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Ehevertag vom Notar in einem Ordner ©mko - topopt

Fragen zum Ehevertrag? Wenden Sie sich vertrauensvoll an einen Anwalt für Familienrecht

Letzte Aktualisierung am 13.07.2020 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Was versteht man unter einem Ehevertrag und was gibt es zu beachten?
In einem Ehevertrag werden Regelungen sowohl für eine Ehe als auch für den Scheidungsfall festgelegt. Ohne einen Ehevertrag befinden sich Eheleute in einer Zugewinngemeinschaft. In diesem Fall geht es um Vermögenswerte, die ausschließlich während der Ehe zustande gekommen sind. Alles was hier angeschafft oder ausgegeben wird, ist sozusagen "Gemeinschaftseigentum". Kommt es zu einer Scheidung werden alle Werte aus der Ehe ermittelt und eventuell ein Zugewinnausgleich zu Gunsten eines Partners durchgeführt. Dieser Zugewinnausgleich erfolgt durch Geldleistungen, nicht durch Sachleistungen.

Die Zugewinngemeinschaft ist die häufigste Form einer Ehegemeinschaft. Sie ist für alle Paare sinnvoll, wenn vorhandenes Vermögen sowie Schulden klar zugeordnet werden können und gemeinsam angeschaffte Vermögenswerte eindeutig bewertbar sind, z.B. eine Wohnung, ein Ferienhaus etc.

Wer dies nicht möchte, kann in einem Ehevertrag Gütergemeinschaft oder Gütertrennung vereinbaren. Auch Umgangsrechte oder Unterhaltsfragen können in einem Ehevertrag geregelt werden.

Wann ist ein Ehevertrag sinnvoll?

Sinnvoll ist ein Ehevertrag bei Ehepaaren mit erheblich unterschiedlichen Vermögensverhältnissen oder auch wenn ein Partner Schulden hat. Durch eine Heirat müsste der Ehepartner ansonsten für die Schulden mithaften. Ein Ehevertrag kann auch bei einer Doppelverdiener-Ehe ohne Kinder sinnvoll sein, oder wenn die Eheleute unterschiedliche Nationalitäten haben. In diesem Fall sollte unbedingt festgelegt werden, welches Recht bei einer Scheidung gelten soll. Auch für Unternehmer oder Selbstständige empfiehlt sich ein Ehevertrag, damit das Firmenvermögen von einer Scheidung nicht betroffen ist.

Kompliziert wird es, wenn eine Bewertung des Vermögenszuwachses, generell oder im Nachhinein, schwer möglich ist. Wenn zum Beispiel während der Ehe ein Unternehmen aufgebaut wurde, in dem ein Partner ohne Gehalt gearbeitet hat; oder Beträge in die Firma flossen, die im Nachhinein nicht mehr einem bestimmten Partner zugeordnet werden können. Das Ermitteln eines Durchschnittseinkommens ist schwer, da es von vielen Faktoren abhängt.

Viele Entwicklungen in unserem Leben können wir zum Zeitpunkt der Eheschließung noch nicht absehen. Insgesamt befinden sich heutzutage mehr Menschen in freiberuflichen Tätigkeiten mit schwankendem Monatseinkommen oder sie erhalten nur noch befristete Arbeitsverträge. Das kann bei einer Scheidung Auswirkungen auf die Berechnung des Zugewinns haben.

Sind Sie sich unsicher, ob ein Ehevertrag für Sie sinnvoll ist? Dann sollten Sie sich unbedingt von einem Anwalt für Familienrecht beraten lassen. Schließlich geht es um Ihre finanzielle Zukunft.

Wie kommt ein rechtsgültiger Ehevertrag zustande?

Ein Ehevertrag muss notariell beglaubigt werden, ansonsten ist er nicht rechtswirksam. Der Notar berät die Eheleute neutral. Um eigene Rechtsinteressen im Ehevertrag durchzusetzen, empfiehlt sich dringend eine vorherige Beratung bei einem Anwalt für Familienrecht. Er kann im Fall einer Scheidung hier für beide Seiten eine faire Lösung finden.

Was kostet ein Ehevertrag?

Die Kosten für einen Ehevertrag setzen sich aus Anwalts- und Notarkosten zusammen. Die Notarkosten sind im Gerichts- und Notarkostengesetz geregelt. Maßgeblich ist der Geschäftswert, also das Reinvermögen der Ehegatten. Die Anwaltskosten sind in einer entsprechenden Gebührenverordnung festgelegt. Hier entscheidet der Gegenstandswert über die Kosten. Je höher der Gegenstandswert ist, desto höher sind auch die Kosten.

Ein Ehevertrag ist jederzeit möglich!

Ein Ehevertrag muss übrigens nicht zwingend vor der Eheschließung erfolgen. Sie können Ihre wirtschaftliche Zukunft und Ihre Rechtsinteressen auch nach der Hochzeit mit einem Ehevertrag absichern, sogar noch während der Trennungsphase!

Wichtig ist die Beratung von einem Experten für Familienrecht, damit der Ehevertrag im Zweifel auch einer gerichtlichen Überprüfung standhält. Vereinbart werden kann dann eine Gütertrennung, eine Gütergemeinschaft oder auch ein abgewandelter Zugewinnausgleich.