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Die Scheidung: das formale Ende einer Ehe

Letzte Aktualisierung am 01.10.2018 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Grundsätzliches zur Ehescheidung

Ob eine Ehescheidung einfach von statten geht oder sich kompliziert gestaltet, hängt von mehreren Faktoren ab: Ein wesentlicher Punkt ist, welche Vermögenswerte während der Ehe angespart wurden, z.B. eine Immobilie oder Geldanlagen. Diese Werte gilt es möglichst gerecht aufzuteilen. Gibt es Kinder, muss geregelt werden, bei welchem Elternteil sie leben sollen und wie das Umgangsrecht / Besuchsrecht gestaltet werden soll. Zudem muss der Unterhaltsanspruch geprüft werden und die Höhe von Trennungsunterhalt und ggf. nachehelichem Unterhalt berechnet werden. Schwierigkeiten bei der Berechnung kann es hier z.B. geben, wenn ein Partner selbstständig ist; also über kein geregeltes Einkommen verfügt. Haben beide Partner gemeinsam eine Firma aufgebaut, muss geregelt werden, was mit dieser und ggf. was mit den Angestellten passieren soll.

Kann ich mir den Anwalt sparen?

Etwa zwei Drittel aller Scheidungen erfolgen einvernehmlich. Das heißt: Die Ex-Partner sind sich in allen Punkten einig und streben eine schnelle und möglichst kostengünstige Scheidung an. Viele ehemalige Paare stellen in diesem Zusammenhang die Frage, ob man auf einen Anwalt verzichten kann. Die Antwort lautet: "Nein". Denn eine Ehe wird nur geschieden, wenn der so genannte Scheidungsantrag gestellt wurde. Und dieser kann in Deutschland nur von einem Anwalt eingereicht werden; d.h. hierfür herrscht Anwaltszwang. Der Gesetzgeber möchte dadurch verhindern, dass jemand aus Unkenntnis ganz oder teilweise auf etwaige Rechte verzichtet und dadurch große Nachteile für sein weiteres Leben erleidet. Die umfangreiche Information über mögliche Konsequenzen steht also an oberster Stelle. Schließlich stellt eine Scheidung nicht nur in persönlicher, sondern auch vor allem in finanzieller Hinsicht (z.B. in Bezug auf die Rente) einen großen Einschnitt im Leben der Betroffenen dar.

Wie kann ich sonst bei einer Scheidung sparen?

Einfach, schnell und kostengünstig kann eine Scheidung durch die so genannte Scheidungsfolgenvereinbarung werden. Mit dieser Möglichkeit möchte der Gesetzgeber vor allem auch die Gerichte entlasten. Denn warum muss jede Scheidung vor Gericht verhandelt werden, wenn man sich einig ist? Eine Scheidungsfolgenvereinbarung kann sehr individuell gestaltet werden. Meistens enthält sie den Ausschluss in Punkto Versorgungsausgleich und den Verzicht auf Ausgleichszahlungen. Des weiteren werden üblicherweise Höhe und Laufzeit der Unterhaltszahlungen geregelt.

Scheidung per Maus-Klick - günstige Alternative?

Ein Großteil unseres Lebens spielt sich im Internet ab, warum nicht auch eine Ehe per Maus-Klick beenden? Vieles kann tatsächlich für die Online-Scheidung sprechen, besonders wenn es sich um einen sehr einfachen Fall, z.B. ohne Kinder und nennenswerte Vermögenswerte, handelt. Das persönliche Gespräch mit einem Rechtsanwalt vor Ort sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Und oftmals entpuppt sich auch ein vermeintlich einfacher Fall in der Realität als weitaus komplizierter, was man dann doch lieber persönlich und nicht per Mail besprechen bzw. regeln möchte.

Scheidungskosten bei der Steuer absetzbar?

Seit 2013 gibt es einen Zusatz im Einkommensteuergesetz, wonach Scheidungskosten nicht mehr als außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden. Allerdings kann laut aktueller Rechtslage die bei der Scheidung entstandenen Gerichts- und Rechtsanwaltsgebühren nach wie vor angerechnet werden (Aktenzeichen 14 K 1861/15). Kosten für Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt oder Zugewinnausgleich fallen nicht darunter (BFH-Urteil vom 10.3.2016, VI R 69/12). Unser Tipp: Geben Sie nach wie vor alle entstandenen Kosten bei Ihrer Einkommensteuer an und warten Sie die Entscheidung und Begründung vom örtlichen Finanzamt ab. Kontaktieren Sie hier einen Anwalt für Familienrecht zur Klärung Ihrer Fragen und für eine umfassende Rechtshilfe.


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