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Wichtige Rechtsinfos zur Datenhehlerei

Letzte Aktualisierung am 23.03.2017 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Was ist Datenhehlerei: der illegale Handel mit Daten

Persönliche Daten sind eine gesuchte Ware. Noch vor ein paar Jahren wurde damit schwunghaft Handel getrieben ("Direktmarketing"), um neue Kundenkreise zu erschließen. Verschärfte Datenschutzgesetze haben diese Form des Marketing zum Erliegen gebracht. Die nicht den Eigentümer autorisierte Nutzung einer Adresse ist heute verboten und kann zur Anzeige gebracht werden. Dagegen boomt ein anderer Markt, der ebenfalls den Handel mit Daten zum Gegenstand hat. Er ist allerdings gänzlich illegal und spielt sich in einem Graubereich ab: die Datenhehlerei, der Handel mit persönlichen Nutzerdaten, die man sich illegal angeeignet hat. Die damit verbundenen Gefahren sind ernst zu nehmen.

Daten im Internet sind leider nicht sicher

Wer im Internet einkauft, hinterlässt bei den Shops seine persönlichen Daten - zwangsläufig. Denn schließlich bezahlt er die Ware und will sie zugestellt bekommen. Neben den Stammdaten (Name, Anschrift) werden den Unternehmen auch hochsensible Daten übermittelt, etwa Kontodaten, Kreditkartennummern oder auch Zugangsdaten. Unternehmen sind verantwortlich dafür, dass die ihnen anvertrauten Daten "sicher" sind. Wer Daten speichert oder verarbeitet, ist nach dem Datenschutzgesetz zur Einhaltung ganz besonderer Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Die sind bisweilen. Trotz hoher Strafen bei Verstößen gegen Sicherheitsauflagen geistern mit schöner Regelmäßigkeit Nachrichten von groß angelegten Hacks durch die Presse, bei denen millionenfach sensible Nutzerdaten entwendet werden. Die Unternehmen werden dafür kaum in die Pflicht genommen. Das Nachsehen hat der Kunde.

Datenhehlerei nimmt zu

Verboten ist nicht nur der Handel mit rechtswidrig erlangten Daten (Datenhehlerei). Auch das Beschaffen und Verwenden solcher Daten ist rechtswidrig. Dabei muss es nicht unbedingt um persönliche Daten gehen. Auch das Entwenden und Weitergeben anderer geschützter Informationen (etwa aus Behörden oder Unternehmen) fällt ebenfalls unter diesen Tatbestand. Die Kriminalstatistik besagt, dass die Fallzahlen für Datendiebstahl weiter zunehmen - bei gleichzeitig sinkender Aufklärungsquote. Die digitale Schattenwirtschaft wächst. Für den Laien schwer vorstellbar, doch längst Realität: Geklaute persönliche Daten sind die Währung dieser Schattenwirtschaft. Sie lassen sich an zahlreiche Interessenten verkaufen, die ebenfalls illegal im Untergrund agieren: Versender von Phishing Mails, Spammer, Betreiber illegaler Botnets usw. Wie ihre legalen Kollegen in den IT-Abteilungen großer Unternehmen versuchen Sie, große Datenmengen mit einander zu verschneiden, um vorhandene Einzeldatensätze zusätzlich anzureichern. Je mehr sensible Daten auf diese Art und Weise pro Person zusammenkommen, desto mehr kann der Hacker damit anfangen (und desto teurer kann er einen Einzeldatensatz verkaufen). Je präziser die Daten, desto größer ist der Schaden, den ein Cyber-Krimineller damit anrichten kann. Es müssen nicht einmal angereicherte Datensätze sein. Identitätsdiebe hacken für den Anfang ein fremdes E-Mail Konto. Das genügt, um nach und nach die Identität einer Person zu übernehmen und in ihrem Namen Verträge abzuschließen, einzukaufen oder andere illegale Dinge zu tun.

Datenhehlerei und legale Daten

Das Hehlerei-Gesetz (§ 202d StGB) führt aktuell zu einer Auseinandersetzung unter Juristen. Das Gesetz unterscheidet nämlich nicht zwischen (illegal erworbenen) Daten, die z.B. Hackern zur persönlichen Bereicherung dienen und solchen (entwendeten Daten), die Missstände öffentlich machen sollen ("Whistleblowing"). Es schert damit Straftäter und Menschen mit (höchstwahrscheinlich) lauteren Motiven über einen Kamm. Blogger oder Journalisten könnten sich ebenso mit "geleakten" Informationen strafbar machen, die sie von Informanten bekommen haben, wie Anwälte, bei denen Whistleblower um juristischen Beistand nachsuchen. Inzwischen ist Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz eingelegt. In die gleiche Problematik dürfte auch der Ankauf so genannter Steuer-CDs fall. Der Staat erwirbt die illegal gewonnenen Daten von Seuersündern und eröffnet Gerichtsverfahren gegen sie.

Aktiv werden, wenn Sie Datenhehlerei oder Datendiebstahl bemerken

Es ist nicht etwa so, dass Unternehmen, denen im großen Stil Kundendaten entwendet wurden, mit dieser Information an die Öffentlichkeit gehen, denn sie scheuen den Imageschaden. In vielen Fällen bekommen sie es gar nicht mit. Ob alle Ihre persönlichen Daten sicher sind, die Sie bisher im Internet preisgegeben haben, oder ob sie bereits gehandelt werden, kann niemand wissen. Wenn Sie mitbekommen, dass Hacker Zugriff auf Ihre Daten bekommen haben, sollten Sie aktiv werden. Nicht immer muss auf einen solchen Datendiebstahl das Schlimmste folgen - und vor allem nicht sofort. Säubern Sie auf alle Fälle Ihren Rechner und Ihr Smartphone, ändern sie die Zugangspasswörter aller Ihrer Online-Dienste und Konten. Holen Sie sich Rat bei einem Fachmann: Die Folgen von Datenhehlerei und Hacking können weit reichend sein, z.B. wenn plötzlich Abbuchungen auf Ihrem Kreditkartenkonto erfolgen oder wenn Unbekannte in Ihrem Namen und mit Ihren persönlichen Daten Geschäfte tätigen. Wenden Sie sich an einen Anwalt für Internetrecht. Einen, der ganz in Ihrer Nähe ist, finden Sie hier bei uns.