anwaltssuche

Anwalt Kündigungsschutzklage

Hier finden Sie zum Anwalt für Kündigungsschutzrecht in Ihrer Nähe. Suchen Sie nach Plz, Ort oder nutzen Sie die Filter.

Filtern nach Ballungsraum
Filtern nach Ort alphabetisch

Kündigungsschutzklage zum Erhalt des Arbeitsplatzes oder zum Aushandeln eines Abfindung

Hire and Fire, das beliebige Kündigen und Wiedereinstellen von Arbeitnehmern, gibt es in Deutschland nicht. Arbeitnehmer genießen hierzulande weitgehende Kündigungsschutzrechte. Die Kündigung eines Arbeitsvertrages ist demnach nur dann zulässig, wenn dies sozial gerechtfertigt ist. Der Gesetzgeber räumt dem Arbeitnehmer hier also besondere Rechte ein, um das einseitige Kräfteverhältnis zugunsten abhängig Beschäftigter etwas auszugleichen.

Kündigen ja, aber nur begründet

Nach dem Kündigungsschutzgesetz bedeutet dies, dass sich eine Kündigung, die das Arbeitsverhältnis mit einem bestimmten Arbeitnehmer beenden soll, auf zulässige Kündigungsgründe stützen muss. Als zulässige, sozial gerechtfertigte Kündigungsgründe gelten betriebsbedingte, verhaltensbedingte und personenbedingte Kündigungen. Entspricht eine Kündigung diesen Richtlinien nicht, kann der Arbeitnehmer von seinen Kündigungsschutzrechten Gebrauch machen und die Kündigung durch eine Kündigungsschutzklage anfechten. Arbeitsgerichte schauen in der Regel sehr genau hin, wie eine Kündigung begründet ist.

Warum Sie bei einer Kündigung zum Anwalt gehen sollten

Wer sich als Arbeitnehmer gegen eine Kündigung wehren möchte, hat nicht viel Zeit. Es gilt eine 3-Wochen-Frist: Eine eventuelle Kündigungsschutzklage muss also innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung erhoben werden. Auch wenn sich die streitenden Parteien vor dem Arbeitsgericht nicht unbedingt vertreten lassen müssen, ist ein kluger erster Schritt der Gang zum Anwalt. Er kennt die Fristen und kann ermessen, ob und mit welchen Argumenten eine Kündigungsschutzklage Aussicht auf Erfolg hat.

Erhalt des Arbeitsplatzes und Gütetermin

Der Verlust von Job und Arbeitsentgelt ist für viele Menschen ein extremer Einschnitt. Eine Kündigungsschutzklage hat daher das Ziel, das Arbeitsverhältnis möglichst zu erhalten. Das Gericht wird im anstehenden Verfahren überprüfen, ob tatsächlich alle Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung ausgeschöpft sind, ob der Arbeitnehmer z.B. in einer anderen Funktion oder an einer anderen Stelle weiterbeschäftigt werden könnte, usw. Noch vor der Eröffnung des eigentlichen Verfahrens (Kammertermin) beraumt das Arbeitsgericht innerhalb von 2 bis 6 Wochen nach Einreichen der Klage einen Gütetermin an. Bereits hier kann der Rechtsstreit bereit beendet werden; die Parteien einigen sich gütlich (z.B. per Vergleich auf eine Abfindung).

Eröffnung des Verfahrens und Kammertermin

Häufig beschädigt eine einmal ausgesprochene Kündigung das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer allerdings so schwer, dass es nichts zu reparieren gibt. Dann geht es für den Arbeitnehmer um viel: je nach Kündigungsgrund um eine Abfindung, ein gutes Arbeitszeugnis, um Resturlaub und Überstunden, um die Vermeidung einer Sperre beim Arbeitslosengeld (bei einer verhaltensbedingten Kündigung). Auch der Arbeitgeber steht im Risiko, dass die Kündigung z.B. für unwirksam erklärt wird, oder dass er den Arbeitnehmer weiterbeschäftigen muss. Auch drohen hohe Gehaltsnachzahlungen im Verlustfall: Der Kammertermin findet häufig erst einige Monate nach Einreichen der Klage und Gütetermin statt.

Kündigungsschutz in kleineren Betrieben

Der gesamte gesetzliche Kündigungsschutz gilt nicht immer und überall in vollem Umfang. Es greift erst dann, wenn ein Arbeitsverhältnis mehr als 6 Monate besteht. Auch die Betriebsgröße ist entscheidend: Nur in Betrieben mit mehr als 10 Mitarbeitern ist das Kündigungsschutzrecht in der hier beschriebenen Form anwendbar. In kleineren Betrieben gelten andere (Mindest-)Vorschriften. Der Einsatz ist hoch, die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses kann dramatische Folgen für einen Menschen und sein gesamtes Umfeld haben. Zögern Sie daher nicht professionelle Unterstützung bei einem Anwalt zu suchen. Er weiß Ihre Chancen einzuschätzen, kennt Fristen und Verfahren, ist geschickt, wenn es um das Erstreiten einer angemessenen Abfindung geht. Bei uns finden Sie einen versierten Rechtsanwalt für Arbeitsrecht, der Sie in allen Ihren Belangen unterstützt.

Letzte Aktualisierung am 2017-02-16

Weiterführende Informationen
Das könnte Sie auch interessieren
Die Möglichkeit der Kündigung gibt es in vielen Rechtsgebieten, allen voran im Arbeitsrecht und im Mietrecht. Auch im Zivilrecht kommen Kündigungen vor. Die Frage lautet jedoch immer gleich: Ist die Kündigung wirksam? (vom 26.01.2017) mehr...
Eine Abmahnung wird in der Regel dazu benutzt, einen bestehenden Vertrag aufzulösen bzw. zu kündigen. Einen Sonderfall gibt es im Internet bei den Massenabmahnungen wegen Filesharing - Sollten Sie nun bezahlen oder nicht? (vom 16.02.2017) mehr...
Keine Frage: Eine Krankheit bedeutet meist Schmerzen, Schwierigkeiten oder Bangen um die Gesundheit - oder alles zusammen. Und wenn man nicht arbeiten kann, darf man auch zu Hause bleiben - wenn man tatsächlich arbeitsunfähig ist. (vom 24.05.2017) mehr...
Niemand kann einem Arbeitgeber vorschreiben, mit wie vielen Mitarbeitern er Geschäfte macht. Obwohl er generell Arbeitsplätze einsparen darf, scheitern viele Chefs daran, betriebsbedingte Kündigungen rechtlich einwandfrei durchzusetzen. (vom 12.04.2016) mehr...
In vielen Fällen geht es bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten nicht nur um die Arbeitsleistung, sondern im Kern (auch) um persönliche Differenzen. Anwälte für Arbeitsrecht zeigen Erfolgsaussichten und Alternativen auf. Denn jeder Fall erfordert seine eigene Herangehensweise. (vom 14.03.2018) mehr...
Die Kündigungsfrist ist ein klassisches Beispiel dafür, dass sich eine Regelung zwar wasserdicht anhört, es aber nicht sein muss. Denn ob eine Kündigungsfrist rechtens ist, hängt von mehr Faktoren an, als man zunächst vermuten mag. (vom 12.09.2016) mehr...
"Hire and fire" - also "anheuern und feuern", funktioniert in Deutschland nicht. Nach einer gewissen Betriebszugehörigkeitdarf einem Arbeitnehmer hierzulande nicht einfach so und nicht von jetzt auf gleich gekündigt werden - Ausnahmen bestätigen die Regel. (vom 16.02.2017) mehr...
Statistisch gesehen werden die meisten Kündigungen von Arbeitsverträgen kurz vor Weihnachten verschickt. Betriebe planen für das neue Geschäftsjahr mit verändertem Personalstab oder schönen ihre Jahresbilanz. Doch so einfach funktioniert die Kündigung nicht. (vom 19.12.2017) mehr...
Idealtypisch ist die Abmahnung der Versuch, sich bei einem Wettbewerbsverstoß außergerichtlich mit demjenigen zu einigen, der den Verstoß begangen hat. Sie ist damit ein wichtiges Regulativ für die Einhaltung der Regeln im freien Wettbewerb. (vom 13.09.2016) mehr...
Einen Arbeitsvertrag zu kündigen, ist nicht einfach. Die Abmahnung ist ein Mittel des Arbeitgebers, eine Kündigung vorzubereiten; mindestens aber den Arbeitnehmer zu rügen. Was viele nicht wissen: Auch der Arbeitnehmer kann seinen Chef abmahnen. (vom 23.03.2016) mehr...
Expertentipps

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung