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Auslandsadoption: Wenn der Kinderwunsch versagt bleibt

Grundsätzlich ist eine Auslandsadoption - oder internationale Adoption wie es der Gesetzgeber gerne nennt - einfacher als eine Inlandsadoption. Denn im Ausland kommen auf eine Vielzahl an Kinder im Verhältnis sehr wenige Eltern. Wer also die behördlichen Hürden nimmt, für den ist ein neues Familienmitglied zum Greifen nahe.

An welche Stelle müssen sich Adoptionswillige wenden?

Grundsätzlich kann die Auslandsadoption bei den staatlich anerkannten Adoptionsvermittlungsstellen beantragt werden oder Sie gehen den Weg über das jeweilige Landesjugendamt. Die Vorteile bei den Vermittlungsstellen sind einerseits ein vorgeschriebener Ablauf sowie eine relativ sichere Adoption (wenn die Voraussetzungen erfüllt werden). Der Nachteil liegt hauptsächlich darin, dass die Einflussnahme auf Herkunft und Wahl des Kindes sehr begrenzt ist. Anders bei der Privatadoption: Dort haben Sie mehr Einfluss auf die Auswahl des Kindes - müssen aber die meisten Dinge vor Ort alleine regeln.

Wie läuft eine Auslandsadoption ab?

Egal, welchen Weg Sie wählen, jede Auslandsadoption beginnt mit einem detaillierten Bewerbungsgespräch beim zuständigen Jugendamt oder der entsprechenden Vermittlungsstelle. Zentrales Element ist dabei ein Fragebogen, bei dem Eltern ihr Verhalten in belastenden Situationen beschreiben sollen, wie reagieren Sie zum Beispiel, wenn Ihr Kind "Negerkind" oder "Reisfresser" genannt wird? Auch interessieren sich die Behördenmitarbeiter dafür, wie Ihr Umfeld auf das Kind ausländischer Herkunft reagieren wird. Kommen beispielsweise Großeltern oder Nachbarn mit einem farbigen Kind zurecht? Verlaufen die anschließenden persönlichen Gespräche positiv, verläuft eine Adoption über die staatlichen Vermittlungsstellen in geregelten Bahnen. Die Alternative dazu ist die Privatadoption. Bewerber, die sich für diesen Weg entscheiden, erhoffen sich mehr Einfluss auf die Auswahl des Kindes. Allerdings müssen sie sich in seinem Herkunftsland um alle Kontakte und Schritte selbst kümmern. Dies beinhaltet u.a. Übersetzungen, Kontakt zur dortigen Adoptionsstelle sowie Gerichtsverfahren. Das Landesjugendamt ist hierbei nicht ausführende staatliche Stelle, sondern lediglich Partner. Ohne detaillierte Sprachkenntnisse und ohne gute Kontakte in das Herkunftsland gestaltet sich eine Privatadoption meist als sehr schwierig. Das Verhältnis zwischen erfolgreichen Adoptionen über Vermittlungsstellen und Privatadoption beträgt ca. 4 : 1.

Wer kommt für eine Auslandsadoption in Frage?

Die Voraussetzungen für eine Auslandsadoption sind durchaus umfassend. Für Adoptionswillige gibt es Mindest- und Höchstalter, die Gesundheitssituation und die finanzielle Situation muss entsprechend stabil sein. Auch ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis wird zwingend vorausgesetzt. Die genauen Voraussetzungen erfahren Sie entweder bei der Vermittlungsstelle oder beim Landesjugendamt. Und eine Auslandsadoption dauert lange: Sie sollten sich also frühzeitig darum kümmern (siehe Höchstalter).

Wie lange dauert eine Auslandsadoption?

Nach Abgabe aller Papiere (Geburtsurkunde, Führungszeugnis, Lohnsteuerkarte etc.) erhalten Sie den Kindervorschlag normalerweise nach zirka eineinhalb bis zweieinhalb Jahren. Allerdings kann es auch schneller gehen. Das hängt letztlich von den Behörden des jeweiligen Herkunftslandes ab. Für die eigentliche Adoption müssen in der Regel beide Partner vor Gericht erscheinen. Manche ausländischen Behörden machen es zur Bedingung, dass zumindest ein Partner mehrere Wochen vor Ort bleibt. Dafür haben Eltern das Recht, Antrag auf unbezahlten Urlaub bei ihrem Arbeitgeber zu stellen.

Welche Staatsangehörigkeit erhält das adoptierte Kind?

Minderjährige Kinder erhalten normalerweise die deutsche Staatsangehörigkeit bzw. wird dies von den staatlichen Stellen in der Regel empfohlen. Erwachsene Kinder behalten in der Regel ihre eigene.

Was kostet eine Auslandsadoption?

Die Kosten für eine Auslandsadoption sind abhängig von den Gebühren des Herkunftsland. Sie betragen in etwa zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Darin beinhaltet sind auch die Kosten für beglaubigte Dokumente (Geburtsurkunde, Lohnsteuerkarte, Heiratsurkunde etc.) und die Tätigkeit der Vermittlungsstelle sowie die Reise ins Herkunftsland des Adoptivkindes. Bei einer Privatadoption können die Kosten deutlich darüber liegen und sind letztlich abhängig vom eigenen Engagement.

Wie kann ein Anwalt für Familienrecht helfen?

Im Rahmen einer Auslandsadoption über eine Vermittlungsstelle ist eine anwaltliche Beratung dann sinnvoll, wenn der Antrag auf Adoption abgelehnt wurde oder es auch später bei Formalitäten und Fristen Probleme gibt. Im Rahmen einer Privatadoption kann ein Anwalt für Familienrecht bereits von Beginn an wertvolle Hilfe leisten, da die Führung durch eine staatliche Stelle fehlt. Kontaktieren Sie hier einen Anwalt für Familienrecht und fragen Sie unverbindlich, ob und wie er Ihnen in Ihrer Situation helfen könnte.

Letzte Aktualisierung am 2016-09-08

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