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Arbeitsrecht , 26.02.2016

Geheimcodes im Arbeitszeugnis – was der Chef wirklich sagen will!

Beim Arbeitzeugnis sollten Arbeitnehmer genau hinschauen. Arbeitgeber verwenden häufig verschlüsselte negative Formulierungen im Arbeitszeugnis, die bei der nächsten Bewerbung ein KO-Kriterium darstellen können.

Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein wahrheitsgemäßes Arbeitszeugnis


Der Arbeitgeber hat die Pflicht in einem Arbeitszeugnis die Leistungen und auch das persönliche Verhalten des Arbeitnehmers wahrheitsgemäß und qualifiziert zu beurteilen. Dabei hat der Arbeitnehmer ein Recht auf klare und eindeutige Formulierungen. Doch Vorsicht: Hinter manch positiver Formulierung im Arbeitszeugnis, steckt eine negative Bewertung.

Verschlüsselte Botschaften im Arbeitszeugnis


Bei der Leistungsbeurteilung eines Arbeitnehmers finden sich etwa Formulierungen wie: Er war stets bemüht – hört sich gut an, heißt aber: Seine Leistungen waren weit unter dem Durchschnitt. Auch die Formulierung: Er erledigte alle ihm übertragenen Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß, bedeutet nichts anderes als: Dem Arbeitnehmer fehlte Eigeninitiative. Hingegen ist die Formulierung: Man habe den Arbeitnehmer als hoch motivierten Mitarbeiter kennen gelernt, keine zweideutige negative Äußerung, entschied das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen 9 AZR 386/10).

Hinsichtlich der Beurteilung des persönlichen Verhaltens des Arbeitnehmers finden sich im Arbeitszeugnis Formulierungen wie, er war gesellig und verbesserte das Betriebsklima. Das meint: Der Arbeitnehmer hat ein Alkoholproblem. Auch bei der Formulierung: Er war ein verständnisvoller Chef, gilt es aufzuhorchen. Damit ist gemeint, dass der Mitarbeiter kein Durchsetzungsvermögen besitzt.

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