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Die Vaterschaftsanerkennung. Oder: Wer hat das Sorgerecht?

Letzte Aktualisierung am 03.05.2017 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Vaterschaftsanerkennung – wenn Kinder außerhalb einer Ehe geboren werden

In Deutschland werden mehr als 30 Prozent aller Kinder außerhalb einer Ehe geboren. Auch wenn uneheliche und eheliche Kinder rechtlich vollkommen gleichgestellt sind, so sind die rechtlichen Verhältnisse, in die ein uneheliches Kind hineingeboren wird, andere. Während bei ehelichen Kindern automatisch der mit der Kindesmutter zum Zeitpunkt der Geburt verheiratete Mann rechtlich als Kindesvater gilt, hat das unehelich geborene Kind nicht "automatisch" einen Vater. Der ist rechtlich erst dann vorhanden, wenn er die Vaterschaft anerkannt hat („Vaterschaftsanerkennung“).

Die Vaterschaftsanerkennung bringt Rechte und Pflichten mit sich

Die Vaterschaftsanerkennung ist ein Rechtsakt, der amtlich beurkundet werden muss, etwa durch das Amtsgericht oder das Jugendamt. Auch ein Notar kann eine solche Beurkundung vornehmen. Der Wille des Vaters, ein Kind als das seine anzuerkennen, genügt mitnichten für die Vaterschaftsanerkennung. Die Kindesmutter muss ebenfalls einverstanden sein. Beide Eltern haben diese Erklärungen persönlich abgeben. Mit der Anerkennung gewinnt der (rechtliche bzw. soziale) Vater seine väterlichen Rechte, akzeptiert aber auch seine väterlichen Pflichten, z.B. Unterhaltspflichten, für das Kind.

Das Sorgerecht ist nicht automatisch dabei

Vorsicht: Die Vaterschaftsanerkennung hat keine Auswirkungen auf Sorge- oder Umgangsrecht. Ein Mann, der seine Vaterschaft für ein außerehelich geborenes Kind anerkennt, ist nicht etwa automatisch auch sorgeberechtigt oder umgangsberechtigt. Soll ein gemeinsames Sorgerecht für das Kind ausgeübt werden, können beide Eltern dies öffentlich beurkunden bzw. der Vater kann einen entsprechenden Antrag beim Familiengericht stellen. Ohne die Zustimmung der Mutter ist eine gemeinsame Sorge schwierig. Unverheiratete, die zusammenleben und ein gemeinsames Kind gemeinsam erziehen wollen, könnten mannigfaltige bürokratische Hürden sicher vermeiden, wenn sie sich noch vor der Geburt des Kindes zu einer Heirat entschließen können.

…. Vater sein dagegen sehr

Stimmt die Mutter zu, so könnte ein Mann auch die Vaterschaft für ein Kind anerkennen, das nicht das seine ist (also dessen biologischer Vater er nicht ist). Das mag im Einzelfall gut gemeint sein. Ein Moment des Nachdenkens ist dabei jedoch empfehlenswert, denn schließlich kann man eine solche Entscheidung nicht nach Belieben wieder rückgängig machen. Auch der „freiwillige“ Vater geht mit seiner Vaterschaftsanerkennung natürlich die erwähnten Vaterpflichten ein. Geht die Beziehung in die Brüche, könnte die Überlegung aufkommen, ob man ein Leben lang Unterhalt für das „fremde“ Kind zahlen möchte; das Kind wäre auch im Falle einer Trennung erbberechtigt usw. Hier ist Klarheit zwischen den Partnern vonnöten, und letztlich auch Klarheit gegenüber dem Kind, das ein Recht auf die Klärung seiner leiblichen Abstammung hat.

Welche Unterlagen sind notwendig?

Ohne entsprechende Unterlagen geht es nicht. Finden sich die Eltern zum Zwecke einer Vaterschaftsanerkennung auf dem Amt ein, so sollten sie ihre Ausweisdokumente mitbringen (Personalausweis, Reisepass), ebenso ihre Geburtsurkunden und eventuell vorhandene Scheidungsunterlagen. Soll die Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt des Kindes stattfinden, ist der Mutterpass notwendig, findet sie nach der Geburt statt, braucht es verständlicherweise die auch die Geburtsurkunde des Kindes.

Kann Man(n) es sich doch noch anders überlegen?

Ist die Vaterschaftsanerkennung Fakt, kann sie nicht so einfach so wieder rückgängig gemacht werden, wie sie entstanden ist (per Beurkundung). Ist sie bereits wirksam, ist sie nur durch eine Anfechtung rückgängig zu machen. Dies geschieht auf Antrag in einem Verfahren vor dem Familiengericht. In diesem Verfahren wird die Vaterschaft des bisherigen rechtlichen Vaters (der nicht der biologische sein soll) angefochten („Vaterschaftsanfechtung“). Das Familiengericht wird in der Regel ein Abstammungsgutachten („Vaterschaftstest“) anordnen. Fällt dies entsprechend aus, wird es dem bisherigen rechtlichen Vater die Elternrechte entziehen und sie dem biologischen Vater zusprechen. Es gibt eine Ausnahme: Ist eine Vaterschaftsanerkennung ein Jahr nach ihrer Beurkundung noch nicht rechtswirksam, kann sie widerrufen werden. Wenn es um die Anerkennung als Vater geht, ist ein Anwalt für Familienrecht ein kundiger und vertrauensvoller Gesprächspartner. Einen Anwalt für Familienrecht finden Sie hier bei uns – mit nur einem Klick.


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