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Rechtliche Informationen zur Inobhutnahme

Letzte Aktualisierung am 03.08.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Inobhutnahme - eine steiler Trend nach oben

Die Inobhutnahme ist eine Maßnahme, die das Jugendamt anordnen kann. Sie soll dazu dienen, Kinder und Jugendliche in Notsituationen schnell und unbürokratisch zu helfen. Das kann oft heißen, sie aus dem Einflussbereich der Eltern / Erziehungsberechtigten zu entfernen ("...ein Kind oder einen Jugendlichen von einer anderen Person wegzunehmen..", § 42 SGB VIII). Inobhutnahmen kommen in Deutschland nahezu 50.000 Mal im Jahr vor. Davon sind nahezu 12.000 Fälle so genannte "Selbstmelder" - Kinder oder Jugendliche, die aus eigenen Motiven um Inobhutnahme bitten.

Konfliktstoff zwischen Eltern und dem Jugendamt

Angesichts der über die Jahre konstant steigenden Zahlen bei der Inobhutnahme sind die Diskussionen um dieses Thema heftig und giftig. Und sie sind weithin unsachlich. Die Pole: Während einerseits Elternvereinigungen und Freidenker staatliche Eingriffe kritisieren und Jugendämtern Rechtsbrüche vorwerfen ( zu schneller "Kindesentzug", "Kinderklau", "schockierende Methoden" usw. ), haben Jugendämter tatsächlich einer Fürsorgepflicht nachzukommen, die das Gesetz ihnen vorschreibt. Andererseits werden die gleichen Ämter dafür kritisiert, sie hätten nicht rechtzeitig eingegriffen - nämlich immer dann, wenn es um die Ausübung von Gewalt gegen Kinder geht, um Vernachlässigung, Misshandlung oder sogar um Tötungsdelikte. Eine schwierige Gemengelage, die kaum aufzulösen ist. Hinter der Problematik lauert nämlich die Vermutung, dass es besser ginge: Jugendämter sind kommunale Einrichtungen; ihre Mitarbeiter handeln nach ihrem eigenen Gewissen und nach den Anweisungen ihrer lokalen Vorgesetzten. Ihr Handeln muss sich zwar an geltenden Gesetzen messen lassen, es gibt jedoch keine Instanz, die Ämter (Jugendhilfeeinrichtungen, Inobutnahmestellen) und das Handeln ihrer Mitarbeiter fachlich beaufsichtigt. Mag sein, dass aus diesen Gründen Fehler unterlaufen, die sich bei besserer Ausbildung und ausreichender unterstützender Supervision eher vermeiden ließen.

Inobhutnahme - was tun?

Die angeordnete Inobhutnahme ist in der Tat ein heftiger Eingriff in die Rechte von Eltern und Kindern. Sie ist ein Verwaltungsakt; ihr kann daher mit den üblichen Mitteln begegnet werden (Widerspruch). Häufig reagieren Jugendämter auf einen Widerspruch ihrerseits mit einem Antrag auf Fortbestand der Inobhutnahme, gegen den allerdings wiederum Rechtsmittel möglich sind. In aller Regel sind die betroffenen Eltern jedoch damit überfordert, in einer solch aufwühlenden Situation bedacht zu handeln und ihre Rechte wahrzunehmen. Geschieht die Inobhutnahme gegen den Willen der Eltern, raten wir zur Unterstützung durch einen Anwalt, allein der Waffengleichheit wegen. Die Eltern stehen in der Regel dem rechtskundigen Jugendamt allein gegenüber und sind in dieser Situation hilflos.

Wichtigstes Kriterium ist das Kindeswohl

Das Jugendamt (bzw. der verantwortliche örtliche Träger der Kinder- und Jugendhilfe) hat vor der Entscheidung zur Inobhutnahme zu überprüfen, ob eine Gefährdung des Kindes oder des Jugendlichen tatsächlich gegeben ist und hat andererseits die damit verbundenen Risiken fachlich abzuschätzen (alle Perspektiven, z.B. auch die Möglichkeit der Traumatisierung des Kindes durch die Wegnahme aus der Familie). Dreh- und Angelpunkt der Inobhutnahme ist das Kindeswohl. Eine Inobhutnahme ist nur rechtens, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist ("Gefahr im Verzug") und auch nur dann, wenn das Familiengericht zur Klärung der Entscheidung nicht erreichbar ist. Das Gesetz verpflichtet das Amt, das Kind und die Eltern vor der Inobhutnahme in die Entscheidung mit einzubeziehen.

Wenn Kinder selbst um Hilfe bitten

Wenn Kinder oder Jugendliche selbst um eine Inobhutnahme bitten, müssen die Jugendämter dem nachkommen. Wichtig: Entscheidend ist hier nicht, ob eine objektive Gefährdungslage besteht, sondern allein der Wille des Kindes. Das Jugendamt / die Jugendhilfeeinrichtung benachrichtigt die Eltern um eine gemeinsame Entscheidungsfindung auf den Weg zu bringen. Sollten die Eltern mit dem Willen des Kindes nicht einverstanden sein, ist eine Klärung der Situation herbeizuführen, bei der das Kind von den Mitarbeitern des Jugendamtes unterstützt wird. Ist die Situation auf dieser Ebene nicht zu klären, liegt die Entscheidung beim Familiengericht. Fazit: Die Inobhutnahme durch das Jugendamt muss immer eine Einzelfallentscheidung sein, in der die Umstände besonders zu würdigen und in die Entscheidung einzubeziehen sind. Wenn eine offensichtliche Gefährdung des Kindeswohls besteht, kann sie schlimmeres verhindern (helfen). Ist keine tatsächliche Gefährdung vorhanden (und liegen die Fakten auf dem Tisch), müssen die Eltern und ihr Rechtsbeistand mit allen Mitteln versuchen, die Inobhutnahme möglichst zu verhindern.

Anwaltliche Hilfe finden Sie hier

Wenden Sie sich an einen Anwalt für Sozialrecht, wenn es zu Problemen mit dem Jugendamt kommt. Er kann Ihre wichtigsten Fragen beantworten und kennt die Möglichkeiten, die Sie Ihnen zur Wahrung Ihres Recht zur Verfügung stehen. Einen Anwalt für Sozialrecht finden Sie hier bei uns - ganz in Ihrer Nähe!


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