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Zugewinnausgleich: Es geht nicht immer durch zwei

Letzte Aktualisierung am 28.04.2016 / Lesedauer ca. 2 Minuten
Die Berechnung des Zugewinnausgleichs ist insbesondere dann kompliziert, wenn Immobilien vorhanden sind oder eine Firma gemeinsam - oder auch nur von einem Partner - aufgebaut wurde und nun bewertet werden muss. Zudem müssen durch die Reform des Zugewinnausgleichs zum 01. September 2009 weitere entscheidende Punkte berücksichtigt werden.

Wann Sie vom Zugewinnausgleich betroffen sind

Geht es bei der Scheidung um die Aufteilung von Vermögen und ggf. Schulden, wird als erstes geprüft, ob ein Ehevertrag vorliegt. Darin kann bereits geregelt worden sein, wie man mit Geld- und Sachwerten im Scheidungsfall umgeht; zum Beispiel kann Gütertrennung, Gütergemeinschaft oder ganz konkret ein abgewandelter Zugewinnausgleich vereinbart worden sein. Dies ist insbesondere dann anzuraten, wenn z.B. gemeinsam eine Firma aufgebaut wird und ein Partner unentgeltlich mithilft. Wer sich also nicht scheiden lassen will, sondern nur eine gute Regelung zum Thema Zugewinnausgleich finden möchte, sollte über einen Ehevertrag nachdenken. Dieser kann auch noch während der Ehe abgeschlossen werden.

Der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft

Wenn es keinen Ehevertrag gibt, gilt in aller Regel der so genannte gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Dies betrifft alles Vermögen, Sach- und Geldwerte und auch z.B. Darlehensverträge, die vom Tag der Eheschließung bis zum Zustellungsdatum des Scheidungsantrags abgeschlossen wurden. All die Dinge, die angeschafft bzw. ausgegeben wurden, werden - ganz grob gesprochen - aufgelistet und bewertet. Am Ende wird ermittelt, welcher Ehegatte "mehr Zugewinn" erzielt hat. Dieser muss einen Ausgleich an den anderen Partner leisten. Dieser Ausgleich wird nur mittels Geld durchgeführt - Sachwerte werden in aller Regel nicht übertragen.

Bedeutet:

Das heißt also: Eine Eheschließung bedeutet nicht, dass Vermögen und Schulden von vor der Ehe nunmehr beiden Partnern zur Hälfte gehört! Alles was die Partner vor Beginn der Ehe oder nach deren Ende erwirtschaftet oder ausgegeben haben, gehört ausschließlich dem einen bzw. dem anderen Partner.

Änderungen im Zuge der Reform von 2009

Die Berechnung des Zugewinns wurde zum 01. September 2009 reformiert. Seither fließen z.B. auch bereits vorhandene Schulden in die Berechnung mit ein. Allerdings geht es hierbei nur um den Betrag, der während der Ehe getilgt wurde. Außerdem müssen die Partner detaillierter Auskunft über ihr jeweiliges Vermögen zum Tag der Trennung geben. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass sich ein Partner zwischen Trennung und Scheidung (im Normalfall ein Jahr) "arm rechnet", indem vormals existierendes Vermögen plötzlich "verschwunden" ist.

Fazit

Sie sehen: Die Berechnung des Zugewinnausgleichs ist sehr komplex, bei der Sie große Fehler begehen können, wenn Sie z.B. von falschen Voraussetzungen ausgehen. Anders formuliert: Je früher Sie einen Rechtsanwalt einschalten, desto weniger Ballast müssen Sie selbst tragen. Eine Scheidung wiegt auf emotionaler Ebene bereits schwer genug. Kontaktieren Sie gleich hier unverbindlich einen erfahrenen Anwalt für Familienrecht mit Schwerpunkt Zugewinnausgleich.


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