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Mieterhöhung: Wann ist sie zulässig, wann anfechtbar?

Letzte Aktualisierung am 10.04.2018 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Anwalt Mieterhöhung Der Mietzins geht aus dem Mietvertrag hervor. Während der Mieter wegen etwaiger Schäden (Schimmel, Wohnungstüre schließt nicht) eine Mietminderung geltend machen kann, darf der Vermieter den vereinbarten Mietzins mittels einer Mieterhöhung anheben. Unterschied: Eine Mietminderung gilt nur solange bis der Schaden behoben ist, eine Mieterhöhung dagegen gilt unbegrenzt. Deshalb gibt es für eine Erhöhung auch strenge Auflagen:

Möglichkeiten der Mieterhöhung

  • angepasste Mieterhöhung: Der vereinbarte Mietzins ist niedriger als vergleichbare Mieten in der Umgebung. Dafür wird normalerweise ein örtlicher Mietspiegel herangezogen. Meist möchte der Vermieter diesen Schritt dann vornehmen, wenn eine Miete längere Zeit konstant geblieben, das Mietniveau vergleichbarer Wohnungen durch Mietwechsel jedoch gestiegen ist. Denn die Alternative für eine höhere Mieteinnahme bestünde nur in Form eines Mieterwechsels - was bekanntlich für Vermieter eher schwierig ist.
  • Mieterhöhung aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen: Modernisiert ein Vermieter die Mietsache, etwa durch Anbringung eines Balkons oder einer besseren Dämmung, oder durch Installation eines Aufzugs, darf er die entstandenen Kosten in Form einer Mieterhöhung an den Mieter weitergeben. Denn: Der Mieter profitiert im Gegenzug von einer höheren Mietqualität. Allerdings muss die Modernisierung nötig und sinnvoll sein, gegebenenfalls hat ein Mieter die Möglichkeit, sich dagegen zu wehren.
  • Staffelmiete: Bei Staffelmieten wird im Mietvertrag genau vereinbart, zu welchem festgelegten Zeitraum sich die Miete um wie viel Prozent erhöht. Um es vorweg zu nehmen: Staffelmietverträge sind die sicherste Methode der Mieterhöhung. Hat der Mieter einen solchen unterschrieben, hat er eigentlich nur eine Möglichkeit, den höheren Mietzins zu vermeiden: Er muss vor der automatischen Mieterhöhung ausziehen.

Zulässigkeit von Staffelmieten

Ist eine Mieterhöhung im Mietvertrag, in der Regel in Form einer Staffelmiete, fest geregelt und wurden darin keine Formfehler gemacht – zum Beispiel eine falsche Berechnung – muss der Mieter den erhöhten Mietzins auch fristgerecht leisten. Kommt er dieser Leistung nicht oder verspätet nach, kann der Vermieter dagegen vorgehen, gegebenenfalls kann der Vermieter auch eine Kündigung des Mietverhältnisses in Erwägung ziehen.

Zulässigkeit sonstiger Mieterhöhungen

Eine Mieterhöhung ist grundsätzlich nur einmal pro Jahr zulässig. Zudem darf der Vermieter auch nicht einseitig erhöhen, sondern der Mieter muss einer Erhöhung zustimmen. Auch muss die Mieterhöhung schriftlich erfolgen und darin ausreichend begründet sein. Prinzipiell müssen Oberwerte eingehalten werden, da ansonsten Mietwucher vorliegen könnte.

Was Vermieter tun können

Eine Mieterhöhung ist immer eine heikle Sache, die Sie wohl überlegen sollten, gerade wenn das Verhältnis zum Mieter gut ist und / oder Sie mit ihm in einem Wohnkomplex wohnen. Ein Rechtsanwalt kann helfen, die Mieterhöhung schriftlich so zu formulieren, dass diese nicht nur "wasserdicht", sondern für den Mieter auch nachvollziehbar ist.

Was Mieter tun können

Einer Mieterhöhung, die nicht im Mietvertrag geregelt wurde, müssen Sie als Mieter zustimmen. Dazu gilt es Formalien zu beachten und alle Möglichkeiten zu kennen, die ein entsprechendes Schreiben zulässig oder nichtig macht. Sollten Sie sich hierbei unsicher sein, wenden Sie sich gleich nach Erhalt des Schreibens an einen Anwalt, denn die Praxis zeigt: Versäumte Fristen lassen sich so gut wie nicht ausbügeln.

Hilfe vom Anwalt für Mietrecht

Anwälte mit Spezialisierung auf Mietrecht und insbesondere Mieterhöhungen prüfen die Zulässigkeit von Preisanhebungen für beide Seiten. Sollten Sie berechtigte Zweifel haben, wenden Sie sich unbedingt an einen Anwalt. Kontaktieren Sie einen kompetenten Anwalt gleich hier bei anwaltssuche.de.


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