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Handyvertrag aus rechtlicher Sicht

Letzte Aktualisierung am 2016-03-02 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Generelles zum Handyvertrag

Grundsätzlich ist ein Handyvertrag ein ganz "normaler" Vertrag. Es wird eine Leistung geschuldet (Mobilfunknetz) und dafür eine Zahlung gefordert (Grundgebühr, Telefongebühr oder ein Pauschalpreis – flat-Tarif). Neben den Vertragsparteien samt Kontaktdaten sind in der Regel die Modalitäten wie Laufzeit, Vertragsverlängerung, Kündigung und eventuell auch der Umgang des Mobilfunkanbieters mit technischen Störungen geregelt. Soweit die Theorie.

Je nach Mobilfunkanbieter variiert der Handyvertrag

Jeder Mobilfunkanbieter hat eine eigene Produktpalette und entsprechend unterschiedlich sind auch die Inhalte der einzelnen Handyverträge. In manchen fehlen aber auch grundsätzliche Angaben: So haben Anwälte immer wieder mit Verträgen zu tun, in denen kein Preis für die beschriebene Leistung angegeben ist, sondern auf eine Preisliste verwiesen wird. Gerichte haben schon die Unzulässigkeit solcher Verträge bestätigt. Viele Menschen sind sehr markentreu und haben ihren uralten Handyvertrag einfach immer wieder verlängert. Was gilt im Zweifelsfall, die Passage im Vertrag oder aktuelle Gesetzesurteile? Welche aktuellen AGB akzeptiere ich mit einer Verlängerung automatisch? Um rechtssichere Aussagen treffen zu können, müsste man natürlich in Ihrer Vertrag schauen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Sie auch bei einer Vertragsverlängerung – die meist preislich zu Ihrem Vorteil scheint – alle aktuell geltenden Vertragsbedingungen prüfen sollten/müssten. Im Zweifelsfall findet man mit dem Anbieter jedoch meist eine gütliche Einigung, ob es um ein vorzeitiges Vertragsende oder eine kostenangepasste Fortführung geht. Brenzlig wird es dann, wenn es sich um hohe Beträge handelt.

Was tun, wenn die Kosten explodiert sind?

Mal ehrlich: Eine genaue Überprüfung Ihres Handyvertrags nehmen Sie vermutlich erst dann vor, wenn von Ihnen ein unnatürlich hoher Betrag gefordert oder bereits abgebucht wurde. Ihre Position scheint insofern nicht gut, da Sie nachweisen müssen, nicht so viel telefoniert oder bestimmte Dienste gar nicht benutzt zu haben. Wie soll das funktionieren? Auch können Sie den ausgewiesenen Betrag nicht einfach nicht zahlen, da Sie ansonsten vertragsbrüchig werden würden. Welche Schritte sollten Sie also jetzt unternehmen?

So gehen Sie vor

Wenn Sie eine zu hohe Handyrechnung erhalten haben, sollten Sie als Erstes in Ihren Vertrag schauen. Beherzigen Sie zweitens auch unsere nachfolgenden Tipps. Je nachdem, um welchen Betrag es sich handelt, oder welche Dienste Ihnen in Rechnung gestellt werden (z.B. Abo einer dubiosen Sexhotline), sollten Sie die Sache besser gleich an einen Anwalt übergeben.
  • Schritt ein: Widerspruch einlegen: Als allererstes sollten Sie schriftlich Widerspruch einlegen, am besten in Form eines Briefs mit Einschreiben mit Rückschein und gleichzeitigem Fax oder Mail. Bitten Sie um Beweise für die entstandenen Kosten und überweisen Sie lediglich einen Teilbetrag, den Sie für gerechtfertigt halten. Keine Angst: Dafür haben Sie acht Wochen Zeit. Dem Anbieter sollten Sie eine angemessene Frist geben, Ihnen die Kosten schriftlich offenzulegen.
  • Je nachdem, was Sie vom Anbieter dann an Beweisen erhalten, ergeben sich für Sie folgende Konsequenzen: Es gibt keine vertragliche Grundlage für den oder die Posten oder Sie haben die Leistungen nicht genutzt. Die Aufklärung dieser Tatbestände ist meist recht einfach. Anders sieht es bereits aus, wenn Kosten aufgrund von mangelhaften AGB zustande gekommen sind. Hier sind Sie in der Regel in der Beweispflicht, beim Vertragsabschluss nicht auf den Punkt X hingewiesen worden zu sein, der jetzt die folgenden Kosten Y verursacht. Sind die hohen Kosten durch langes Internetsurfen entstanden, womöglich im Ausland, kann es schwierig werden. Aber: Dem Handybetreiber kann hier zumindest eine Mitschuld angelastet werden. Denn zum Schutz ahnungsloser Kunden gibt es eine gesetzliche (!) Kostenbremse von ca.60 Euro. Wenn Sie im Ausland also ausgiebig surfen, sollten Sie normalerweise darauf hingewiesen werden, wenn Sie die Kostenschwelle zu überschreiten drohen. Anders gestaltet es sich in den Fällen, in denen Sie aktiv das Datenroaming eingeschaltet hatten oder sich Ihr Smartphone automatisch einwählt, um etwa Apps oder Daten zu aktualisieren. In solchen Fällen sind Sie unter Umständen zahlungspflichtig.

Fazit

Sie sehen, Ihre Position ist in vielen Fällen gar nicht schlecht und sogar bereits von Gesetzes wegen gestärkt worden. Dennoch: Sollte der Betrag astronomisch hoch, Sie sich kriminellen Drittanbietern gegenüber sehen (Stichwort: Abofalle) oder Sie sich mit dem Anbieter partout nicht einigen können, dann übergeben Sie Ihre Unterlagen an einen Anwalt für Vertragsrecht. Nehmen Sie mit einem Anwalt in Ihrer Nähe gleich hier über anwaltssuche.de unverbindlich und kostenlos Kontakt auf.

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