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Kinder und Eltern haben ein Recht auf Kontakt

Letzte Aktualisierung am 07.11.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Was bedeutet Umgangsrecht?

Das Umgangsrecht umfasst das Recht von Eltern und Kinder, sich auch nach einer Trennung oder Scheidung regelmäßig zu sehen, zu telefonieren und voneinander zu lesen. Damit soll verhindert werden, dass sich die Kinder und der getrennt lebende Elternteil entfremden. Meist geht es beim Umgangsrecht um das Regeln des persönlichen Kontakts, also um die Häufigkeit und die Dauer der Besuche. Dieser Teil des Umgangsrecht wird Besuchsrecht genannt.

Wie viele Besuche sind angemessen?

Die Familienrichter stellen bei der Beantwortung dieser Frage ausschließlich das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. Grundsätzlich wird angenommen, dass ein jüngeres Kind häufigeren Kontakt zu dem getrennt lebenden Elternteil benötigt als ältere Kinder. Je älter die Kinder desto mehr Mitspracherecht sollen sie auch erhalten. Außerdem haben die beruflichen Umstände der Eltern Auswirkung auf die Besuchshäufigkeit, vor allem wenn diese am Wochenende arbeiten oder im Schichtdienst tätig sind. Sollte dem nichts entgegen stehen, hat sich die Häufigkeit "jedes zweite Wochenende für das Wochenende" durchgesetzt - einen Rechtsanspruch auf diese Regelung gibt es jedoch nicht. Nur eines ist gesetzlich geregelt: Eltern sind angehalten eine Lösung zu finden, die von Dauer ist - und dieses eben auch zum Wohle des Kindes.

Wer trägt die Kosten während des Umgangs?

Grundsätzlich sind die alltäglichen Kosten für die Kinder - also Essen, Kleidung, Hobbys - mit der monatlichen Unterhaltszahlung beglichen. Besuchen Sie Ihre Kinder, dann gilt jedoch, dass Sie die Kosten für Essen und Aktivitäten für die Dauer des Besuchs übernehmen müssen. Es ist also nicht zulässig, Teile des Unterhalts für die Dauer der Besuchszeit zurückzubehalten. Die Praxis kennt aber auch andere Blüten: Gerne schiebt der Ex-Partner anstehende Ausgaben "zufällig" auf die Zeit während der Besuche. So sind Schuhe "zufällig" an diesem Tag zu klein oder die Busfahrkarte für den Folgemonat muss besorgt werden. Wehren Sie sich gegen nicht abgesprochene Kostenverlagerungen aller Art möglichst sofort und beraten Sie sich im Zweifelsfall mit einem Anwalt für Familienrecht über Ihre Möglichkeiten.

Wann kann das Umgangsrecht beschränkt werden?

Ja! Tut dem Kind der persönliche Umgang nicht gut, entscheidet das Gericht explizit zum Wohle des Kindes. Dies belegt eindrücklich ein Fall, der gleichsam durch Presse und Instanzen ging: Darin hatte ein Sohn vor Gericht anhaltend und vehement jeglichen Kontakt zu seinem Vater abgelehnt. Die Richter schränkten den Umgang zwischen Vater und Sohn daraufhin auf monatlichen Briefkontakt ein. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte letztlich diese Entscheidung (Beschluss vom 25. April 2015). Das bedeutet: Das Wohl des Kindes wiegt mehr als das Recht der Eltern auf Umgang.

Urteil: Recht des biologischen Vaters auf Umgang

Ein biologischer Vater hat (sofern es die Kinder möchten), das Recht auf Umgang mit den Kindern. Und dies auch dann, wenn die rechtlichen Eltern diesen Umgang verhindern möchten. So lautet ein für leibliche Väter bahnbrechendes Urteil vor dem Bundesgerichtshof (BGH, AZ XII ZB 280/15). Der Vater hatte mit einer verheirateten Frau Zwillinge gezeugt. Diese war jedoch vor deren Geburt zu ihrem Mann zurückgekehrt. Der Ehemann ist deshalb der rechtliche Vater der Zwillinge. Nach der Geburt versuchte der biologische Vater sein Recht auf Umgang durchzusetzen, welches ihm Mutter und rechtlicher Vater verweigert hatten. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit gab der Bundesgerichtshof dem biologischen Vater Recht: Fortan müssen die Familiengerichte genau prüfen, ob ein Umgang für die Kinder förderlich ist. Außerdem hätten die Kinder ab einem bestimmten Alter das Recht zu erfahren, wer ihr biologischer Vater ist.

Wie verhält man sich bei Streitigkeiten?

Viele Fälle aus der Praxis legen nahe, dass das Besuchsrecht häufig benutzt wird, um den Ex-Partner eins auszuwischen. Wehren Sie sich zum Wohle Ihres Kindes, wenn Termine immer wieder kurzfristig abgesagt werden oder die Ferienzeit ungerecht zu Ihren Lasten aufgeteilt wird. Denn besonders in der Urlaubszeit gilt: Es muss oftmals für Beschäftigung gesorgt werden, deren Kosten Sie im Zweifelsfall zusätzlich berappen müssen. Bei anwaltssuche.de finden Sie erfahrene Anwälte für Familienrecht auch in Ihrer Nähe.


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