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Arbeitserlaubnis und Aufenthaltstitel

Letzte Aktualisierung am 07.11.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Ohne Arbeitsplatz keine Aufenthaltserlaubnis, ohne Aufenthaltserlaubnis kein Arbeitsplatz - so war's beim Hauptmann von Köpenick, diesem absurden "deutschen Märchen" aus dem Jahr 1931. Heute stehen die Dinge anders; allerdings sind Aufenthaltsrechte und das Recht auf Ausübung einer Erwerbstätigkeit noch immer eng verbunden. Zunächst einmal: Eine Arbeitserlaubnis im klassischen Sinn gibt es heute nicht mehr. Seit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 gibt es den so genannten Aufenthaltstitel (das Recht auf Einreise und Aufenthalt in Deutschland), der eine Arbeitserlaubnis beinhaltet bzw. beinhalten kann. Die meisten Aufenthaltstitel sind befristet (in der Regel auf vier Jahre), können aber verlängert werden. Der Aufenthaltstitel / die Aufenthaltserlaubnis ist nicht automatisch mit einer Arbeitserlaubnis verbunden. Ob ein Aufenthaltstitel zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt, wird in elektronischer Form oder in der Form eines Klebeetiketts im Titel vermerkt. Der Umfang der Erlaubnis kann Beschränkungen unterworfen sein, die ebenfalls im Aufenthaltstitel vermerkt sein sind.

Arbeitserlaubnis für EU-Bürger

Wer nach Deutschland einwandert oder seinen Wohnsitz (vorübergehend) dorthin verlegt, besitzt als Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der EU alle Freizügigkeitsrechte (Einreise, Aufenthalt, freien Zugang zum Arbeitsmarkt). Diese Freizügigkeit gilt ebenfalls für EWR-Staaten (Europäischer Wirtschaftsraum, das sind Island, Norwegen und Liechtenstein) sowie die Schweiz. Übergangsregelungen bzw. eine eingeschränkte Freizügigkeit galt für Bürger einiger mittel- und osteuropäischer Staaten. Hier war eine unselbstständige Erwerbstätigkeit nur dann gestattet, wenn eine Genehmigung der Bundesagentur für Arbeit vorlag. Seit dem 31.12.2013 gelten auch für diese Staaten keine Einschränkungen mehr.

Arbeitserlaubnis für Bürger von Drittstaaten

Wer eine Drittstaatsangehörigkeit besitzt, also kein Bürger der EU, der EWR oder der Schweiz ist, braucht, wenn er in Deutschland arbeiten will, einen Aufenthaltstitel (oben beschrieben). Es gibt fünf davon:
  • Aufenthaltserlaubnis: berechtigt nicht automatisch zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit
  • Blaue Karte - EU: berechtigt nicht automatisch zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit
  • Visum: berechtigt nicht automatisch zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit
  • Erlaubnis zum Daueraufenthalt - EU: uneingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt
  • Niederlassungserlaubnis: uneingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt
Für die ersten drei der hier genannten Aufenthaltstitel kann eine Arbeitserlaubnis nur mit der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erteilt werden. Wer als Arbeitgeber einen Drittstaatsangehörigen einstellen möchte, muss sich zunächst an die örtliche Ausländerbehörde wenden. Die wiederum schließt sich mit der ZAV kurz, der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit, die für die Erteilung von Arbeitserlaubnissen zuständig ist. Sie erteilt die Zustimmung in der Regel nur dann, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen (Arbeitsmarktprüfung, Vorrangprüfung). Zu den Voraussetzungen zählt beispielsweise, dass für den Mitarbeiter aus dem Ausland die gleichen Arbeitsbedingungen gelten wie für vergleichbare Inländer (z.B. um Lohndumping zu vermeiden), oder dass durch die Einstellung keine negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt zu befürchten sind.

Arbeitserlaubnis für Akademiker

Besonders geregelt sind Arbeitserlaubnisse für Hochqualifizierte, Wissenschaftler und Selbständige (auch: Mangelberufe) aus Drittstaaten. Man sieht sie gern; für sie gelten Richtlinien, die ihnen, im Vergleich zu anderen (weniger qualifizierten), sowohl die Zuwanderung als auch die Ausübung einer Erwerbstätigkeit wesentlich erleichtern. Allerdings gelten auch hier Bedingungen. So ist zum Beispiel der Nachweis eines bestimmten Mindestgehaltes notwendig. Er soll belegen, dass sie sich und ihre Familien ohne staatliche Unterstützung erhalten können. Keinerlei Zustimmung der Arbeitsagenturen ist notwendig, wenn es um Beschäftigungen wie Praktika, Ferienjobs, bestimmte Arten der Berufsausbildung usw. geht.

Sonstige Arbeitserlaubnisse

Arbeitserlaubnisse für Personen aus Drittstaaten, die sich in laufenden Asylverfahren befinden, die sich aufgrund einer Duldung oder einer Aufenthaltsgestattung in Deutschland aufhalten, sind besonderen Bedingungen unterworfen. Für abgelehnte Anträge auf Arbeitserlaubnis gelten die üblichen Rechtsmittel. Fragen Sie einen Anwalt für Ausländerrecht, wenn es um professionelle Unterstützung bei Rechtsfragen rund um die Genehmigung oder die Ablehnung einer Arbeitserlaubnis geht. Er kann die Lage am besten beurteilen und Ihnen sofortige Unterstützung bieten. Bei uns finden sie einen Anwalt für Ausländerrecht gleich in Ihrer Nähe.


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