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Trennungsjahr muss nicht zwölf Monate dauern

Was Sie über das Trennungsjahr wissen sollten

Voraussetzung für eine Scheidung ist das Trennungsjahr. Das Ehepaar soll ausreichend prüfen, ob die Ehe tatsächlich gescheitert ist. Erst nach Ablauf von vollen zwölf Monaten kann die Scheidung eingereicht werden. Das Trennungsjahr ist auch dann ein Muss, wenn sich beide Partner einvernehmlich scheiden lassen möchten. "Getrennt" bedeutet dabei, dass beide Partner quasi autark voneinander leben. Dies muss nicht unbedingt räumlich sein. Beide Partner können weiterhin in der gemeinsamen Wohnung wohnen bleiben, sie dürfen sich jedoch nachweislich (!) nicht länger gegenseitig versorgen (Essen kochen, Einkaufen, Kleidung waschen etc.). Das Paar darf sich während des Trennungsjahrs für bis zu drei Monate versöhnen, ohne dass es das Trennungsjahr berührt. D.h. trennen sich die Partner innerhalb der drei Monate doch wieder, gilt als frühestmöglicher Scheidungstermin weiterhin das ursprüngliche Datum der Trennung.

Wie Sie das Trennungsjahr 'verkürzen' können

Es gibt viele Gründe, warum sich Paare schnell, also noch vor Ablauf der zwölf Monate Trennungsjahr, scheiden lassen möchten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Trennungsjahr auch 'verkürzt' werden kann. Hierbei wird das Datum der Trennung im Scheidungsantrag zurückdatiert. Doch Achtung: Dieses Vorgehen funktioniert nur dann, wenn der Ex-Partner diesem Trennungsdatum auch hundertprozentig zustimmt. Ändert der Partner plötzlich seine Meinung, wird der Antrag abgelehnt und Sie bleiben auf den Kosten sitzen!

Benötigen Sie einen Anwalt?

Verständlicherweise möchten viele Menschen bei einer Scheidung so viel Geld wie möglich sparen, tun dies aber am falschen Eck: Einen Anwalt benötigen Sie für eine Scheidung in jedem Fall, spätestens beim Einreichen des Scheidungsantrags bei Gericht. Eine frühzeitige Beauftragung des Anwalts kann Ihnen sogar noch helfen, Kosten zu sparen. Einigen Sie sich mit der Gegenseite auf eine offizielle Trennungsvereinbarung oder Scheidungsvereinbarung, mindern Sie dadurch die Anwalts- und Gerichtskosten. Auch können Sie durch falsches Verhalten unwissentlich auf Geld verzichten. Ziehen Sie z.b. vorschnell auf, können Sie dadurch Ihren Anspruch auf Ehegattenunterhalt verwirkt haben! Kontaktieren Sie einen Anwalt für Familienrecht und besprechen Sie das bestmögliche Vorgehen in Ihrem Fall.

Letzte Aktualisierung am 2016-04-26

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