anwaltssuche

Anwalt Nebenkosten

Rechtsanwälte für Mietrecht. Hier finden Sie schnell & einfach einen persönlichen Anwalt für Ihren Rechtsfall vor Ort. Informationen und Rechtstipps von Anwälten für Mietrecht finden Sie auf dieser Seite und in unserem Expertentipp-Bereich.

Filtern nach Ballungsraum
Filtern nach Ort alphabetisch
anwaltssuche.de Anwalt Nebenkosten

Nebenkosten müssen nicht automatisch gezahlt werden

Letzte Aktualisierung am 2016-07-21 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Anwalt Nebenkosten

Was Nebenkosten sind

Nebenkosten sind diejenigen Kosten, die beim Wohnen über den Mietzins hinaus noch anfallen. Nebenkosten (oder Betriebskosten genannt) sind in der Höhe alles andere als "nebenbei Kosten". Im Gegenteil: Es ist in der Tat so, dass die Preise für Heizung bzw. Warmwasser in den letzten Jahren so enorm gestiegen sind, dass selbst warme Winter nicht die erhoffte Rückzahlung, sondern mittlerweile gleichbleibende oder gar weiter steigende Kosten bringen. Viele Mieter sprechen deshalb zu Recht von der zweiten Miete.

Grundsätzliches zu Nebenkosten

Was viele nicht wissen: Der Mieter muss nicht per se für alle Kosten aufkommen, die durch eine Wohnung entstehen. Im Mietvertrag muss ausdrücklich vereinbart sein, dass Nebenkosten vom Mieter zu tragen sind und wenn ja welche. Ansonsten muss nur der Mietzins bezahlt werden und der Vermieter bleibt auf allen anderen Kosten sitzen.

Wann Nebenkosten bezahlt werden müssen

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie der Vermieter sich anfallende Nebenkosten vom Mieter zurückholen kann.
  • Der Vermieter listet die Kosten im Detail im Mietvertrag auf. Hier kann er natürlich nur diejenigen Kosten anführen, die umlagefähig sind. Wer sind unsicher ist, ob ein Posten umlagefähig ist, findet Antwort in der Betriebskostenverordnung (§ 556 I 2 BGB). Im Umkehrschluss heißt das: Gibt es Posten, die der Vermieter nicht erwähnt, die aber umlagefähig wären, kann er sie im Zweifelsfall auch nicht umlegen.
  • Möglichkeit zwei: Der Vermieter verweist im Mietvertrag auf die Betriebskostenverordnung. So läuft der Vermieter nicht in Gefahr, einen umlagefähigen Posten zu vergessen, es können "automatisch" alle Kosten weiterverrechnet werden, die laut Gesetz umlagefähig sind.

Was sind typische Nebenkosten?

Wie gesagt sind Nebenkosten Kosten, die im Umfeld einer Wohnung oder eines Hauses entstehen und die gegebenenfalls derjenige tragen muss, der das Objekt angemietet hat. Dazu gehören (je nach Vereinbarung!)
  • die Grundsteuer
  • Wasser, Heizungs- und Warmwasserkosten
  • Straßenreinigung
  • Müllabfuhr
  • Entwässerung
  • Schornsteinreinigung
  • Gartenpflege
  • Kosten für den Aufzug
  • Beleuchtung
  • Gemeinschaftsantenne oder Breitbandkabelnetz
  • maschinelle Wascheinrichtungen
  • Hausreinigung
  • Ungezieferbekämpfung
  • Sachversicherungen
  • Haftpflichtversicherungen
  • Hauswart

Das sind keine Nebenkosten

Nicht zu den Nebenkosten zählen Verwaltungskosten wie zum Beispiel Kosten für eine Hausverwaltung, Porto, Zinsen, Telefon oder Bankgebühren. Diese Kosten sind nicht umlagefähig. Der Mieter muss generell auch keine Reparaturkosten zahlen (außer natürlich, wenn er einen Schaden verursacht hat, was dann meist seine Haftpflichtversicherung übernimmt). Auch Instandhaltungskosten oder Rücklagen für Instandhaltungskosten sind nicht umlagefähig. Sollte der Hausmeister Verwaltungsaufgaben übernehmen oder kleine Reparaturen selbst vornehmen, müssen die Kosten dafür sogar aus einer Betriebskostenabrechnung herausgerechnet werden.

Abrechnung muss nach einem Jahr vorliegen

Spätestens ein Jahr nach Ende des Abrechnungszeitraums muss der Vermieter dem Mieter die Abrechnung vorlegen. Versäumt der Vermieter diese Frist, verliert er Ansprüche auf eventuelle Nachzahlungen. Ausnahme: Der Vermieter hat die verspätete Abrechnung nicht selbst verschuldet. Aber: Sollte eine verspätet abgelieferte Nebenkostenabrechnung ergeben, dass der Mieter Geld zurückbekommt, hat er weiterhin Ansprüche darauf!

Viele Abrechnungen sind falsch - was tun?

Ob Unwissenheit oder Absicht: Experten schätzen, dass ziemlich sicher jede dritte, wahrscheinlich sogar jede zweite Nebenkostenabrechnung falsch ist. Oftmals ist die Grundlage der Berechnung falsch oder die Berechnung an sich ist fehlerhaft. Ein typischer Fehler ist beispielsweise, dass leer stehende Wohnungen bei der Heizkostenabrechnung mitgezählt werden. Das heißt: Sie als Mieter zahlen für die Heizkosten einer leer stehenden Wohnung mit. Das ist nicht korrekt und ist nur ein Beispiel für Fehler in Betriebskostenabrechnungen, die beim Überfliegen gar nicht groß auffallen.

Checkliste: Die häufigsten Fehler

Prüfen Sie bei Ihrer Betriebskostenabrechnung insbesonders die folgenden Punkte:
  • Sind im Mietvertrag Nebenkosten vereinbart und wenn ja, welche? Oder sind diese pauschaliert und damit bereits abgegolten?
  • Werden dieselben Posten mehrmals abgerechnet?
  • Werden Nebenkosten aufgeführt, die der Vermieter übernehmen muss? Dies betrifft inbesondere Kosten für Verwaltung, Instandhaltung und Reparatur
  • Hat der Vermieter gut gewirtschaftet oder überteuert eingekauft?
  • Wurden die Nebenkosten korrekt auf die Mieter bzw. die Wohnungsgröße umgelegt?

Tipp: Mit anderen Mietern zusammenschließen

Gerade wenn ein Vermieter mehrere Mietshäuser besitzt, tut sich ein einzelner Mieter oftmals schwer, sich gegen vermeintliche Fehler in der Abrechnung zu wehren. Deshalb gilt: Prüfen Sie Ihren Mietvertrag und die Abrechnung genau und schließen Sie sich, wenn möglich, mit anderen Mietern zusammen. Holen Sie sich dann am besten einen Anwalt zur Seite. Die Kosten für die Rechtsberatung bei einem Rechtsanwalt für Mietrecht sind oftmals niedriger als versteckte Kosten, die ein Mieter gar nicht zahlen müsste. Gleichzeitig hat ein Anwalt meist die besten Chancen, zu viel gezahltes Geld zurückzuholen.

Weiterführende Informationen
Das könnte Sie auch interessieren
Leidiges Thema Betriebskostenabrechnungen: Viele Abrechnungen sind nicht absichtlich falsch, sondern aufgrund mangelnder Kenntnis von Seiten der Vermieter. Rechtshilfe und Informationen erhalten Sie hier. (vom 23.06.2016) mehr...
Es wäre unzumutbar, wenn Mieter von heute auf morgen auf die Straße gesetzt werden könnten. Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist deshalb der so genannte Mieterschutz fest verankert. Dem Mieterschutz gegenüber steht das Recht des Vermieters auf sein Eigentum. (vom 21.06.2018) mehr...
Wie gut ein Mietvertrag wirklich ist, zeigt sich erst, wenn ein Mieter auszieht. Dann werden (vermeintliche) Lücken in den Vertragsklauseln gesucht, um Geld zu sparen oder die Kaution einbehalten zu können. Wie sollte ein Mietvertrag also formuliert sein? (vom 20.07.2016) mehr...
Nach dem Auszug wird über nichts so häufig gestritten wie über die Mietkaution. Welche Pflichten haben Vermieter und Mieter in Bezug auf die Mietkaution und wie funktioniert das mit der Rückzahlung der Mietkaution sind Fragen, die wir hier behandeln möchten. (vom 18.07.2016) mehr...
Ein Vermieter ist verpflichtet, sein Mietobjekt zu pflegen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, kann der Mieter die Miete mindern. Doch nicht für alles ist der Vermieter verantwortlich. Auch droht dem Mieter bei unberechtigter Minderung die Kündigung. (vom 13.06.2018) mehr...
Vermieter dürfen aus der Tatsache, dass sie ein Mietobjekt "übrig" haben, keinen Profit herausschlagen. Das gilt als Mietwucher und ist in Deutschland per Gesetz verboten. So genannte Miethaie droht sogar eine Freiheitsstrafe - wenn sie angezeigt werden. (vom 21.07.2016) mehr...
Wenn Mieter und Vermieter einen Mietvertrag unterschreiben, ist für Juristen automatisch ein Mietverhältnis zustande gekommen. Daraus ergeben sich für beide Seiten Rechte und Pflichten, die im Mietvertrag stehen, aber auch anders begründet sein können. (vom 19.07.2016) mehr...
Die Pacht greift immer dann, wenn auf einem Grundstück auch Erträge erwirtschaften werden sollen, in Form einer Gärtnerei, einer Obstplantage oder einer Schafszucht. Pachten ist also dann interessant, wenn Flächen aus gewerblichen Gründen angemietet werden sollen. (vom 21.07.2016) mehr...
Ein leidiges Thema für Vermieter und Mieter, aber ein notwendiges Muss: die Nebenkostenabrechnung. Keiner möchte unnötig zahlen oder auf Kosten sitzenbleiben. Das zwiespältige Gefühl wird durch eine Statistik genährt, denn mindestens jede dritte Abrechnung ist falsch. (vom 28.07.2016) mehr...
In Gewerbemietverträge sind oftmals Klauseln wie eine sehr lange Mietdauer oder eine Staffelmiete enthalten, die später weh tun können. Doch auch wenn im Geschäftsleben vieles verbindlicher ist, ist es möglich, aus einem solchen Vertrag vorzeitig herauszukommen. (vom 07.07.2016) mehr...
Expertentipps zu Mieten & Vermieten

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung