.

Auf einen Versorgungsausgleich kann ebenfalls verzichtet werden, wenn eine besondere Härte vorliegt. Das ist etwa der Fall bei persönlichem Fehlverhalten eines Ehepartners. Ob eine besondere Härte vorliegt, entscheidet das Familiengericht.

Laden Sie sich hier alle wichtigen Informationen zum Versorgungsausgleich als Checkliste (PDF) herunter:

Checkliste Versorgungsausgleich

Formular Checkliste Versorgungsausgleich Checkliste Versorgungsausgleich
Alle wichtigen Informationen zum Versorgungsausgleich in der Übersicht
Quelle: anwaltssuche.de, 2019-01-31 09:12:51.0 Downloads: 9




Anwalt konsultieren - was ist zu beachten?

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Beratung vom Anwalt für FamilienrechtDie Berechnung eines Versorgungsausgleichs sowie die Durchsetzung im Scheidungsverfahren ist bei einem Anwalt für Familienrecht in den besten Händen. Er kennt alle relevanten Voraussetzungen und kann all Ihre Fragen rund um das Thema Ausgleich von Rentenanwartschaften rechtssicher beantworten. Nutzen Sie die Expertise und Erfahrung eines Anwalts für Familienrecht.

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Häufige Fragen und Antworten zum Versorgungsausgleich

+ Versorgungsausgleich – Wer zahlt?

Beim Versorgungsausgleich wird ein Ausgleich der Rentenansprüche zwischen den Eheleuten vorgenommen. Die ermittelte Auszahlung findet mit Renteneintritt von der jeweiligen Rentenversicherung statt.



+ Versorgungsausgleich - Was bedeutet Ausgleichswert?

Der Ausgleichswert ist der aus den angesparten Rentenbeiträgen während der gemeinsamen Ehezeit ermittelte Betrag. Dieser Betrag wird halbiert und dem Rentenkonto des anspruchsberechtigten Ehepartners gutgeschrieben.



+ Versorgungsausgleich – Was muss angegeben werden?

Beim Versorgungsausgleich müssen alle Rentenanwartschaften oder bereits in Anspruch genommene Altersvorsorgebezüge angegeben werden.



+Wer berechnet den Versorgungsausgleich?

Der Versorgungsausgleich wird vom Familiengericht berechnet.



+ Wo und wie muss der Versorgungsausgleich beantragt werden?

Der Versorgungsausgleich muss grundsätzlich nicht beantragt werden. Das Familiengericht ermittelt ihn von Amtswegen. Nur bei einer ausländischen Scheidung im Ausland ist ein Antrag notwendig, wenn später der Versorgungsausgleich erfolgen soll, und bei einer kurzen Ehe von max. 3 Ehejahren.



+Versorgungsausgleich - Warum verzichten?

Auf einen Versorgungsausgleich kann verzichtet werden, wenn beide Eheleute annähernd gleich viele Rentenanwartschaften gesammelt haben oder wenn ihre jeweilige Altersvorsorge ausreicht.



+ Warum dauert ein Versorgungsausgleich so lange?

Die Ermittlung des Versorgungsausgleichs kann lange dauern, wenn die notwendigen Unterlagen von den Eheleuten nicht schnellst möglich beim Familiengericht eingereicht werden.



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