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Kategorie: Anwalt Reiserecht , 01.10.2018 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 1211 mal gelesen)

5 Rechtstipps zum Herbsturlaub

5 Rechtstipps zum Herbsturlaub © CC0 - Daniel Nanescu - splitshire.com

In den Herbstferien noch mal im Süden Sonne tanken, in den Bergen wandern gehen oder sich den Wind an der See um die Ohren pusten lassen – wir haben fünf wichtige Rechtstipps für Ihren Herbsturlaub, die Sie unbedingt lesen sollten.

Online-Reisebuchung – Vorsicht bei der Dateneingabe!


Die Zahl der Online-Reisebuchungen nimmt zu. Viele Urlauber bevorzugen es bequem zu Hause am Computer eine Urlaubsreise zu buchen. Doch Vorsicht: Werden hier falsche Angaben gemacht, oder fehlen Angaben im Buchungsformular kann das unangenehme Folgen haben. So kommt nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen X ZR 37/12) bei der Online-Buchung einer Flugreise kein Flugvertrag mit einem "noch unbekanntem" Mitreisenden zustande. Verklickt geht ebenfalls auf das Konto des Kunden. Wurde vom Kunden bei der Online-Reisebuchung das Reiseziel verwechselt, trägt er alleine die Verantwortung dafür. In der Reisebestätigung muss das Reiseziel nicht noch einmal aufgeführt werden. Dies geht aus einer Entscheidung des Landgerichts München I (Aktenzeichen 34 O 1300/08) hervor.

Flugverspätung, Annullierung – Ausgleichszahlungen beanspruchen!


Erhebliche Flugverspätungen oder gar Flugannullierungen müssen von Flugreisenden nicht entschädigungslos hingenommen werden. Fluggästen steht in diesen Fällen ein gesetzlicher Ausgleichszahlungsanspruch gegenüber der Airline nach der der europäischen Fluggastrechteverordnung zu. Aber: Die Airline ist nicht zur Ausgleichzahlung verdonnert, wenn ein außergewöhnlicher Umstand zu der Flugverspätung, Annullierung oder Nichtbeförderung führte.

Übrigens: Wird der ursprüngliche Abflugort vom Reiseveranstalter geändert, kann dies ein Reisemangel sein. Die dadurch verursachten höheren Kosten für eine Hundepension müssen vom Reiseveranstalter aber nicht erstattet werden, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 154 C 19092/17), da sie nicht Vertragsgegenstand des Reisevertrages waren.

Wellnessurlaub – ein nicht geschützter Begriff!


Gerade der Herbst bietet sich für einen entspannten Wellnessurlaub an. Doch Vorsicht: Was unter „Wellness“ zu verstehen ist, liegt im Auge des Betrachters. Der Begriff „Wellness“ ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Aus diesem Grund kann sich prinzipiell jedes Hotel als „Wellness-Hotel“ bezeichnen. Wurde aber ein Urlaub als „Wellness-Urlaub“ gebucht, dann kann der Urlauber auch auf „Wellness-Behandlungen“ bestehen. Werden ihm in einer Urlaubswoche nur zwei Wellness-Behandlungen vom Hotel angeboten, stellt das einen Reisemangel dar, entschied das Amtsgericht Potsdam (Aktenzeichen 22 C 58/07).

Kreuzfahrt – Voller Reisepreis nur bei voller Leistung!


Die Beliebtheit von Kreuzfahrten hält bei den Deutschen an. So stechen auch in den Herbstferien wieder unzählige Kreuzfahrtschiffe in See. Was Kreuzfahrer wissen sollten: Wird die Route der Kreuzfahrt geändert, liegt darin kein Mangel der Reise, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 222 C 31886/12). Fällt aber der Höhepunkt der Kreuzfahrt – hier die Durchquerung des Panamakanals- mitten in die Nachtstunden, kann der Kreuzfahrer aber seinen Reisepreis mindern, so ebenfalls das Amtsgericht München (Aktenzeichen 182 C 15953/13).

Was tun bei Reisemängel?


Kein Pool, schlechtes Essen, dreckiges Hotelzimmer oder defekte Klimaanlage: bei Reisemängel sollten Urlauber noch Vorort tätig werden und der Reiseleitung ihre Ärgernisse mitteilen. Wichtig zu wissen ist, dass Urlauber die angeblichen Reisemängel im Zweifel beweisen müssen. Es empfiehlt sich daher die Reisemängel am Urlaubsort zu dokumentieren – am besten mit Fotos und Zeugenaussagen. Zu Hause angekommen, gilt es dann den Reiseveranstalter innerhalb eines Monats vom Reisemangel zu informieren. Ansprüche aus Reisemängel verjähren zwei Jahre nach dem vertraglichen Reiseende.


erstmals veröffentlicht am 06.10.2015, letzte Aktualisierung am 01.10.2018

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