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Reiserecht , 05.11.2013

Reisemangel: Sofort anzeigen, sonst geht Anspruch verloren!

Schimmel im Hotelzimmer, defekte Klimaanlage oder schmutzige Restauranttische: Reisemängel sind ein Ärgernis für alle Urlauber. Will der Urlauber vom Urlaubsveranstalter Geld zurück, muss der Reisemangel allerdings vor Ort rechtzeitig angezeigt worden sein.

Schimmel im Hotelzimmer, defekte Klimaanlage oder schmutzige Restauranttische: Reisemängel sind ein Ärgernis für alle Urlauber. Will der Urlauber vom Urlaubsveranstalter Geld zurück, muss der Reisemangel allerdings vor Ort rechtzeitig angezeigt worden sein.

Eine wichtige Voraussetzung für einen Anspruch auf Schadensersatz ist, dass der verärgerte Urlauber den Reisemangel vor Ort unverzüglich bei der richtigen Stelle angezeigt hat. Eine Meldung bei der Hotelrezeption ist dafür nicht ausreichend. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 264 C 25862/11) in folgendem Fall: Ein Paar hatte eine 14-tägige All-inclusive-Pauschalreise auf die griechische Halbinsel Chalkidiki gebucht. Vor Ort fühlten sich die Urlauber durch viele Umstände im Genuss ihrer Reise eingeschränkt: Unter anderem waren im Bad an den Wänden großflächige Schimmelablagerungen vorhanden, an der Wand hingen lose Steckdosen heraus, die Balkontür war zersplittert, die Klimaanlage kaputt, der Pool verunreinigt, dass Essen nicht gut. Zehn Tage nach ihrer Ankunft am Urlaubsort, zeigten die Urlauber diese Mängel bei der Reiseleitung an. Diese bot ihnen einen Umzug in ein anderes Hotel, was die Urlauber aber ablehnten. Zu Hause angekommen, verlangten sie Schadensersatz wegen vertaner Urlaubszeit.

Zu Unrecht, entschied das Amtsgericht München: Für die ersten 10 Tage bestünde schon kein Anspruch, da das Paar in diesem Zeitraum die Mängel nicht dem Reiseunternehmen oder dessen Vertretern angezeigt habe. Eine Anzeige bei der Hotelrezeption sei diesbezüglich nicht ausreichend. Eine solche Anzeige sei auch erforderlich, um der Reiseveranstaltung die Möglichkeit der Abhilfe zu geben. Aber auch für die letzten Tage bestünden keine Ansprüche. Nach der Mängelanzeige habe die Reiseleitung sofort einen kostenfreien Umzug in ein anderes Hotel angeboten. Dies sei von den Urlaubern abgelehnt worden. Ein solcher Umzug wäre aber zumutbar gewesen, auch vor dem Hintergrund, dass der Urlaub nur noch vier Tage dauerte. Ein kostenfreier Umzug sei für ein Paar ohne Kinder unproblematisch in kurzer Zeit möglich. Die Urlauber können demnach keinen Schadensersatz gegenüber dem Reiseveranstalter geltend machen, so das Münchner Amtsgericht.

Tipps zum Vorgehen beim Reisemangel vor Ort
Nehmen Sie Kontakt zur Reiseleitung auf. Am besten mit der Reiseleitung vor Ort, wenn es eine gibt. Ansonsten mit der Kontaktadresse, die ihnen bei der Reisebuchung mitgeteilt wurde. Es reicht nicht, wenn Sie die Hotelleitung von dem Reisemangel in Kenntnis setzen, oder den Veranstalter eines Ausflugs, bei dem es Probleme gab. Nur wenn die Reiseleitung nicht erreicht werden kann, kann eine Anzeige einer Beschwerde bei diesen Kontaktstellen ausnahmsweise ausreichen.




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