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Was muss man bei Kündigung einer Wohnung beachten?

Letzte Aktualisierung am 23.03.2017 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Welche Form muss die Kündigung einer Wohnung haben?

Die Kündigung einer Wohnung muss schriftlich erfolgen. Eine Kündigung per Email oder Fax ist nicht wirksam. Wichtig ist auch, dass die Kündigung von allen Mietern, bzw. Vermietern unterschrieben ist. Fehlt es an einer Unterschrift, ist die Kündigung der Wohnung unwirksam. Für den rechtswirksamen Zugang der Kündigung ist es anzuraten, die Kündigung der Wohnung per Einschreiben mit Rückschein zu zustellen. Eine persönliche Übergabe des Kündigungsschreibens mit Zeugen ist der sicherste Weg, den Zugang zu beweisen.

Welchen Inhalt muss die Kündigung der Wohnung haben?

Das Kündigungsschreiben sowohl vom Mieter wie auch vom Vermieter muss klar zu Ausdruck bringen, dass die Wohnung gekündigt werden soll. Der Vermieter muss die Kündigung der Wohnung im Kündigungsschreiben so begründen, dass der Mieter die Kündigungsgründe versteht – egal, ob es sich um eine fristgerechte oder um eine fristlose Kündigung handelt. Weiterhin muss der Vermieter im Kündigungsschreiben auf das Widerspruchsrecht des Mieters hinweisen, ansonsten ist die Kündigung der Wohnung unwirksam. Ein Mieter kann eine Wohnung fristgerecht ohne Angabe von Gründen kündigen. Bei einer fristlosen Kündigung muss auch er die Kündigungsgründe nennen, damit der Vermieter nachvollziehen kann, ob die Kündigung begründet ist, oder nicht.

Welche Kündigungsfristen gelten bei Wohnungen?

Grundsätzlich haben Mieter eine Kündigungsfrist von drei Monaten, dabei müssen sie bis zum Dritten eines Monats gegenüber ihrem Vermieter die Kündigung ausgesprochen haben. Beim Vermieter bestimmt sich die Kündigungsfrist nach der Dauer des Mietverhältnisses: Bei einem Mietverhältnis bis zu fünf Jahren gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Bei Mietverhältnissen bis zu 8 Jahren unterliegt der Vermieter einer Kündigungsfrist von sechs Monaten. Mietverhältnisse, die länger als acht Jahre bestehen, kann der Vermieter mit einer Frist von neun Monaten kündigen. Bei Werksmietwohnungen oder Untervermietung gelten kürze Kündigungsfristen. Ebenso bei Verstößen des Mieters gegen Pflichten aus dem Mietervertrag. Hier kann eine fristlose Kündigung der Wohnung in Betracht kommen, dann muss aber zunächst eine Abmahnung erfolgen. Für den Mieter gibt es Sonderkündigungsgründe, die die Kündigungsfrist verkürzen: Bei Mieterhöhung gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten und bei Sanierungen von nur einem Monat. Besteht für den Mieter Gefahr für Leib und Leben in der Mietwohnung gibt es keine Kündigungsfrist. Auch Vermieter haben Sonderkündigungsgründe, die eine Fristverkürzung bewirken. Zum einen, wenn der Mieter seine Miete zwei Monate hintereinander nicht zahlt – dann kann der Vermieter fristlos kündigen. Aber auch bei schweren Störungen des Hausfriedens oder vertragswidrigen Gebrauch der Wohnung, kann eine fristlose Kündigung der Wohnung erfolgen.

Sozialklausel: Mieter kann der Kündigung der Wohnung widersprechen!

Das deutsche Mietrecht räumt dem Mieter die Möglichkeit ein gegen die Kündigung der Wohnung zu widersprechen. Das geht aber nur, wenn ein Umzug für den Mieter oder seine Familie eine besondere Härte darstellen würde. Als besondere Härtefälle anerkannt sind etwa eine fortgeschrittene Schwangerschaft, schwere Krankheiten, hohes Alter oder drohende Obdachlosigkeit. In diesen Fällen kann der Mieter innerhalb von zwei Monaten vor Ablauf der Kündigungsfrist Widerspruch gegen die Kündigung der Wohnung einlegen. Diese Widerspruchfrist gilt für den Mieter nicht, wenn der Vermieter vergessen hat in seiner Kündigung auf das Recht des Widerspruchs hinzuweisen. Lehnt der Vermieter den Widerspruch ab, muss letztlich ein Gericht über das Vorliegen von Härtegründen entscheiden.


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