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Kategorie: Anwalt Arztrecht , 22.12.2016

Vorsorgevollmacht- Nicht nur im Alter wichtig!

Unfälle oder Krankheiten können völlig überraschend dazu führen, dass ein Mensch – egal wie alt-nicht mehr handeln kann. Liegt dann keine Vorsorgevollmacht vor, wird vom Gericht ein Betreuer bestellt, der für den Betroffenen Entscheidungen trifft.

In einer Vorsorgevollmacht kann hingegen bestimmt werden, wer anstelle des Verfügenden Entscheidungen treffen soll.

Inhalt der Vorsorgevollmacht

In einer Vorsorgevollmacht wird festgelegt, wer im Betreuungsfall Entscheidungen in verschiedenen Lebensbereichen wie etwa bei Gesundheitsangelegenheiten, Bankgeschäfte oder Immobilienveräußerungen, treffen darf. Hier können auch mehrere Personen für unterschiedliche Aufgaben benannt werden. Beispielsweise soll sich die Tochter um den Verkauf der Immobilien kümmern und die Ehefrau um die Gesundheitsangelegenheiten.

Form der Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht sollte- wie auch ein Testament- handschriftlich verfasst und mit Datum und Unterschrift des Verfügenden versehen sein. Eine notarielle Beglaubigung der Vorsorgevollmacht ist nicht vorgeschrieben, aber zu empfehlen. Sie verleiht der Vorsorgevollmacht etwa bei Bankgeschäften eine größere Durchsetzungskraft. Eine notarielle Beurkundung der Vorsorgevollmacht ist bei Immobiliengeschäften allerdings zwingend. Die Notarkosten sind vergleichsweise gering.

Eintrag ins Zentrale Vorsorgeregister

Weiterhin ist zu empfehlen, die Vorsorgevollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. So kann sichergestellt werden, dass im Bedarfsfall die Vorsorgevollmacht auch gefunden wird. Bereits mehr als zwei Millionen Bundesbürger haben beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer eine Vorsorgevollmacht hinterlegt.

Vorsorgevollmachten können entweder online unter www.vorsorgeregister.de oder per Post eingetragen werden.
Die Dokumente können dann im Bedarfsfall schnell gefunden werden. Jeder Amtsrichter, der über eine Betreuung für den Betroffenen entscheidet, kann durch Zugriff über einen besonders geschützten Bereich im Internet, bzw. über das Justiznetz beim Register anfragen und klären, ob es eine Vorsorgevollmacht gibt. Liegt eine solche vor, entfällt die Bestellung eines gerichtlichen Betreuers. Im Zentralen Vorsorgeregister können nicht nur Vorsorgevollmachten, sondern auch Betreuungsverfügungen und mit Vorsorgeurkunden kombinierte Patientenverfügungen registriert werden. Mehr als 1,3 Millionen Bürger haben davon bereits Gebrauch gemacht.
Die Registrierung kostet einmalig pro Dokument für Internet-Meldungen durch Privatpersonen grundsätzlich 13,00 € und bleibt ein Leben lang gültig. Beim Lastschriftfahren fallen 15,50 € an. Wird mehr als ein Bevollmächtigter registriert, fallen für jeden weiteren Bevollmächtigten zusätzlich 2,50 € an. Bei postalischen Anmeldungen durch Privatpersonen erhöhen sich die Gebühren um 3,00 €.
Nach dem Eintrag erhalten die Verfügenden zum Nachweis kostenlos eine ZVR-Karte für ihr Portemonnaie.


erstmals veröffentlicht am 23.01.2014, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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