anwaltssuche

Anwalt Unterhaltsrecht

Hier finden Sie zum Anwalt für Familienrecht in Ihrer Nähe. Suchen Sie nach Plz, Ort oder nutzen Sie die Filter.

Filtern nach Ballungsraum
Filtern nach Ort alphabetisch
anwaltssuche.de Anwalt Unterhaltsrecht

Unsere Anwälte bieten Ihnen kompetente Rechtsberatung zum Unterhaltsrecht

Gesellschaftlich gesehen ist der Unterhalt einer der Grundpfeiler der Sozialfürsorge und sozialen Sicherheit und beruht eigentlich auf dem Prinzip, dass sich Familienmitglieder gegenseitig materiell und finanziell unterstützen - also Solidarität füreinander praktizieren.

Was ist Unterhalt, was sind Alimente?

Der Begriff Alimente, was in der französischen Sprache so viel wie "Lebensmittel" oder "Nahrung" bedeutet, bezieht sich in der heutigen Rechtssprache auf Geldunterhalt, dem so genannten Barunterhalt, währenddessen der Unterhaltsbegriff auch Naturalunterhalt und Betreuungsunterhalt beinhaltet. Der Geldunterhalt ist die regelmäßige Zahlung eines Gesamtbudgets.

Der Naturalunterhalt

Zum Naturalunterhalt gehören:
  • Unterkunft
  • Nahrungsmittel
  • Kleidung
  • Unterricht und Erziehung
  • Freizeitgestaltung
  • Taschengeld

Der Betreuungsunterhalt

Der Betreuungsunterhalt umfasst die Eigenleistung für Betreuung, Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Erziehung minderjähriger Kinder. Die grundlegenden sozialen Absicherungen durch Unterhalt betreffen etwa:
  • Kindesunterhalt gegenüber dem Kind / den Kindern
  • Unterhalt des (Ex-)Ehepartners, des (Ex-)Lebensgefährten oder des (Ex-)Partners einer eingetragenen Partnerschaft
  • Elternunterhalt gegenüber Eltern
  • Unterhalt sonstiger Familienmitglieder
  • Unterhalt der Menschen, für die man Obsorge und Erziehungsberechtigung innehat

Welche Unterhaltsarten gibt es?

Im Unterhaltsrecht unterscheidet man zwischen Familienunterhalt, Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt (Ehegattenunterhalt), Unterhalt nach der Scheidung (nachehelicher Unterhalt) sowie den Unterhaltsvorschuss für Kinder von Alleinerziehenden (neu ab 2017: bis zum 18. Lebensjahr!).

Habe ich Anspruch auf Unterhalt?

Entscheidend dabei ist die Feststellung, ob überhaupt ein Anspruch auf Unterhalt besteht, was bei Kindern immer der Fall ist, wenn sich die Eltern trennen oder nicht zusammen leben. Neben der Bedürftigkeit auf Unterhalt setzt diese aber im gleichen Zuge die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners voraus. Nur wer genügend Einkommen zur Verfügung hat, ist auch im Stande, tatsächlich Unterhalt zu leisten.

Unterhaltsberechnung

Die Höhe des Unterhalts ist, neben der Unterhaltsrichtlinien, auch in der Düsseldorfer Tabelle angegeben, die regelmäßig aktualisiert wird. Geht ein Ehepaar getrennte Wege, ist eines der ersten Schritte, das vorhandene Vermögen aufzuteilen bzw. Unterhaltsansprüche zwischen den Paaren und gegenüber den gemeinsamen Kindern zu regeln. Die Unterhaltsberechnung kann schnell kompliziert werden und, wer sich nicht gut beraten lässt, für einen Partner sogar ungerecht anmuten.

Unterhalt für den Ex-Partner, Unterhalt für die Kinder

Es gibt zwei große Unterhaltsarten: den Ehegattenunterhalt und den Kindesunterhalt. Ziel des Ehegattenunterhalts ist es, dass ab dem Zeitpunkt einer Trennung jeder der beiden Eheleute seinen Lebensunterhalt selbstständig bestreiten können soll. Ist dies einem Partner nicht aus eigener Kraft möglich (z.B. wegen kleiner Kinder), hat er normalerweise Anspruch auf Unterhalt vom anderen Partner (z.B. vom Alleinernährer).

Berechnung des Ehegattenunterhalts

Die Berechnung des Ehegattenunterhalts - bis zur Scheidung spricht man von Trennungsunterhalt, danach vom nachehelichen Unterhalt - ist komplizierter als man zunächst denken könnte: Hier wird nicht der Monatslohn des Alleinverdieners "durch zwei" geteilt, wie man vielleicht vermuten könnte. Zunächst muss geklärt werden, welcher Partner überhaupt auf Zahlung bzw. Erhalt von Unterhalt hat. Dann muss ermittelt werden, wie hoch das so genannte unterhaltsrelevante Einkommen ist. D.h.: Es gibt eine ganze Reihe von Einkommensarten, die zwar vorhanden sind, bei der Berechnung des Unterhalts faktisch keine Berücksichtigung finden. Zudem kann sich die Höhe des Unterhalts auch noch in der Trennungsphase ändern. Gründe können Arbeitslosigkeit oder Firmengründung/Selbstständigkeit sein. Vorsicht: Wer zu lange wartet, seine Ansprüche geltend zu machen, kann sie auch unwiderruflich verwirken!

Berechnung des Kindesunterhalts

Ausnahmen gibt es auch bei der Unterhaltsberechnung für die Kinder. Mit einem Unterschied: Gegenüber den Kindern sind beide Elternteile unterhaltspflichtig. Lediglich die "Bezahlung" unterscheidet sich: Während der eine Partner, bei dem die Kinder wohnen, seinen Unterhaltsteil in Form von "Naturalunterhalt" erbringt (also ein Heim, Nahrung, Fürsorge, Fahrdienste, etc.), kommt der andere Partner seinem Anteil in Form von "Barunterhalt" nach.

Die Düsseldorfer Tabelle

Um die Höhe der Unterhaltszahlungen grundsätzlich gerechter zu gestalten (und die Gerichte weiter zu entlasten), wurde die Düsseldorfer Tabelle vom Oberlandesgericht in Düsseldorf ins Leben gerufen. Diese gilt als Richtlinie zur Berechnung von u.a. Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt. Sie existiert seit 1962, die Höhen werden regelmäßig überprüft, alle zwei Jahre gibt es eine Aktualisierung der Tabelle. Einen Rechtsanspruch auf den Erhalt des dort gelisteten Unterhalts gibt es zwar nicht, doch viele Anwälte und Richter orientieren sich sehr wohl an dieser Tabelle.

Der Staat springt im Zweifelsfall ein

Wenn der Partner seinen Unterhaltszahlungen für Ex-Partner und Kinder nicht vollumfänglich nachkommen kann, gleicht der Staat den fehlenden Betrag pro Monat aus. Dafür ist jedoch viel Papierarbeit notwendig.

Sichere Berechnung beim Anwalt

Lassen Sie sich bei der Berechnung des Unterhalts von einem erfahrenen Anwalt helfen. Mindestens genauso wichtig: Unterschreiben Sie keine Vereinbarungen des gegnerischen Anwalts ohne Rücksprache mit Ihrem eigenen Vertreter! Aber auch wenn Sie bereits etwas unterschrieben haben, muss es noch nicht zu spät sein. Nehmen Sie am besten jetzt gleich unverbindlich Kontakt auf mit einen erfahrenen Anwalt für Familienrecht auf.

Der Unterhaltsvorschuss

Alleinerziehende Mütter und Väter erbringen eine bewundernswerte Lebensleistung - eine, die normalerweise von mehreren Personen geschultert wird. Wer für den Haushalt, den eigenen Unterhalt und den der Kinder aufkommen muss (und sich so ganz nebenher auch noch um alles andere kümmert), hat Sorgen genug. Wenn dann der Partner fehlt und weder Unterstützung noch Unterhalt beisteuert, springt der Staat ein - mit dem so genannten Unterhaltsvorschuss. Für bestimmte Zeit lang zahlt der Staat nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) an alleinerziehende Mütter und Väter einen Zuschuss zum Haushalteinkommen. Der Unterhaltsvorschuss muss bei der zuständigen Stelle beantragt werden (schriftlich). Zuständig sind in der Regel die Ämter für Kinder, Jugend und Familie (Jugendamt).

Wer bekommt Unterhaltsvorschuss?

Wichtig zunächst: Um Unterhaltsvorschuss (UV) zu beantragen, muss man nicht erst völlig mittellos geworden sein. Für den alleinerziehenden Elternteil, der UV beantragt, gelten keine Einkommensgrenzen. Es ist ebenfalls nicht notwendig, zunächst ein Gerichtsurteil gegen den unterhaltspflichtigen Elternteil zu erwirken und ihn so zur Zahlung zu zwingen. UV wird unabhängig von diesen beiden Bedingungen gezahlt. Sollte der/die Unterhaltspflichtige sehr wohl in der Lage sein, Unterhalt zu zahlen und tut es aber nicht, holt sich der Staat den gezahlten Unterhaltsvorschuss von ihm / ihr zurück. Einen Antrag auf Gewährung von UV nach dem Unterhaltsvorschussgesetz können Alleinerziehende stellen, wenn sie keinen oder keinen regelmäßigen Unterhalt für ihr Kind oder ihre Kinder erhalten. Ab 01.01.2017 erhalten diesen Zuschuss Alleinerziehende mit Kindern, welche das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Mindestunterhalt. Vom Mindestunterhalt wird das Kindergeld in voller Höhe abgezogen. In etwa errechnet sich daraus eine Zuschussmöglichkeit von 150 bis 200 Euro.

Weitere Bedingungen für die Gewährung

Die Gewährung von UV ist an einen Wohnsitz (oder „gewöhnlichen“ Aufenthalt) in Deutschland gebunden. Das Kind, für das gezahlt wird, muss mit seinem alleinerziehenden Elternteil in einem Haushalt wohnen. Es ist dabei aber nicht wichtig, dass dies der eigene Familienhaushalt ist; der alleinerziehende Elternteil und das Kind können beispielsweise auch gemeinsam bei den Großeltern leben. UV wird aber nicht nur an deutsche Staatsbürger (bzw. deren Kinder) gezahlt. Ausländerinnen und Ausländer aus EU-Staaten, dem EWR (europäischer Wirtschaftsraum) und der Schweiz haben ebenso Anspruch. Auch Ausländer aus anderen Staaten (oder Asylanten) können unter bestimmten Bedingungen UV erhalten. Die Bedingungen sind jedoch sehr komplex und können hier nicht abgehandelt werden.

Wann UV nicht gezahlt wird

Natürlich gibt es auch Ausschlusskriterien, also Umstände, die die Gewährung oder das Weiterzahlen von UV verhindern (können). Die Zahlung von UV ist zum Beispiel dann ausgeschlossen, wenn sich der der Alleinerziehende weigert, über den Unterhaltspflichtigen Elternteil Auskunft zu geben. Auch muss der Alleinerziehende bei der Feststellung der Vaterschaft oder des Aufenthaltsortes des anderen Elternteils mitwirken. Ändert sich der Status des Alleinerziehenden (durch Heirat, durch Zusammenziehen mit dem anderen Elternteil), oder ändern sich die Bedingungen der Gewährung (der Unterhaltspflichtige zahlt zum Beispiel wieder den gesetzlichen Mindestunterhalt), wird die UV-Zahlung eingestellt.

Weitere Bedingungen für den Unterhaltsvorschuss

Nach der Beantragung erhalten Alleinerziehende einen Bescheid, der die Details der Bewilligung bzw. Ablehnung enthält. Wie bei Entscheidungen von Ämtern üblich, können Rechtsmittel eingelegt werden. Wichtig und bitte zu beachten: Der Unterhaltsvorschuss ist als schnelle Hilfe gedacht, für Alleinerziehende wichtig und bald aus dem Budget nicht mehr wegzudenken. Die Antragstellerin / der Antragsteller ist jedoch verpflichtet, jede Änderung anzuzeigen, die Einfluss auf die Höhe des UV haben könnte und so eventuelle Überzahlungen zu vermeiden. Überzahlte Beträge muss der Antragsteller ersetzen, sofern er falsche oder unvollständige Angaben gemacht hat.

Der Selbstbehalt

Der zahlungspflichtige Partner benötigt natürlich einen Teil des Einkommens, um seine eigenen Lebenshaltungskosten zu decken. Sollte er durch diesen so genannten Selbstbehalt nicht mehr zur vollen Unterhaltszahlung fähig sein, springt der Staat ein. Dazu muss viel Papierarbeit geleistet werden. Gerade Alleinerziehende, die den täglichen Spagat zwischen Arbeit, Kinder und Haushalt leisten müssen, haben gar nicht die Zeit, sich darum vernünftig zu kümmern - ganz klar. Neben einer zuverlässigen Zahlung stehen aber auch andere Entscheidungen, bis zur rechtskräftigen Scheidung an. Wer jetzt nicht die Weichen stellt, kann bis zur Rente große Nachteile erleiden - gerade Frauen.

Besonderheiten bei Alleinerziehenden

Für Alleinerziehende wird es finanziell spätestens dann sofort brenzlig, wenn der Ex-Partner seiner Unterhaltszahlung nicht nachkommt. Für einen solchen Fall springt das Jugendamt ein. Dort kann ein Unterhaltsvorschuss beantragt werden, ab dem 01.01.2017 nicht nur bis 12. sondern jetzt auch bis zum 18. Lebensjahr. Die Höhe bewegt sich - abhängig vom Mindestunterhalt und abzüglich von Kindergeld und ggf. weiteren Leistungen aus der Sozialkasse - zwischen einhunderfünfzig und zweihundert Euro.

Wichtige Änderungen beim Unterhaltsrecht

Während in den Regelungen vor 2008 die Dauer der Ehe eine wichtige Rolle bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts / Ehegattenunterhalts spielte, betont die Reform des Unterhaltsrechts im Jahr 2008 vor allem die Eigenverantwortlichkeit der Ehepartner: Mit der Scheidung ist die Ehe beendet; die Wege der Partner trennen sich, jeder übernimmt nun die volle (wirtschaftliche) Verantwortung für sein eigenes Leben. Der früher übliche nacheheliche Unterhalt sollte nicht mehr die Regel sein; er soll nur noch dann gewährt werden, wenn der unterhaltsberechtigte Ex-Ehepartner sich (vorübergehend) nicht aus eigenen Einkünften selbst unterhalten kann.

Unterhaltsfragen brauchen Fingerspitzengefühl

Vertrauen Sie in Sachen Familienrecht einem erfahrenen Anwalt. Er kann vermitteln, wenn es um die Klärung rechtlicher Fragen zwischen Ihnen und der Behörde geht. Und er unterstützt Sie dabei, dass Sie Ihr Recht auch bekommen.

Unterhaltsfragen sind eine kitzlige Sache - besonders die Berechnung ist eine Spezialistenaufgabe. Es ist außerdem wichtig, die Unterhaltsproblematik in einer Weise zu regeln, die beiden ehemaligen Partnern eine Chance auf gesunden Nachtschlaf lässt. Ein erfahrener Anwalt kann dazu beitragen, dass Ihr Unterhaltsrecht oder Ihre Unterhaltspflicht einigermaßen grollfrei geregelt werden. Ziehen Sie daher bei Fragen rund um das Unterhaltsrecht / Familienrecht einen Anwalt ins Vertrauen. Der kann Sie kompetent unterstützen. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Familienrecht in Ihrer Nähe! Wenn die Chemie stimmt, lassen Sie sich gleich ausführlich in Bezug auf Ihre Ansprüche bzw. Verpflichtungen beraten.

Letzte Aktualisierung am 2018-01-04

Weiterführende Informationen
Das könnte Sie auch interessieren
Kinder ohne eigenes Einkommen haben einen Anspruch auf Unterhalt durch ihre Eltern. Im Fachjargon heißt dies Kindesunterhalt im Unterschied zum Ehegattenunterhalt. Was viele nicht wissen: Beide Eltern sind zum Kindesunterhalt verpflichtet. (vom 27.04.2016) mehr...
Gehen Eltern getrennte Wege, wirft dieser Umstand sofort die Frage auf, ob das Geld für alle reicht bzw. ob das vorhandene Geld auch gerecht verteilt wird. Um diese Fragen geht es vorrangig, wenn von Alimenten die Rede ist. (vom 13.04.2016) mehr...
Ob sie wollen oder nicht: Bei einer Trennung müssen Eltern viele Entscheidungen auch weiterhin gemeinsam treffen. Gerade beim Thema Umgangsrecht ist es wichtig, seine Rechte und Pflichten zu kennen, damit die Kinder nicht zum Spielball ihrer Eltern werden. (vom 07.11.2016) mehr...
Bei Kindern, die in einer Ehe geboren werden, ist die Vaterschaft klar – zumindest für das Gesetz. Das ist anders bei Kindern, die unehelich zur Welt kommen. Hier muss der Vater seine Vaterschaft durch eine Beurkundung anerkennen. (vom 03.05.2017) mehr...
Neben Fragen zum Unterhalt und der Aufteilung von Geld- und Sachwerten nimmt das Thema Sorgerecht bei einer Scheidung meist den größten Raum ein. Neben gemeinsamen und alleinigem Sorgerecht kann auch ein Mittelweg sinnvoll sein. (vom 26.04.2016) mehr...
Kindergeld wird gezahlt, um den erhöhten Bedarf, der durch die Geburt und die Erziehung eines Kindes entsteht, abfedern zu helfen. Mögliche Bezieher sind nicht nur die Eltern; auch andere Personen, die Kinder in ihren Haushalt aufgenommen haben, können Kindergeld bekommen. (vom 20.03.2017) mehr...
Expertentipps zu Ehe & Familie