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Anwalt Mietminderung

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Mietminderung: Nicht jeder Schaden ist Minderungsgrund

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Grundsätzliches zur Mietminderung

Ein Mieter darf die Miete dann kürzen, wenn es im Mietobjekt einen Schaden gibt, der erheblich beeinträchtigend ist, vor Einzug noch nicht bekannt war, nicht vom Mieter verursacht wurde, vom Mieter dokumentiert und nachgewiesen werden kann und nicht schon seit Jahrzehnten bekannt bzw. vorhanden ist.

Beispiele aus der Praxis

Ganz konkret ist eine Mietminderung normalerweise dann rechtens, wenn
  • der Keller unbenutzbar ist - z.B. durch Gestank oder Feuchtigkeit
  • die Heizung nicht oder nicht zuverlässig funktioniert
  • die Fenster undicht sind oder nicht schließen
  • Schimmel vorhanden ist - wobei die Schimmelbildung eindeutig dem Vermieter anrechenbar sein muss (nicht etwa entstanden durch mangelndes Lüften des Mieters)
  • das Mietobjekt sehr viel kleiner ist als angegeben - und daher zu viel Miete bezahlt wird (Richtwert: 10 Prozent Abweichung)
  • der Mieter Lärm ertragen muss - das kann unvorhersehbarer Baulärm oder Verkehrslärm sein. Aber auch bei lärmenden Nachbarn ist der Mieter zur Minderung dann berechtigt, wenn die Ruhezeiten von 22 Uhr bis 8 Uhr missachtet werden.
Kein Minderungsgrund ist etwa die Kündigung wegen Eigenbedarf durch den Vermieter und des damit verbundenen Auszugs des Mieters.

Wie muss eine Mietminderung erfolgen?

Ein Mieter darf nicht einfach im nächsten Monat weniger Miete überweisen. Vielmehr muss der Vermieter erst einmal schriftlich über den Mangel informiert werden. Es sollte eine angemessene Frist gesetzt werden und erst danach die Mietminderung erfolgen. Aber Vorsicht: Sollte der Schaden nicht dem Vermieter angelastet werden können (oder gar keiner sein) oder die Frist zur Mängelbeseitigung zu kurz bemessen oder die Höhe der Mietminderung viel zu hoch sein, hat der Vermieter rechtliche Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Im schlimmsten Fall, also wenn der Mangel kein Mangel ist und die Mietminderung sich als unrechtmäßig entpuppt, ist der Vermieter sogar berechtigt, dem Mieter die Kündigung auszusprechen. Auch deshalb ist es anzuraten, die vermeintliche Ursache des Schadens möglichst detailliert zu dokumentieren.

Ist noch ein Gespräch mit dem Vermieter möglich?

Am besten wäre es, wenn man mit dem Vermieter in Ruhe reden könnte. Oftmals ist das Mietverhältnis aber bereits so belastet, dass dies nicht in Frage kommt. Überlegen Sie sich dann, ob Sie Ihre Mietminderung nicht absolut wasserfest machen möchten: und das erreichen Sie nur mit Hilfe eines Rechtsanwalts für Mietrecht.

Ein Anwalt kann auch im Hintergrund helfen

Ein Anwalt für Mietrecht hat die nötige Erfahrung und das Fingerspitzengefühl, wie man in Ihrem konkreten Fall am besten vorgeht. Beispielsweise tritt er in einem Fall vielleicht zunächst gar nicht in Erscheinung und berät Sie nur im Hintergrund, wie Sie auf Vermieter, Hausmeister oder Hausverwalter am besten zugehen sollten. Manchmal hilft aber auch gleich ein förmliches Schreiben, um den Vermieter (oder die Hausverwaltung) zum Handeln zu bewegen. Die Kosten für eine anwaltliche Beratung sind meist sehr viel niedriger als die Folgekosten, die später entstehen können - von der Energie, die Sie sich dadurch sparen, ganz zu schweigen.

Letzte Aktualisierung am 2016-07-21

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