anwaltssuche

Anwalt Flugverspätung

Hier finden Sie zum Anwalt für Reiserecht in Ihrer Nähe. Suchen Sie nach Plz, Ort oder nutzen Sie die Filter.

Filtern nach Ballungsraum
Filtern nach Ort alphabetisch
anwaltssuche.de Anwalt Flugverspätung

Flugverspätung: Wann kann ich mit einer Entschädigung rechnen?

Wann erhalten Passagieren bei einer Flugverspätung Entschädigungsleistungen?

Nach der europäischen Fluggastrechteverordnung stehen Fluggästen bei einer Flugverspätung von mehr als drei Stunden Entschädigungsleistungen zu, sofern der Flug von einer Airline der Europäischen Gemeinschaft durchgeführt wird. Bei außer-europäischen Fluggesellschaften ist Fluggastrechteverordnung nicht anwendbar (so auch Amtsgericht München, Aktenzeichen 261 C 13238/16). Ausgleichsansprüche nach der Fluggastrechteverordnung gibt aber nicht nur bei Flugverspätungen oder –ausfällen, sondern auch, wenn der Flug zur ursprünglichen Abflugzeit erheblich vorverlegt wurde, so ein Urteil des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen X ZR 59/14).

Auf welche Entschädigungsleistungen bei einer Flugverspätung haben Fluggäste einen Anspruch?

Fluggäste haben bei relevanten Flugverspätungen einen Anspruch auf Entschädigung, Betreuung und Verpflegung. Die Entschädigungsleistung hängt von der Länge der Flugstrecke ab: Bei einer Flugstrecke von 1.500 km und weniger gibt es eine Entschädigung in Höhe von 250 Euro. Bei einer Flugstrecke von 1.500 km – 3.500 km erhält der Fluggast 400 Euro Entschädigung, bei über 3.500 km Fugstrecke 600 Euro. Die Airline muss darüber hinaus die Passagiere mit Getränken und Essen versorgen und ihnen Telefonate oder Emails ermöglichen. Wird der Abflug auf den nächsten Tag verschoben, haben Fluggäste einen Anspruch auf eine Hotelunterkunft.

Für welche Flugverspätungen gibt’s kein Geld?

  • Generalstreik/Radarausfall: Passagiere, deren Flug nach Griechenland sich wegen eines Generalstreiks und Radarausfalls verspätete haben keinen Anspruch auf Entschädigungsleistungen, entschied der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 104/13).
  • Wetterlage: Extreme Wetterlagen, die zu Flugverspätungen führen, sind nicht von der Airline zu verantworten.
  • Anschlussflug verpasst: Verspätet sich der Zubringerflug, und verpasst ein Fluggast seinen Anschlussflug, gibt es auch keine Ausgleichzahlungen nach der Europäischen Fluggastrechteverordnung, stellt ebenfalls der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen Xa ZR 113/08) klar.
  • Kostenlos mitreisendes Kind: Bei Passagieren, die kostenlos mitreisen, ist die Fluggastrechteverordnung der EU nicht anwendbar, urteilte der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 35/14).
  • Vogelschlag: Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 160/12) hat Ausgleichsansprüche von Flugreisenden nach der Fluggastrechteverordnung abgelehnt, bei denen ein Flug aufgrund eines durch Vogelschlag verursachen Turbinenschadens erheblich verspätet war.
  • Wie können Passagiere bei einer Flugverspätung ihren Anspruch auf Entschädigungsleistungen durchsetzen?

    Zunächst sollten Fluggäste der Airline in einem Schreiben ihre Ansprüche darlegen und um Zahlung bitten. Kommt die Airline dieser Aufforderung nicht nach, kann der Fluggast ein kostenloses Schlichtungsverfahren bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) anstrengen. Alternativ, oder ergänzend, empfiehlt es sich einen Anwalt für Reiserecht zu kontaktieren, der die Rechtslage des Fluggastes umfassend einschätzen und seine Ansprüche bewerten kann.

    Letzte Aktualisierung am 2017-07-17

    Weiterführende Informationen
    Das könnte Sie auch interessieren
    Wenn das Gepäck verloren oder nicht aufzufinden ist, steht dem Reisenden, ähnlich wie bei einer Flugverspätung, eine Entschädigung zu. Fluggäste müssen den Verlust ihres Gepäcks umgehend anzeigen; hier gelten Fristen. (vom 27.09.2017) mehr...
    Sind Sie unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt worden, können Sie meist einen so genannten Nutzungsausfall geltend machen. Diese finanzielle Entschädigung erhalten Sie für den Zeitraum, in der Ihr Auto repariert wird - unter einer Bedingung. (vom 09.05.2016) mehr...
    Soll Ihr Grundstück enteignet werden? Egal, ob Sie das erste Schreiben von Seiten der Behörde erhalten haben oder bereits seit längerem in Verhandlung mit den öffentlichen Stellen stehen: Investieren Sie in die Einschätzung eines Rechtsanwalts zur möglichen oder gar konkret bevorstehenden Enteignung. (vom 22.11.2016) mehr...
    Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, über Geschmacksmuster erst recht. Denn der Geschmacksmusterschutz schützt ein Design - seine Form, seine Farbe oder beides, von der Toilettenbrille bis zur Autokarosserie. (vom 02.12.2015) mehr...
    Die jährlichen öffentlichen Aufwendungen in Deutschland liegen im dreistelligen Milliardenbereich. Um Unklarheiten und Mauscheleien bei der Auftragsvergabe zu vermeiden, finden die hier die Regeln und Verordnungen des Vergaberechts Anwendung. (vom 09.03.2017) mehr...
    Das Deutsches Patent- und Markenamt ist für den Schutz von Marken im Inland - also innerhalb Deutschlands - zuständig. Wer seine Marke schützen möchte, muss den Schutz dort beantragen. Erfüllt Ihre Marke die erforderlichen Kriterien, erhalten Sie in aller Regel Markenschutz. (vom 07.06.2016) mehr...
    Der neue EU-Führerschein von 2013 soll die Welt erneut ein wenig fälschungssicherer machen. Bei ihm gibt es allerdings noch einen entscheidenden Unterschied zu allen früheren Modellen - und das betrifft jeden Führerscheinbesitzer nach exakt 15 Jahren. (vom 02.05.2016) mehr...
    Erleiden Kinder den Schicksalsschlag ein Elternteil oder gar beide Eltern zu verlieren, rücken neben der Bewältigung von Trauer oft auch Fragen im Hinblick auf die finanzielle Zukunft des Kindes in den Vordergrund. In Deutschland erhalten Kinder zur Sicherung ihrer Existenz Halb- bzw. Waisenrente. (vom 20.06.2017) mehr...
    Das Adhäsionsverfahren ist ein zivilrechtliches Verfahren, das in einem Strafverfahren vom Opfer beantragt werden kann. In diesem Verfahren geht es um Entschädigungsansprüche, die im Strafverfahren eingebunden werden können. (vom 22.09.2016) mehr...
    Elterngeld ist eine Sozialleistung; es wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt. Es soll Müttern und Vätern gleichermaßen ermöglichen, sich in den besonders wichtigen ersten Lebensmonaten mehr Zeit für den Nachwuchs zu nehmen ohne dass finanzielle Nöte entstehen. (vom 31.01.2017) mehr...
    Expertentipps zu Reise & Freizeit